Tauberbischofsheim

Statistisches Landesamt Jüngste Bevölkerung unter den Flächenländern gibt es im Südwesten

Altersdurchschnitt im Kreis bei 45 Jahren

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Das statistische Landesamt hat die Durchschnittsalter der Bevölkerung in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs zum Ende des Jahres 2017 veröffentlicht. Der Main-Tauber-Kreis hat einen Altersdurchschnitt von 45,0 Jahren und liegt somit bei den Landkreisen im Ländle das Schlusslicht. Insgesamt liegt die Region beim Altersdurchschnitt der Bevölkerung an vorletzter Stelle. Nur der Stadtkreis Baden-Baden steht mit 47,3 Jahren noch schlechter da.

Nur etwas jünger als die Bevölkerung im Main-Tauber-Kreis ist die im Neckar-Odenwald-Kreis mit 44,7 Jahren. Im Hohenlohekreis liegt der Durchschnitt bei 43,2 Jahren, im Landkreis Schwäbisch Hall bei 43,1, im Stadt- und Landkreis Heilbronn bei 43,2.

Heidelberg hat mit 40,2 Jahren die jüngste Bevölkerung im Altersdurchschnitt, gefolgt vom Stadtkreis Freiburg mit 40,4 Jahren. Insgesamt liegt der Altersdurchschnitt in Baden-Württemberg bei 43,4.

Von 35 auf 43,4 Jahre

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Baden-Württemberg, das Anfang der 1950er-Jahre bei lediglich knapp 35 Jahren lag, hat sich bis zum Jahr 1970 praktisch nicht verändert. Seither ist die Gesellschaft aber deutlich gealtert: Die Bevölkerung war Ende 2017 im Schnitt bereits 43,4 Jahre alt und damit um knapp 9 Jahre älter als noch 1970, so das Statistische Landesamt.

Dennoch weist der Südwesten die jüngste Bevölkerung unter den Flächenländern auf. Nur in Hamburg (42,1 Jahre) und in Berlin (42,6 Jahre) lag das Durchschnittsalter zuletzt niedriger. Am ältesten ist die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt mit im Schnitt 47,7 Jahren, gefolgt von den anderen neuen Bundesländern.

Niedrige Geburtenrate

Ursächlich für die Alterung der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist zum einen eine zu geringe Geburtenrate: Diese lag annähernd vier Jahrzehnte lang bei lediglich circa 1,4 Kindern je Frau. In den vergangenen Jahren ist allerdings ein leichter Anstieg der Geburtenrate zu beobachten.

Zum anderen hat auch die enorm gestiegene Lebenserwartung – seit Anfang der 1970er-Jahre um knapp zehn Jahre bei den Frauen beziehungsweise sogar um elf Jahre bei den Männern – zu einem stetigen Anstieg des Durchschnittsalters geführt. Dass Baden-Württemberg trotz einer zwischenzeitlich nur noch durchschnittlichen Geburtenrate und der höchsten Lebenserwartung der Bundesländer bundesweit mit die jüngste Bevölkerung aufweist, ist vor allem auf eine zeitweise starke Zuwanderung zurückzuführen.

Zuzug sorgt für Verjüngung

Denn dieser Zuzug hat bewirkt, dass die Alterung der Bevölkerung abgeschwächt wurde, da die Zugezogenen deutlich jünger als die einheimische Bevölkerung waren. Für eine Bestandserhaltung der Bevölkerung ohne Zuwanderung wäre eine Geburtenrate von durchschnittlich 2,1 Kindern je Frau erforderlich.

Vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren lag die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in Baden-Württemberg allerdings noch relativ deutlich über dem Bundesdurchschnitt; ähnlich waren die Verhältnisse in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre, weil in diesem Zeitraum die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in den neuen Bundesländern sehr niedrig war. Zwischenzeitlich liegt die Geburtenrate in den Neuen Ländern aber wieder leicht über der des früheren Bundesgebiets. stla