Tauberbischofsheim

Freiwillige Feuerwehr Bürgermeister Wolfgang Vockel ging in seinem Grußwort auf die aktuelle Situation ein und gab einen kurzen Ausblick

Bei Bedarfsplanung künftige Strukturen festlegen

Tauberbischofsheim.Interessant war die Ansprache von Bürgermeister Wolfgang Vockel, der zunächst den altrömischen Dichter Horaz zitierte, der bereits vor 2000 Jahren feststellte: „Denn es handelt sich um deine Habe, wenn das Haus des Nachbarn brennt“. Tatsächlich müsse es ein Gemeinschaftsanliegen sein, dem Nachbarn in Not beizustehen und ihm zu helfen. Deshalb waren ihm die Dankesworte seitens der Stadt als Trägerin der freiwilligen Feuerwehr auch im Namen des Gemeinderats und seiner Mitarbeiter für die Feuerwehrleute sehr wichtig.

Der Bericht durch Michael Noe sei ein lebhafter Beweis, dass die Feuerwehr mit ihrem Dienst die Gemeinschaft und das öffentliche Leben präge. Er freue sich, dass mit den genannten 256 Mitgliedern die aktive Einsatzabteilung konstant sei. Eine maßgebliche Voraussetzung für die künftige Funktionsfähigkeit der Feuerwehr ist die Bereitschaft der Frauen und Männer, sich in den ehrenamtlichen Dienst zu begeben, dauerhaft engagiert zu sein und sich aus- und laufend fortzubilden und schließlich auch für Führungsverantwortung zur Verfügung zu stehen.

Er führte die verschiedenen Seminare und Ausbildungen wie Atemschutzträger, Zug- oder Gruppenführer, Maschinisten, Gerätewarte bis hin zur Drehleiter auf und sprach seinen Dank aus, dass sich so viele weitergebildet haben. Dies sei notwendig, denn gerade die technischen Herausforderungen wie PV-Anlagen, Elektrofahrzeuge, Gefahrstoffe und neue Werkstoffe gewinnen an Bedeutung. Besonders wichtig ist ihm auch die Jugendfeuerwehr, damit immer wieder junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern sind.

Jährlich rund 140 Einsätze, in den letzten Jahren aber kontinuierlich steigend, waren zu bewältigen, davon der Großteil von der Kernstadtwehr, in diesem Jahr waren es bereits 30 Einsätze. Er danke auch DLRG, DRK und THW, denn diese seien oft, wie zum Beispiel beim Stichwort am 9. Januar „Person in der Tauber“ mit alarmiert, es sei ein vertrauensvolles, konstruktives Miteinander.

Wolfgang Vockel ließ besonders schwere Einsätze der letzten fünf Jahre nochmals Revue passieren wie Einsätze auf der A 81, in einem Fall mit fünf Toten, Haus- oder Dachstuhlbrände, Brand im ehemaligen Mainkaufhaus sowie des Klosterhofes, gerade hier die einsatztaktische Meisterleistung mit Schutz von Kirche und Nachbarschaft bis hin zum inzwischen fast vergessenen Brand bei McDonalds.

Kritisch sieht der Bürgermeister nach wie vor den BAB 81 Aufstieg/Abstieg West: immer wieder Fahrzeugbrände, aber das Löschwasser sei kaum beherrschbar und durch das fehlende Regenüberlaufbecken bestehe die Gefahr der Tauberverschmutzung. Hier hoffe man auf Abhilfe durch das Land.

Er sprach deutlich das Lob für Leistungsfähigkeit, Sachverstand und vor allem den Teamgeist an die Feuerwehrkameraden aus, den er auch im Namen der Polizei und dessen Vertreter Burkhard von der Groeben weitergab. Weiter ging er auf die Aufgaben der Stadt ein, wie die Aufstellung einer leistungsfähigen Feuerwehr und diese entsprechend auszurüsten und zu unterhalten. Im Ergebnishaushalt waren bei 1,082 Millionen an Einnahmen immerhin 2,010 Millionen Euro an Ausgaben festzustellen, im Finanzhaushalt standen den 303 000 Euro an Einnahmen 956 000 Euro an Ausgaben gegenüber. Investition erfolgten in die GWTS Impfingen und Dittigheim sowie weitere Fahrzeuge wie insbesondere die Drehleiter. Weitre Themenfelder seien die neuen Uniformen, Lungenautomaten und die Waschanlage der Zentralen Schlauchwerkstatt.

Im Blick nach vorn ging er auf die demografische Entwicklung und gesellschaftliche Veränderungen ein. 23 000 Wehren in Deutschland seien ehrenamtlich und lediglich 107 hauptberuflich aufgestellt. Themen seien derzeit die Feuerwehrbedarfsplanung und künftige Strukturen. Aus der Mitte der Wehren werde mit der Stadtverwaltung ein Modell einer hauptamtlichen oder nebenberuflichen Leitung entworfen, Inhalt und Umfang von Tätigkeiten definiert. Zeitliches Ziel sei es, bis Oktober 2019 diese Überlegungen abzuschließen (Hierüber werden die FN demnächst ausführlicher berichten). kb