Tauberbischofsheim

Fastnacht Die „Krötenschar“ eroberte beim Rathaussturm den Stadtschlüssel und übernahm die Macht in Krötenheim

Beim dritten Anrennen brach der städtische Widerstand

Archivartikel

Die Kröten haben am Schmutzigen Donnerstag die Macht in Krötenheim übernommen. Beim Rathaussturm eroberten sie den Stadtschlüssel.

Tauberbischofsheim. Am Schmutzigen Donnerstag, wie die Weiberfastnacht auch genannt wird, stürmten die Narren in der Region die Rathäuser und übernehmen die Macht von den Stadtoberhäuptern. Auch in Tauberbischofsheim wird diese närrische Tradition von den Bischemer Kröten gepflegt.

Die Rathaustür in Tauberbischofsheim wurde von den Mitarbeitern der Stadt symbolisch zugemauert, um so das Rathaus und den Stadtschlüssel vor den Narren zu schützen. Zum Schutz hatten sich davor die Stadtmitarbeiter und Bürgermeister Wolfgang Vockel aufgestellt. Pünktlich um 17 Uhr stürmte die Narrenschar der Bischemer Kröten mit einem dreifachen „Kröten Helau“ angeführt von Prinzessin Sonja II. und Kinderprinzessin Sienna I. unterstützt von dem als Blondine verkleideten Prinz Michael II. und Kinderprinz Aaron I. auf das Rathaus zu.

Nach dem dritten stürmischen Anrennen war der Widerstand gebrochen und das Rathaus ward von den Narren erobert. Die Manneszier von Bürgermeister Vockel wurde Opfer der Schere von Prinzessin Sonja II. Der Stadtschlüssel fiel in die Hände der Bischemer Kröten.

Nach dem Ansturm wandte sich das Prinzenpaar an ihr närrisches Bischemer Volk: „Es ist vorbei, es ist vollbracht, war ganz schön schwer die Rathausschlacht. Nun haben wir Krötenfrauen im Rathaus das Sagen, für die Damen möchten wir erstmal Sonderurlaub vorschlagen. Doch nun vorbei mit der Hexerei ab heut‘ regiert die Narretei. Die Stadtkasse haben wir geräubert und sagen danke, es rinnt nur so durch die Krötenpranke. Vom Marktplatz her sind wir gerannt, zum Glück heut dort kein Auto stand. Schon vor der Umgestaltung hatten wir unsere eigenen Visionen im Visier. Hätte man wie von uns Kröten angedacht, in der Mitte einen großen Brunnen angebracht, dann bräuchten wir uns nicht dauernd sorgen und uns ganz viele Kröten borgen, um die Strafzettel für kurzes Halten zu entlohnen und die Politesse könnte sich schonen.“

Bürgermeister Wolfgang Vockel sagte, dass man sich redlich bemüht habe, das Rathaus zu verteidigen. Den Kröten wünschte er närrische Tage. Oberkröte Evelyn Brandel bedankte sich beim Bürgermeister, dass er die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen habe. Bis Aschermittwoch herrschen nun die Kröten in Krötenheim – erst danach darf der Bürgermeister wieder das Rathaus übernehmen. ubü