Tauberbischofsheim

Evangelischer Kirchenbezirk Partnerschaft mit Ghana im Mittelpunkt des Gottesdienstes / Lehrvikarin verabschiedet

Den Blick auf eine arme Region der Welt gerichtet

Tauberbischofsheim.Zwischen dem Kirchenbezirk Wertheim und der Presbytarian Church im Bezirk Volta/Ghana besteht seit Ende 2006 eine Partnerschaft. Deswegen feiern viele Gemeinden des Kirchenbezirks jedes Jahr den Partnerschaftsgottesdienst, wobei in der Regel die Texte im Wechsel vom Ghana-Ausschuss bei uns und in Ghana vorbereitet werden.

Nun ging Pfarrer Gerd Stühlinger auf verschiedene Probleme in Ghana ein – allen voran auf den „Friedhof unserer elektronischen Welt“ – Elektroschrott, der sich vor Accra, der Hauptstadt, türmt. Elektroschrott komme auch aus dem Land selbst, der größte Teil jedoch werde aus aller Welt, auch von Deutschland aus, dorthin verschifft. Zwar könnten etliche Menschen durch die Verwertung und Verkauf des Schrottes ihren Lebensunterhalt bestreiten, aber der Schaden für die Umwelt – stinkender, giftiger Rauch durch Verbrennen von Plastik und Einleiten von Müll ins Meer und für die Gesundheit sei immens, so Stühlinger.

Auch Kinderarbeit sei ein Problem. Über 2,2 Millionen seien davon betroffen, zum einen durch die Fischfarmen am Volta-See, zum anderen durch den Kakao-Anbau. Durch die Spottpreise für Kakao am Weltmarkt – pro Tafel Schokolade bleiben einem Bauern und seiner Familie rund sechs Cent – leben die Familien am Existenzminimum. Da sei einfach jede Hand erforderlich. Für die Kinder bestehe die Gefahr von Vergiftungen durch Pestizide, von Schnittverletzungen durch Macheten und von Schmerzen durch die schwere Arbeit. Und zur Schule gehen könnten sie natürlich auch nicht. Zwar gebe es Firmen, die faire Preise zahlen, aber das verhinderenicht die Kinderarbeit, weil das Geld oft nicht bei den Betroffenen lande.

Aber es gebe auch ein erfreuliches Projekt. Ausgehend vom Biosphärenreservat „Schaalsee Elbe“ (Mecklenburg-Vorpommern) sei eine Absichtserklärung auf europäischer Ebene abgeschlossen (zunächst bis 2023) worden, eine intakte Umwelt für den Bosumtwi, einen Kratersee in Ghana, zu erhalten und den sanften Tourismus zu fördern. Dazu hatte Pfarrer Gerd Stühlinger ein afrikanisches Gebet ausgesucht, das die Schönheiten der Natur preist.

Johanna Held verabschiedet

In diesem Gottesdienst wurde auch Johanna Held verabschiedet, die nach zwei Jahren ihre Zeit als Lehrvikarin in der hiesigen Gemeinde mit dem zweiten Staatsexamen und Übernahme in den kirchlichen Dienst („Man hat sie für sehr geeignet befunden“) beendet hat. Pfarrer Stühlinger dankte ihr für ihr Engagement in der Gemeinde, ob etwa für die Konfirmanden, die Pfadfindergruppe oder die Gottesdienstgestaltung. „Unterrichtet haben Sie in Lauda, und da hat man nur Gutes gehört“, ergänzte Pfarrer Stühlinger noch das Arbeitsfeld der scheidenden Vikarin. Zum Abschied bekam sie einen Schirm mit allen Kirchen des Kirchenbezirks geschenkt. „So können Sie sich gut an Ihre Zeit hier erinnern und sich auch im übertragenen Sinn immer beschützt und beschirmt fühlen.“

„Ich hatte eine wunderbare Zeit hier,“ bedankte sich die angehende Pfarrerin, „ich hatte einen tollen Lehrpfarrer, habe mich immer angenommen und gut unterstützt gefühlt. Es hat sich gelohnt hierher zu kommen.“ aba