Tauberbischofsheim

Festgottesdienst Pfarrgemeinde feierte ihren Schutzheiligen Vitus zusammen mit Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch

Der unerschütterliche Glaube hilft den Menschen

Archivartikel

Dittigheim.In der katholischen Kirche wurde der Heilige Vitus gefeiert. Die Pfarrkirche von Dittigheim ist ihm geweiht. Dieses Jahr war der Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch für den Festgottesdienst und für die Festpredigt eingeladen. Somit war dieses Fest ein besonderes Ereignis für Dittigheim. Zusammen mit dem ehemaligen Dekan und Pfarrer Fritz Ullmer und Pater Kasimir Fieden wurde der Gottesdienst feierlich gefeiert.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Birgit Frei wies bei der Begrüßung darauf hin, dass Zollitsch von1951 bis 1960 in Tauberbischofsheim im Konvikt war und dort die Gymnasiumszeit 1960 mit dem Abitur abgeschlossen hat. Deshalb ist ihm das Taubertal und Dittigheim gut bekannt.

Die Festpredigt begann Dr. Zollitsch mit den Worten: „Wenn ich auf der Autobahn von der Höhe ins Taubertal herunterfahre und nach der Silhouette meiner Schulstadt Tauberbischofsheim ausschaue, wird mein Blick von ihrem klassisch barocken Kirchturm gefangen. Turm und Kirche Dittigheims sind nicht nur ein faszinierender Blickfang. Sie sind ein Kleinod, das für die Gemeinde steht. Und diese Kleinod mit seinem nach oben weisenden Turm erinnert uns an das ’Mehr’, wofür jede Kirche steht und weist uns über diese Welt und unseren Alltag hinaus, auf einen anderen, auf Gott, auf den es entscheidend ankommt.“

Dann wies er auf den Heiligen Vitus hin, dessen Patrozinium die Pfarrgemeinde heute feiert. Historisch sei wenig belegt über das Leben des Heiligen Vitus. Dafür rankten sich über ihn viele Legenden. Diese seien auch auf den Deckengemälden der Dittigheimer Pfarrkirche zu sehen. „Hier haben wir vor Augen wie groß und beeindruckend seine Verehrung über all die Jahrhunderte war und bis heute ist. Der Heilige Vitus gehört zu den 14 Nothelfern. Es gibt vieles das unser Können und unsere Kraft übersteigt und uns erfahren lässt, dass wir auf Hilfe von oben angewiesen sind. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich der Populismus und Egoismus sehr in unserer Welt ausbreitet und zum Chaos und zum Untergang führt, benötigen wir Gottes Hilfe um wieder mehr Demut zu erlangen“ sagte Zollitsch. Hier sei der Heilige Vitus ein Vorbild, ein europäischer Heiliger, völkerübergreifend.

Er wurde in Sizilien geboren und kam über Süditalien nach Rom. Sein Leib wurde nach Saint Denis in Paris gebracht. Reliquien von ihm kamen nach Pavia und in den Veits-Dom nach Prag. Zu seiner Ehren wurde der Veits-Dom erbaut. Eine Reliquie kam auch nach Dittigheim. Schon all das zeigt, dass der Heilige europaweit verehrt wird. Der Heilige Vitus hat sich an Jesus Christus orientiert und für ihn gelebt. Auch als er den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde, erschütterte ihn dies nicht. Und er erfuhr, dass Gott auch Macht über die Löwen hat. Ebenso wenig konnte ihn der drohende Kessel mit siedendem Öl nicht von Christus abbringen. Sein Glaube und sein Vertrauen waren nicht zu erschüttern. Und er ruft zu den Menschen zu: „Habt Vertrauen, haltet treu zu Christus. So können wir den Heiligen Vitus zum Vorbild nehmen.“

Nach der Festpredigt wurde die Eucharistie gefeiert zusammen mit Pfarrer Fritz Ullmer und Pater Kasimir Fieden. Der Singkreis Dittigheim und der Chor „Taktvoll“ unter der Leitung von Claudiu Berberich zeigten wieder mit ihren Liedbeiträgen und ihren großartigen Stimmen ihr ganzes Können und bereicherten damit den Festgottesdienst. Ulrike Lauer an der Orgel begleitete alle Lieder mit all ihrem Können wie die Pfarrgemeinde es von ihr seit 29 Jahren gewohnt ist. Ruth Lauer sang als Kantorin nicht nur den Kantorenteil der Lieder sondern auch mit ihrer vortrefflichen Stimme einen Sologesang. Sämtliche Ministrantinnen und Ministranten von Dittigheim durften bei diesem nicht alltälichen Gottesdienst ihren Dienst tun.

Nach dem Festgottesdienst ging traditionsgemäß die Vitus-Prozession auf dem Weg um die Kirche. Thomas Ditzenbach gelang es wieder eine Musikgruppe zu organisieren. So konnte die Prozession musikalisch feierlich begleitet werden. Erzbischof em.

Zollitsch trug die Vitus Reliquie bei der Prozession mit. Die Vitus-Statue wurde von Barbara und Michael Eckert mitgetragen. Nach dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ spendete Zollitsch den bischöflichen Segen. Danach trafen sich die gesamte Gemeinde und Gottesdienstbesucher zum Frühschoppen. emh