Tauberbischofsheim

Fußwallfahrt durch das Dekanat Teilnehmer zogen eine sehr positive Bilanz über ihre Erfahrungen / Abschlussgottesdienst in Tauberbischofsheim

Das Pilgern als Wegegemeinschaft der Christen erfahren

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Fußwallfahrt durch das Dekanat Tauberbischofsheim mit Dekan Gerhard Hauk an der Spitze, die seit dem vorangegangen Sonntag von Freudenberg aus über Bronnbach, Großrinderfeld, Lauda, Assamstadt, Uiffingen und Distelhausen geführt hatte, fand mit einem feierlichen Gottesdienst in der Tauberbischofsheimer Stadtkirche einen wunderbaren Abschluss.

Erstes Resümee

Bereits am Freitagabend wurde im Markusheim ein kleines Resümee gezogen. Zwischen vielen Liedern, musikalisch begleitet von Ulrike Pfeifer-Scheuermann am Klavier und Robert Koczy an der Gitarre, fassten verschiedene Teilnehmer die jeweiligen Themenabende zusammen, und auch der „Herdenbrief“ an Erzbischof Burger spielte nochmals eine zentrale Rolle.

Beim ersten Themenabend in Bronnbach war das Pilgern im Mittelpunkt gestanden: Wie kann man sich eine solche Strapaze antun? Gründe waren, Gemeinschaft zu erleben, Zeit, zu sich selbst zu kommen, die Suche nach Glaubensvertiefung. Spannend auch die Runde am Dienstagabend, als es um die Ökumene ging. Mit Pastoralreferentin Ute Zeilmann hatte man dazu eine profunde Gesprächspartnerin vom Wertheimer Wartberg mit dabei. Sie forderte ein Umdenken in der Ökumene, sprach einige Themen provokativ an, es war ein sehr informativer Einblick.

Bewahrung der Schöpfung

Am Mittwoch ging es um die Bewahrung der Schöpfung, hier brachte das Ehepaar Göggelmann mit einem beachtenswerten Impuls eine spannende Diskussion ins Rollen, zumal die Pilgergruppe die ganzen Tage die wunderbare Schöpfung unterwegs hautnah erlebte (wir berichteten bereits).

Auch der Abend zur lebendigen Kirche am Mittwoch mit Impulsen von Dr. Robert Koczy und am Freitag der Abend zu neuer Formen der Liturgie sprachen die Teilnehmer sehr stark an. Gewünscht werden fröhliche, offene Gottesdienste, bei denen auch ein Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen gewünscht ist. Auch das Distelhäuser Gemeindeteam zeigte sich als hervorragender Gastgeber, überhaupt wurde die Pilgergruppe in diesen Tagen immer sehr freundlich aufgenommen.

Auch zur letzten Wegstrecke hatten sich noch einmal „Tagespilger“ eingefunden, die Gruppe ein Stück zu begleiten, und Dekan Gerhard Hauk begrüßte auch in der Kirche viele zusätzliche Gottesdienstbesucher: er sah dies im übertragenen Sinne als „Weggemeinschaft“ der Christen.

Es habe bei dieser Wallfahrt eine zirka 20-köpfige „Kerngruppe“ gegeben, die die ganze Strecke gelaufen sei, sehr viele Mitpilger waren aber einen oder auch mehrere Tage dabei oder kamen abends zu den Eucharistiefeiern und den nachfolgenden, gut vorbereiteten Gesprächsabenden dabei.

In seinen Predigtworten fragte Dekan Hauk zuerst die Besucher, die Gottesdienstteilnehmer, wie sich denn fühlen würden? Auf das Evangelium eingehend, meinte er, die Emaus-Jünger hätten damals auf diese Frage sicher niedergeschlagen reagiert, sei doch der, dem sie gefolgt sind, am Kreuz gestorben. Aber es gab ja dann die bekannte Begegnung.

Das Herz füreinander öffnen

Und auch bei dieser Wallfahrt sei man mit vielen Mitpilgern ins Gespräch gekommen, man konnte das Herz füreinander öffnen. Ein Wallfahrtserfahrung sei sicher gewesen „Brannte nicht unser Herz für . . .“ die verschiedensten tollen Erfahrungen, die sie unterwegs erlebt und erfreut hatte.

Auch dieser Gottesdienst wurde an der Orgel von Gabriele Wamser und – wie fast immer in dieser Woche von Dr. Robert Koczy und seiner Gitarre mitgestaltet, der auch abschließend ein besonderes Danke erhielt, schließlich wurden manche „Wartepausen“ unterwegs unterhaltsam überbrückt. Auch beim Abschluss durften die Gottesdienstteilnehmer zum Vater unser in den Chorraum, was jeweils die Gemeinschaft besonders stärkte.

Beim Abschlussgottesdienst im Klösterlegarten würdigte Ulrike Steigerwald im Namen aller Wallfahrtsteilnehmer Alfons und Walburga Seelmann sowie Theo und Anneliese Zegowitz für ihren besonderen Einsatz mit dem Kaffeemobil und allerlei Transportdienste sowie in besonderer Weise Dekan Gerhard Hauk, der die ganze Wegstrecke nicht nur dabei, sondern alles organisiert hatte, und der unterwegs und in den Gottesdiensten und Gesprächsrunden wertvolle Impulse lieferte.

Das Präsent der Wallfahrtsteilnehmer wurde treffend ausgewählt: es soll –schmunzelnd – einer neuen Luftmatratze dienen, damit in zwei Jahren bei der hoffentlich nächsten Fußwallfahrt die Nachtruhe des Dekans gesichert ist.

Besonderer Abschied

Tatsächlich zeigten die herzlichen Abschiedsszenen, dass nicht nur die „Kerngruppe“ wieder dabei sein will, sondern einige Tagesteilnehmer sich dauerhaft anschließen wollen. Es war eine Fußwallfahrt der besonderen Art, die den christlichen Glauben deutlich verstärkte.