Tauberbischofsheim

Matthias-Grünewald-Gymnasium Junior-Europawahl war für Schüler der achten bis elften Klasse ein spannendes Erlebnis

Demokratie üben und erleben

Archivartikel

Jugendliche für die Europapolitik zu begeistern, war zentrales Thema der Juniorwahl am Matthias-Grünewald-Gymnasium (MGG) in Tauberbischofsheim.

Tauberbischofsheim. Dabei hatten die Schüler der Klassen acht bis elf an einem Schultag vor der Europawahl die Möglichkeit, bei einer simulierten Wahl der von ihnen favorisierten Partei ihre Stimme zu geben. Die Ergebnisse wurden allerdings erst nach der reellen Europawahl bekanntgegeben.

Die Vorbereitungen fanden im Rahmen des Unterrichts im Fach Gemeinschaftskunde (GMK) statt. Dabei standen zum Beispiel die Organe und Institutionen der EU, deren Aufgaben sowie das Kennenlernen und Ausprobieren des „Wahlomats“ im Fokus.

Unter realen Bedingungen

Auch wenn es sich nur um eine fiktive Europawahl handelte, war ansonsten alles so eingerichtet und organisiert wie bei einer amtlichen Wahl. Unter anderem wurden ein Wahlvorstand und ein Helferteam bestimmt sowie eine Liste mit Wahlberechtigten erstellt. Zudem erhielten alle berechtigten Schüler eine Woche zuvor eine Benachrichtigung. Und ebenso wie bei amtlichen Wahlen erfolgte dann das Leeren der Wahlurne und Auszählen der Stimmen öffentlich.

Insgesamt wurden am MGG 180 gültige Stimmen gezählt. Mit 57,2 Prozent lagen in der Gunst der Jugendlichen mit weitem Abstand die Grünen vorne, gefolgt von CDU (13,9 Prozent), Die Partei (5,6) und SPD (4,4). Jeweils 3,9 Prozent erhielten die FDP, die Linke und die AfD. Tierschutz hier (3,3 Prozent) und die Tierschutzallianz (1,1) rangierten auf den nächsten Plätzen. Jeweils 0,6 Prozent der Jugendlichen votierten für die Parteien Die Violetten, Liebe, Graue Panther, Die Humanisten und Gesundheitsforschung.

„Bei der Juniorwahl geht es um das Üben und Erleben von Demokratie. Das Projekt soll Schülern frühzeitig an das Thema Wahlen und Politik heranführen und sie auf die künftige Partizipation im politischen System vorbereiten“, berichtete Tobias Endres, Lehrer am MGG, unter anderem für Gemeinschaftskunde.

Neben der Motivation, zur Wahl zu gehen, solle Begeisterung und Interesse an Politik geweckt werden als auch somit die Grundlage für späteres gesellschaftliches Engagement entstehen. Zudem könnten Jugendliche auf diese Weise lernen und erfahren, Politik selbst zu gestalten und mitzureden, wenn es um ihre Zukunft geht.

Daher sei die Juniorwahl konkrete Demokratieförderung, da sie junge Menschen, die noch nicht wahlberechtigt seien, eine Möglichkeit biete, sich mit den politischen Schwerpunkten der Parteien und der Europapolitik auseinander zu setzen. Die zwei Hauptsäulen des Projekts zur politischen Bildung seien die unterrichtliche Einbindung und die originalgetreue Wahlsimulation, unterstrich Endres in einem Fazit.

An der jüngsten Europa-Juniorwahl beteiligten sich rund 2700 deutsche Schulen im In- und Ausland sowie rund 650 000 Schüler. Die Juniorwahlen finden jeweils parallel zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen statt. Seit ihrer Einführung 1999 haben sich bundesweit mehr als drei Millionen Jugendliche in ganz Deutschland an den der Juniorwahl beteiligt. Die Kosten für die Juniorwahl werden von verschiedenen Kooperationspartnern übernommen. Zu ihnen zählen unter anderem das Europäisches Parlament, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bundeszentrale für politische Bildung sowie die Landtage und Kultusministerien der Länder. pdw