Tauberbischofsheim

Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim Erstmals wird in der ersten Septemberwoche eine Sommerschule für Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen eingerichtet

Die Angst vorm Schulwechsel nehmen

Archivartikel

Die Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim hat ein neues Angebot: Die Sommerschule soll Jugendlichen den Übergang in ein berufliches Gymnasium oder zum Berufskolleg erleichtern.

Tauberbischofsheim. „Wir wollen mit der Sommerschule zweigleisig fahren“, erläutert der stellvertretende Schulleiter der Gewerblichen Schule Tauberbischofsheim (GWS), Ralf Scherer, im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. „Zum einen wollen wir den Übergang der Zehntklässler aufs Berufliche Gymnasium erleichtern, zum anderen Acht- und Neuntklässler für Technik begeistern.“ Deshalb würden die Unterrichtseinheiten auch zweigleisig laufen.

Schüler der Klasse 10, die das Berufliche Gymnasium oder ein Berufskolleg besuchen wollen, erhalten vertiefenden Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch sowie Schnupperstunden in Spanisch. Sie bekommen dadurch zusätzliche Zeit, die Lerninhalte aus dem regulären Unterricht zu wiederholen und zu vertiefen. „Wir wollen die Angst vor dem Übergang in die neue Schule nehmen und so auch für eine bessere und schnellere Akklimatisierung in den Schulalltag sorgen“, erläutert Schulleiter Hermann Ruppert.

Für die zweite Gruppe, Schüler der Klassen acht und neun, solle es in der Sommerschule einen Einblick in moderne Technik geben. „Wir wollen den Jugendlichen die Schwellenangst nehmen und sie für die MINT-Berufe begeistern“, sagt Ralf Scherer. „Wir haben ein umfangreiches technisches Programm vorbereitet. Zum Angebot gehört beispielsweise 3D-Druck oder das Programmieren eines Roboters.“

„Es wäre schön, wenn auch weibliche Teenager bei der Sommerschule dabei wären“, hofft Schulleiter Ruppert. Immer noch seien Mädchen und junge Frauen in den MINT-Berufen unterrepräsentiert. Allerdings gebe es durchaus eine kleine Trendwende. Ruppert: „Wir haben das Fach Mechatronik etwas abgeschwächt und als als neues Profilfach Technisches Management eingeführt. Von 23 Bewerbungen sind neun von Mädchen.“ Die Sommerschule sei zudem ein guter Ansatzpunkt, weil man hier zwanglos schnuppern könne.

Doch nicht nur das Lernen steht im Fokus der Sommerschule. „Unsere Idee ist, Lernen und Kreativität mit einem Erlebnis-Pogramm zu verbinden“, führt Ralf Scherer weiter aus. „In der Sommerschule sollen sich die Kids und Jugendlichen auch selbst kennenlernen – jenseits von Klassenarbeiten und Pauken.“ So stehen am Nachmittag gemeinsame Aktivitäten wie Selbstverteidigung, Klettern im Boxberger Waldseilgarten, optimale Prüfungsvorbereitung, DLRG-Schlauchbootfahrt und ein gemeinsames Grillen auf dem Stundeplan.

Alle Aktivitäten, Eintritte und Mittagessen sind kostenlos. Während am Vormittag der Unterricht für die Zehntklässler einerseits und die Acht- und Neuntklässler andererseits getrennt abläuft, werden die Aktivitäten gemeinsam in Angriff genommen.

Die Einrichtung in Tauberbischofsheim ist eine von wenigen Gewerblichen Schulen in Baden-Württemberg, an der Schüler in der letzen kompletten Ferienwoche von Montag, 2., bis Freitag, 6. September, lernen können. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt.

„Das Erfolgsrezept ist eine gelungene Kombination von Lern- und Erlebnisinhalten“, lobt auch Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann das Projekt.