s.Oliver Würzburg

Basketball Brose Bamberg gewinnt den Frankenkrimi gegen s.Oliver Würzburg nur knapp mit 84:80

Rubits Power und Bambergs Lufthoheit

Archivartikel

Würzburg – Bamberg 80:84 (19:13, 18:26, 21:22, 22:23)

Würzburg: Olaseni 14 Punkte (6 Rebounds), Koch 13/1 Dreier, Hulls 13/2, Bowlin 12/2 (5 Assists), Ellis 11/1, Wells 6 (5 Assists), Cooks 4, Loncar 3/1, Richter 2, Lösing 2, Hoffmann.

Das Aufeinandertreffen von s.Oliver Würzburg und Brose Bamberg war schon in der letzten Saison zweimal eine knappe Sache. Zum Auftakt der neuen BBL-Saison boten die beiden fränkischen Kontrahenten am Samstagabend in der Würzburger „s.Oliver-Arena“ in einem hochklassigen Spiel einen regelrechten Krimi. Am Ende hatte der neunfache Deutsche Meister Brose Bamberg knapp mit 84:80 die Nase vorn.

Es ist ein alter Brauch der Würzburger Basketballfans, zu Beginn einer jeden Partie so lange stehen zu bleiben, bis ihr Team den ersten Korb erzielt. In der Zeit unter Headcoach Dirk Bauermann, ein knallharter Verfechter des kontrollierten Spiels, konnte dies mitunter mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Unter dem neuen Coach Denis Wucherer ist einiges anders. Am Samstagabend um 20.30 Uhr mussten die Fans in der „Turnhölle“ nicht einmal 20 Sekunden stehen, ehe sie nach den ersten Punkten der Saison, die Gabriel Olaseni auf Zuspiel von Skyler Bowlin erzielte, wieder Platz nehmen durften. Aber auf den Sitzen hielt es die Zuschauer in der restlos ausverkauften s.Oliver-Arena im Anfangsviertel nur höchst selten. Die Hausherren legten mit einem irren Tempo gegen die favorisierten Bamberger los und spielten sich eine 19:13-Führung heraus.

In der Viertelpause fand Bamberg-Trainer Ainars Bagatskis bei seiner BBL-Premiere offenbar die richtigen Worte. Die Gäste aus Oberfranken fanden defensiv nun bessere Lösung gegen den überfallartigen Basketball der Würzburger und fanden im zweiten Viertel auch offensiv ihren Rhythmus. Dank einer hohen Intensität und herausragender Einzelakteure holte Bamberg den Rückstand nach und nach auf und ging dreieinhalb Minuten vor der Pause erstmals in Führung, durch Punkte des herausragenden Spielers des Abends: Power Forward Augustine Rubit, der am Ende des Abends auf 24 Punkte kam.

Nach dem Seitenwechsel fand das Wucherer-Team, angetrieben von den lautstarken Fans in der Halle, zurück ins Spiel. Nach mehreren Führungswechseln ging Bamberg mit einer Dreipunkteführung ins Schlussviertel, das es in sich hatte. Mehrere Male waren die Würzburger knapp dran, den Rückstand in eine eigene Führung umzumünzen. Die entscheidenden Momente hatte dann aber doch das abgeklärte Team aus Bamberg auf seiner Seite.

„Die Chancen waren da. Die freien Würfe sind letztlich aber nicht gefallen“, ärgerte sich Wucherer nach dem Spiel, das denkbar knapp mit 80:84 verloren ging: „Natürlich fühlt es sich etwas danach an, die Chance, einen Großen zuhause zu schlagen, verpasst zu haben.“

„Dreier“ fehlen

Es hat nicht sollen sein für s.Oliver Würzburg, auch wenn an diesem ersten Spieltag schon sehr viel gut lief. Mit Olaseni (14 Punkte), Hulls (13), Koch (13), Bowlin (12) und Ellis (elf) trafen gleich fünf Spieler zweistellig. Lediglich die Treffsicherheit von der Dreierlinie ließ mit nur sieben Treffern aus 22 Versuchen viel Luft nach oben.

Ordentlich zu kämpfen hatten die Baskets auch in Sachen Lufthoheit gegen die großen und athletischen Bamberger. Das Duell unter den Brettern verlief mit 36 zu 28 Rebounds klar zugunsten der Gäste. „Es war für beide Seiten ein schwieriges Spiel. In den entscheidenden Momenten des Spiels hatten wir vielleicht etwas mehr Glück und auch etwas mehr Erfahrung“, bilanzierte Bagatskis. Großen Anteil am ersten Sieg der Bamberger hatte auch der Ex-Würzburger Maurice Stuckey mit 13 erzielten Punkten.

Kurz vor Schluss sorgte Stuckey, der fünf Saisons in der BBL für die Baskets spielte, zudem mit einem gewieften Steal für den Knackpunkt im hart umkämpften Frankenkrimi. Viel Zeit zum Grübeln bleibt den Spielern und Verantwortlichen von s.Oliver Würzburg aber ohnehin nicht. Nächsten Samstag treffen beide Teams, dann in der Bamberger Brose Arena, im BBL-Pokal Achtelfinale erneut aufeinander. Dass Würzburgs Coach Wucherer sich gerade durchaus lieber einen Aufbaugegner als einen Meisterschaftskandidaten für sein neuformiertes Team wünscht, war ihm nach der Frage „ob er sich auf das kommende Spiel gegen Bamberg schon freue“, deutlich anzumerken: „Wir freuen uns auf jedes Spiel“, antworte der 45-Jährige mit einem leicht gequälten Unterton. Die Fans jedenfalls fiebern der nächsten Runde des Frankenkrimis schon entgegen.