Tauberbischofsheim

Richard-Trunk-Musikschule Instrumentenvorstellung und Auftritte verschiedener Gruppen beim Tag der offenen Tür

Die Vielfalt der Musik bereitete allen Freude

Archivartikel

Tauberbischofsheim.„Ich will das silberne Ding da probieren“, verkündet Anna energisch bei der Instrumentenvorstellung am Tag der 0ffenen Tür der Richard-Trunk-Musikschule. „Das Ding ist das Kopfstück einer Querflöte“ wird ihr erklärt. „Flöte kann ich“, trumpft die Kleine auf und noch ehe die Lehrkraft ihr die Handhabung zeigen kann, nimmt sie ihr das Teil aus der Hand, sucht das Mundstück und pustet hinein.

Nichts passiert. Verstimmt gibt Anna das Kopfstück zurück. „Geht ja gar nicht!“ „Doch“, erläutert ihr die Lehrerin geduldig, „schau, so musst du die Lippen halten und dann ganz leicht blasen.“ Tatsächlich. Es kommt ein Ton. „Mama, ich kann Querflöte spielen“, posaunt Anna durch den Raum, drückt der verdutzten Lehrerin das Teil in die Hand und entschwindet Richtung Kuchentheke, vermutlich, um sich ihre erfolgreichen Bemühungen versüßen zu lassen.

Aber es gab ja noch eine Menge anderer Instrumente, die man einmal auszuprobieren konnte. Da ging es etwa darum, wie man den Bogen bei Geige, Bratsche oder Cello führt, wie man die Gitarre hält und wie dabei die Saiten gezupft werden oder wie man in eine Trompete oder Oboe blasen muss, damit ein Ton entsteht. Klarinette, E-Gitarre, Saxofon und Blockflöte konnten die Kinder ebenso ausprobieren, oder versuchen, kleine Melodien auf dem Klavier, Keyboard oder Akkordeon zu spielen.

Besonderen Spaß machte auch das Schlagzeug, bei dem so mancher künftige Drummer schon erstaunliches Rhythmusgefühl bewies. Hochkonzentriert waren die meisten da bei der Sache, waren die ungewohnte Handhaltung, Fingerspreizung oder Armführung doch gar nicht so leicht zu bewältigen. Aber Spaß hat es allen gemacht, schließlich hatten sie ja schon gehört, wie toll die Instrumente klingen können, wenn man tüchtig übt.

Begonnen hatte der Nachmittag mit einer bunten fröhlichen Zirkustruppe (der musikalischen Früherziehung), die, begleitet von einem schmissigen Marsch der Bläserklasse der Realschule, auf die Bühne der Stadthalle zog. In der „Manege“ zeigten die verschiedenen Gruppen dann stolz ihre „Kunststücke“: da galoppierten die dressierten Pferdchen durch die Runde, balancierten die eleganten Tänzerinnen anmutig auf dem Seil, erhoben sich die so gar nicht schwerfälligen Elefanten auf die Hinterbeine (klanglich untermalt von Kontrabass und natürlich der Trompete) und sprangen die mutigen Löwen durch einen brennenden Reifen. Nach dieser fulminanten Vorstellung gab’s eine tiefe Verbeugung all der kleinen Artisten, bevor sie mit ihrer Lehrkraft Jolanta Lewandowski wieder auszogen.

„Das war ja wirklich eine tolle Begrüßung unserer Gäste,“ lobte Schulleiter Johannes Wienand die kleinen Künstler und betonte, so eine schöne Aufführung schon lange nicht mehr gesehen zu haben. Im übrigen freute er sich, dass sich trotz des schönen Wetters so viele Gäste zum Tag der 0ffenen Tür hatten einladen lassen. „Wir alle, Lehrkräfte und Elternbeirat, haben uns aber auch wieder viel Mühe gegeben, Ihnen einen schönen Nachmittag bereiten zu können“, fuhr er fort und dankte allen Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement.

Weiter ging es dann mit Aufführungen weiterer verschiedener Instrumentalgruppen. Nach einem fetzigen Schlagzeug-Duo stellten sich zwei Ensembles vor: die Bläserklasse der Realschule und die Streicherklasse des Gymnasiums, die beide schon mit reifen Leistungen überzeugen konnten und sich reichen Beifall erspielten.

Am Ende wurde es noch einmal spannend. Beim Ausprobieren der unterschiedlichen Instrumente hatten die künftigen kleinen und größeren Musiker Punkte sammeln können, die sie bei der (von der Tauberbischofsheimer Geschäftswelt gespendeten) Tombola in ein tolles Geschenk eintauschen konnten.

Ein gelungener Nachmittag, der die Vielfalt der Musikschule zeigte, und bewies, wie viel Freude Musik machen kann. aba