Tauberbischofsheim

Laurentiusberg Umbau einer ehemaligen Truppenunterkunft zu einem Gästehaus für reisende Arbeitskräfte ist vollendet

Boardinghouse offiziell übergeben

Tauberbischofsheim.Der Gewerbepark auf dem Laurentiuspark wächst und gedeiht: Am gestrigen Freitag wurde das neue „Boardinghouse Main-Tauber“ offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Farshid Tremel, Geschäftsführer der Firma Isotec Abdichtungstechnik, hatte vergangenes Jahr eines der ehemaligen Truppenunterkunftsgebäude auf dem Laurentiusberg mit zwei Zielen erworben: Erstens, um den Sitz von Isotec zu vergrößern und dringend benötigte Büro- und Lagerflächen zu schaffen, und zweitens, um sein Projekt „Boardinghouse Main-Tauber“zu verwirklichen (wir berichteten).

Das Boardinghouse – ein englischer Begriff für „Pension“ oder „Unterkunft“ – bietet 26 Zimmer beziehungsweise Apartments für reisende Monteure, Handwerker und Geschäftsleute. Diese benötigen bei längeren Auswärtsaufenthalten günstige Wohnmöglichkeiten für ein oder mehrere Wochen.

Günstige Selbstversorgung

Dafür ist das Boardinghaus zugeschnitten: Die Zimmer verfügen über WLAN, Multimediabildschirme und eine gut ausgerüstete Küchenzeile. Im Keller stehen Waschmaschine und Trockner. Die Gäste können sich so während ihres Aufenthaltes selbst versorgen. Dadurch und durch den Verzicht auf täglichen Zimmerservice bewegen sich die Übernachtungspreise in einem günstigen Rahmen. Das Gebäude wurde für die Nutzung kernsaniert und energetisch modernisiert. Sämtliche Zimmer wurden von Fachfirmen nach einheitlichem Konzept modern eingerichtet.

Der erste, der seine Freude über das gelungene Werk bei der Einweihung am Freitag zum Ausdruck brachte, war Bürgermeister Wolfgang Vockel. Als die Stadt Tauberbischofsheim vor Jahren das ehemalige Kasernengelände übernommen und später die Konversion in Eigenregie beschlossen habe, habe sie auf genau solche Partner wie Farshid Tremel gesetzt: Unternehmer, die bereit sind, die Bundeswehrgebäude für ihre Zwecke zu kaufen und zu modernisieren – „eine Herausforderung“, wie Vockel wusste. Da das Gelände als Sanierungsgebiet anerkannt sei, könnten die Investoren im Gegenzug auf Unterstützung durch die Stadt und auf Zuschüsse vom Bund bauen.

Farshid Tremel zeichnete in seiner Ansprache kurz den Weg des Projekts auf, vom ersten Beschluss, die Sache anzugehen bis zur Realisierung. Inklusive des Kaufpreises für das Gebäude seien etwas mehr als zwei Millionen Euro investiert worden, so Tremel.

Planung und Koordination der Arbeiten oblagen Architekt Klaus Schreiner aus Tauberbischofsheim. Er übergab dem Bauherr zum Einzug einen symbolischen Schlüssel. Schreiners wesentlicher Part war es gewesen, die ehemaligen Soldatenstuben zu verschieden großen Zimmern und Apartments umzuplanen und mit Badezimmern und allen weiteren Versorgungseinrichtungen auszustatten.

Und das ist gelungen: Nichts mehr in dem Gebäude erinnert heute an die frühere militärische Nutzung. Die modern eingerichteten Räume haben durchweg Hotel-Niveau zum Wohlfühlen. bc