Tauberbischofsheim

Ermittlungen sind abgeschlossen Ein Polizeihauptmeister muss sich in Kürze vor dem Würzburger Landgericht verantworten

Die Staatsanwaltschaft wird Anklage erheben

Main-Tauber-Kreis/Würzburg.Ein bislang noch suspendierter Polizeihauptmeister (wir berichteten), der im Main-Tauber-Kreis beschäftigt war, wird vor dem Landgericht Würzburg angeklagt. Dies bestätigte der Würzburger Rechtsanwalt Dr. Hanjo Schrepfer aus der gleichnamigen Kanzlei auf Anfrage den Fränkischen Nachrichten.

Allerdings könne er zum jetzigen Zeitpunkt, nachdem die polizeilichen Ermittlungen in der Zwischenzeit abgeschlossen sind, noch nicht sagen, was dem Beamten genau vorgeworfen wird. Dies habe die Staatsanwaltschaft schlussendlich noch nicht kommuniziert. Im Raum stehen unter anderem die Bereiche Betrug, Veruntreuung, eventuell gefährliche Körperverletzung sowie Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der Beamte soll „sich im Rahmen freiwilliger Fürsorge“ um einen älteren Mann, der Anfang des Jahres gestorben ist, unberechtigt in den Besitz größerer Geldsummen aus dessen Vermögen gebracht haben, so erklärte bereits im Januar der Würzburger Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Behörde, Boris Raufeisen. Hierbei soll es sich um eine fünfstellige Summe gehandelt haben. Bei den Ermittlungen sei zudem ein unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln festgestellt worden.

Der Polizeibeamte habe, so hatte Dr. Schrepfer damals kundgetan, bei seinem Vermieter in einer unterfränkischen Kommune „ob seines Berufsstandes“ großes Vertrauen hervorgerufen, was es ihm vereinfacht habe, an das Geld des Seniors zu kommen. Er habe es erreicht, sich offiziell in treuhänderischer Absicht anzunähern, um seine Hilfe anzubieten. Letztlich soll es ihm jedoch nur darum gegangen sein, an Teile des Vermögens zu gelangen.

Der Beamte soll seinem Vermieter versichert haben, für ihn zum Beispiel Rechnungen an die Krankenkasse oder für therapeutische Behandlungen zu überweisen, nachdem er zwischenzeitlich sogar eine Kontovollmacht erhalten hatte. Daraufhin sei es auch zu mehreren größeren Geldtransaktionen gekommen – meist auf das Konto des Beamten.

Schließlich waren Angehörige des Schwerkranken aufmerksam geworden, hätten einen Rechtsanwalt hinzugezogen und so den Fall ins Rollen gebracht. Bei Durchsuchungsaktionen seien dann mehrere Tausend Euro in Bar sichergestellt worden, darüber hinaus eine nicht unerhebliche Menge an Rauschgift.

Nachdem Anklage erhoben wird, könnte womöglich schon in zwei bis drei Monaten vor dem Würzburger Landgericht verhandelt werden.