Tauberbischofsheim

Kleinkunst „Mistcapala“ servierte am Mittwoch in der „Alten Füllerei“ in Distelhausen „Wurst statt Käse“

Bekannte Lieder in satirischem Gewand

Archivartikel

Die Musikkabarettisten von „Mistcapala“ servierten am Mittwochabend den Gästen in der Alten Füllerei in Distelhausen „Wurst statt Käse“ – allerdings in satirischer Form.

Distelhausen. Im zuerst abgedunkelten Raum kamen „Mistcapala“ mit einem Lied zum Auftakt auf die Bühne der „Alten Füllerei“ und sorgten dabei schon zum Auftakt für gute Laune. Die Jungs mit ihrem lichten Haar seien ein gutes Beispiel für die Überalterung der Gesellschaft, so einer der Akteure mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Für die Mannen gebe es auch nur noch Granufink statt Champagner oder wie ihr Programm schon sagt „Wurst statt Käse“.

Eine Nation in Europa sei besonders stolz auf seinen produzierten Käse und das seien die Schweizer. Die Sturheit der Eidgenossen wurde mit einer Zöllner-Szene dargestellt und endete schließlich in einem Schweizer Grenzkonzert – ganz zur Freude des Publikums in keltischem Sound mit unterfränkischem Dudelsack.

„Deutschland sucht den Superstar“ kennt ja fast jeder, und so dachten sich „Mistcapala“ auch einen Kandidatenwettbewerb für ihren Titelsong zu veranstalten – leider fielen hier alle Kandidaten durch. Obwohl hier einige recht originelle Bewerber mit dabei waren. Den Lachmuskeln taten die Auftritte auf jeden Fall gut. „Bohlen lässt grüßen.“

Herrlich war auch die Parodie „Liebe auf den ersten Click“, bei dem es leider trotz der verzweifelten Bitte „füge mich dazu“ keine Freundschaftsanträge gab. Ronny Rakete, der Mormone mit großem Frauenverschleiß und der Leidenschaft für wilde Lüste aus Unterwittighausen hatte auch seinen aktuellen Countrysong mitgebracht – der kam aber leider bei seinen Kameraden nicht so gut an – vom Publikum gab es „Mitgefühl“. Natürlich hatte das Quartett auch „klassisches“ deutsches Liedgut mitgebracht. Mit einem etwas anderen satirischen Text präsentierten sie „Das Model von Kraftwerk“ aus dem Jahr 1982 mit einer mittelalterlichen Leier. Doch schon lange vor Kraftwerk gab es schon elektronische Musik – das älteste Instrument ist hier das „Therimin“ und ein Meister dieses Instruments präsentierte zusammen mit „Mistcapala“ Georg Friedrich Händel und den Popcorn-Song.

Der Rhythmus war so heiß, dass der Künstler sogar zu qualmen begann und dafür ernten die Recken wieder einige Lachsalven. Nach einer kurzen Pause zogen „Mistcapala“ mit böhmischen Klängen durch den Saal auf die Bühne und schon gab es „ a bisserl Stimmung in die Bude“ mit Herrn Müller und seinen vier Halunken. Aus Karlsbad hatte der Kapellmeister für die gute Stimmung extra einen Becherovka (Karlsbader Becher) mitgebracht. Und was hört der Tscheche am liebsten? Eine böhmische Rhapsodie besser bekannt als „Bohemian Rhapsody“ von Queen – originell und witzig präsentiert.

Weisheiten aus dem ganz fernen Osten lauten „Wasser hat keine Balken“ oder „Der Ameisenbär erleichtert sich in die Lotusblüte“. Diese und andere hatte der Meister Kanse Kanse beim „Kung Fu Fighting“ parat. Nach den Auftritten schauen sich „Mistcapala“ noch gemeinsam Verkaufssendungen an und eine davon parodierten sie auch in Distelhausen – das „beblasbare“ Tasteninstrument. Einfach herrlich.

Natürlich dürften die Männer aus Landsberg am Lech nicht ohne Zugaben die Bühne verlassen und diese gab es in Form einer mittelalterlichen Runde mit herrlich schrillen Kostümen.

Die Gruppe „Ohrenpein“ sorgte mit mittelalterlichen Klängen für Stimmung. Leider endete danach schon der stimmungsvolle Abend in Distelhausen. Es machte Spaß den Musikkabarettisten zuzuhören. Das Konzert verging wie im Flug und am Ende gab es dafür den wohlverdienten stürmischen Applaus. ubü