s.Oliver Würzburg

Basketball Bundesligist aus Würzburg steht nach acht Partien nur knapp vor einem Abstiegsplatz / Nun am Sonntag in Bremerhaven, eine Woche später gegen Jena

Wucherers Team muss endlich „liefern“

Nach sechs Niederlagen in den ersten acht Saisonspielen stehen die Würzburger Bundesliga-Basketballer in der easyCredit-BBL enorm unter Druck. Das Team von Headcoach Denis Wucherer ist in der Tabelle mittlerweile auf Rang 16 abgerutscht – und steht damit gerade einmal eine Position vor einem direkten Abstiegsplatz. Aus diesem Grund sind die nächsten beiden Partien von eminent wichtiger Bedeutung: Sowohl jetzt am Sonntag um 15 Uhr bei den Eisbären Bremerhaven als auch eine Woche später zu Hause gegen Science Jena geht es gegen Teams, gegen die man unbedingt gewinnen muss, will man möglichst schnell wieder aus dem Tabellenkeller herauskommen.

Während der Basketball-Ländespielpause hatte die Würzburger Mannschaft fünf Tage am Stück frei. „Für den Kopf war dies mit Sicherheit ganz gut“, glaubt Denis Wucherer. Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft sei nach wie vor sehr gut. „Und jetzt – nach der Pause – hat man gleich gespürt, dass alle sofort wieder richtig Bock haben.“ Zuvor sei nach den vielen englischen Wochen schon so eine Art Abnutzung zu spüren gewesen. „Eine englische Woche ist für den Kopf viel anstrengender als für den Körper“, ist Denis Wucherer überzeugt. Deshalb sei es jetzt wichtig gewesen, erst mal den Kopf wieder ein bisschen frei zu kriegen.“

Die Zeit nach der Länderspiel-Pause haben Coach Denis Wucherer und sein ganzer Trainer- und Betreuerstab intensiv genutzt. „Als die Jungs zurückgekommen waren, haben wir Einzelgespräche geführt und mit allen noch einmal ganz genau ihre Rollen innerhalb der Mannschaft definiert. Außerdem haben wir viel individuelle Videoarbeit gemacht. Ich glaube, es ist jetzt allen noch einmal klar geworden, was wir von ihnen erwarten. Ich habe den Eindruck, dass alle verstanden haben, was sie noch tun müssen, damit wir als Team mehr Erfolg haben.“

Außerdem wurde viel trainiert. Und da bleiben häufig kleinere Blessuren halt nicht aus. Die bereiten Wucherer nun schon etwas Kopfschmerzen. „Da wir jetzt nach der Pause wieder sehr hart und intensiv trainiert haben, häuften sich jetzt wieder die kleineren Verletzungen. Auch hatten wir kleinere Krankheitsfälle während der Woche. Wir müssen gucken, wer am Sonntag gesund und wer krank geschrieben ist. Ich gehe aber schon davon aus, dass wir in Bremerhaben mit einer schlagkräftigen Truppe auf dem Feld stehen werden.“

Hinter Skyler Bowlin stehe definitiv ein ganz dickes Fragezeichen. „Er hat vermutlich nach seiner Verletzung zu früh angefangen und zu früh zu viel gewollt. So etwas bringt meist einen kleinen Rückschlag mit sich“, sagt Wucherer. „Ich würde ihm gönnen, dass er zumindest in der kommenden Woche gegen Jena wieder richtig fit ist.“

Morrison etwas angeschlagen

Etwas angeschlagen ist auch Neuzugang Mike Morrison. Der wurde in der vergangenen Wochenende mit einem Sechs-Wochen-Vertrag ausgestattet. „Mehr Geld hatten wir halt nicht mehr in unserer Schatztruhe“, scherzte gestern Wucherer im Gespräch mit unserer Zeitung. Morrison sei auf jeden Fall einer, der der Mannschaft helfen könne. „Mike ist ein Typ, der die Liga kennt, der eine Menge Athletik mitbringt, der eine Menge Emotionen ins Spiel einfließen lassen kann. Wir erhoffen uns von ihm, dass er unserer Mannschaft gerade in der Zone mehr Präsenz verleiht. Mit ihm haben wir eine weitere Alternative auf der Position 5 neben Kresimir Loncar und Gabriel Olaseni.“

Sollte sich Morrison tatsächlich als die erhoffte Verstärkung erweisen und er der Mannschaft wirklich weiterhelfen, dann ist eine längere Verpflichtung, etwa bis zum Saisonende, sicherlich nicht ausgeschlossen. „Sollte es so kommen, dann werden wir natürlich alles daran setzen, ihn zu behalten.“ Vielleicht kommt ja über Weihnachten wieder etwas Geld in die von Wucherer angesprochene Schatztruhe . . .

Nicht wirklich rund ist es in den letzten Wochen auch für die Eisbären aus Bremerhaven gelaufen. Nach drei deftigen Niederlagen in Serie war Geschäftsführer Wolfgang Grube mächtig angefressen. „Drei solch schlechte Spiele hintereinander sind einfach nicht mehr tolerierbar,“ schimpfte er nach der Derby-Pleite in Vechta.