Tauberbischofsheim

Gesundheit Jährlich erkranken in Deutschland etwa 200 000 Menschen an Demenz / Vorbeugen ist möglich

1246 AOK-Versicherte im Kreis betroffen

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Im Alter gehören Demenzen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen. Etwa zwei Drittel davon fallen unter die Rubrik Alzheimer. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts dürften demografisch bedingt im Jahr 2050 in der Bundesrepublik über zwei Millionen Menschen ab 65 Jahren an einer Demenz leiden. Jährlich kommen derzeit 200 000 neue Patienten hinzu. Mit einem gesunden Lebenswandel kann man vorbeugen.

Im Main-Tauber-Kreis war unter den AOK-Versicherten die Zahl der Betroffenen in den letzten Jahren auf einem relativ konstanten Niveau. Im Jahr 2014 wurden 1293 Personen wegen Demenz behandelt, 1259 waren es 2015 und 1246 in 2016.

Das entspricht einem durchschnittlichen Anteil von 2,4 Prozent der Versicherten. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von knapp 47 Prozent die größte Kasse im Landkreis ist.

Eine Demenzerkrankung liegt vor, wenn der Betroffene seit mindestens sechs Monaten durch Gedächtnisstörungen und weitere kognitive Ausfälle beeinträchtigt wird. Außer dem Gedächtnis können auch Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen vermindert sein. Die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken, steigt im höheren Alter stark an. Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge beträgt die Rate bei den 65- bis 69-Jährigen 1,6 Prozent, den 75-bis 79-Jährigen 7,31 Prozent, den 85- bis 89-Jährigen 26,11 Prozent und 40,95 Prozent bei Menschen über 90.

„Übergewicht, Tabakkonsum, Bluthochdruck, Diabetes und Stoffwechselstörungen erhöhen das Risiko. Wer daher bestehendes Übergewicht abbaut, mit dem Rauchen aufhört und die genannten Erkrankungen konsequent behandelt, kann die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz verringern“, weiß AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Als vorbeugende Maßnahmen empfiehlt sie „regelmäßige körperliche Bewegung, ein geistig aktives Leben mit immer neuen Anregungen fürs Gehirn und die Pflege sozialer Kontakte“.

Eine sorgfältige Untersuchung ist Voraussetzung für eine frühzeitige Behandlung. Daher hat die AOK Baden-Württemberg zusammen mit den Medizinern im Facharztprogramm Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie großen Wert auf eine umfassende Diagnostik gelegt. Es ist zudem notwendig, den Patienten und seine Angehörigen gut zu beraten. 60 von 100 Demenzpatienten werden in Privathaushalten von Familienmitgliedern versorgt.

Für die Betroffenen sind Orientierungshilfen wichtig, um sich räumlich zurechtfinden. Auch eine geregelte Tagesgestaltung ermöglicht, den Alltag leichter zu bewältigen und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. aok