Tauberbischofsheim

„Charity trifft Comedy“ Round Table veranstaltete einen Abend mit dem „Lachsachverständigen“ Dr. Oliver Tissot in der Stadthalle

Die Welt auf fränkisch erklärt

Der Round Table Club Tauberbischofsheim veranstaltete einen unterhaltsamen Abend in der Tauberbischofsheimer Stadthalle, und die Gäste konnten dabei auch noch etwas Gutes tun

Tauberbischofsheim. Weltweit gibt es rund 35 000 Round Tabler, etwa zehn Prozent davon in Deutschland und gut 20 Männer zwischen 18 und 40 Jahren im Tauberbischofsheimer Club. Sie alle verstehen sich als „Service Club“. Organisiert nach amerikanischem Vorbild trifft man sich regelmäßig zu „Table Abenden“ unter dem Motto: „Wir tun Gutes und lassen es uns gut gehen, weil wir wissen, dass es uns besser geht als anderen“.

Past-Präsident Thomas Englert brachte den über 200 Besuchern in der Tauberbischofsheimer Stadthalle die Gedanken hinter Round Table näher. Er verwies auf die vielen Aktivitäten, mit denen sich der Club in der Region engagiert. So hatte man im vergangenen Jahr ein feuerrotes Spielgerät für Kinder in der Tauberbischofsheimer Fußgängerzone im Klosterhof aufgestellt, das natürlich selbst gebaut worden war. Round Tabler legen eben selbst Hand an, sagte Englert mit dem Blick zu seinen Kollegen im Hintergrund der Halle, die sich um Essen und Trinken für die Gäste bemühten.

Bekannt ist der Club durch sein Fest: „Live im Klosterhof“, welches immer im Juni stattfindet oder seit neuestem auch durch die Versendung einer Bücherkiste an alle einjährigen Kinder im Kreis in Zusammenarbeit mit den örtlichen Büchereien.

„Den Klassiker“, so Englert, „unseren Adventskalender kennt sicher jeder. In einer Auflage von 3000 Stück sind viele Preise hinter den einzelnen Türchen versteckt und mit dem Erwerb tut man auch noch etwas Gutes für die Region.“ Der Kalender sei derzeit wieder in vielen Geschäften im mittleren Taubertal erhältlich, schloss Englert den Werbeblock und leitete zum Stargast des Abends über.

Der „Lachverständige“ Dr. Oliver Tissot trat in der Reihe „Charity trifft . . .“ auf. Vor zwei Jahren traf Charity die Wissenschaft in Person von Professor Eisele von der Uniklinik Würzburg, nun eben Oliver Tissot als Comedian, „Charity trifft Comedy“ hieß es also 2018.

Der Nürnberger Wortakrobat ist durch zahllose Fernsehauftritte, vor allem durch die Faschings-Kultsendung „Fastnacht in Franken“, bekannt geworden, tritt aber auch auf vielen Bühnen im deutschsprachigen Raum auf. Der Meister des Schnellsprechens und des hintergründigen Humors begeisterte in Tauberbischofsheim in der Stadthalle.

Immer wieder ließ er lokale Themen in sein Programm einfließen. „Tauberbischofsheim liegt in einem Franken, das eigentlich gar nicht zu Franken gehört“ oder „der Schlachthof wird wieder aufgemacht für das olympische Komitee“, waren nur zwei Beispiele. Letztere Aussage bezog sich auf den Entzug des Olympiastützpunktes der Fechter, welcher die Stadt hart getroffen habe, fand Tissot. Da wurde Tauberbischofsheims Bürgermeister vom Fackelläufer zum „Vockel-Läufer“ umfunktioniert oder der Hinweis an die Besucher, dass man die Round Tabler ärgern kann, wenn man bis zum Morgengrauen auf seinen Stühlen sitzen bleibt.

Den Tipp mit dem berühmt werden, wenn man gemeinsam die Stadthalle abbrennt und damit für Schlagzeilen sorgt, befolgte zum Glück niemand. Dafür wurde viel und herzhaft gelacht an diesem Abend. Tissot ließ eine Wortkanone nach der anderen heraus und immer saßen die Pointen.

Es sind besonders die Wortspiele, die ihm immer wieder einfallen und die für Staunen im Publikum sorgen. Er nutzt die fränkische Sprache, um die Welt zu erklären genauso, wie er findet, dass Minister alle „Ministars“ sind. Im Dialekt klingt das fast gleich.

Als Oliver Tissot dann von der Bühne steigt und direkt im Publikum ankommt, beginnt ein neuer Anschlag auf die Lachmuskeln. Er spricht die Besucher direkt an und macht aus ihren Aussagen in Sekundenbruchteilen einen Witz mit Niveau.

Das gelingt nicht vielen in der Branche und so verlangt das Publikum am Ende nach einer rasanten Zugabe, die Tissot gerne gibt, allerdings mit einem nachdenklichen Akzent. Er wünscht sich eine Welt in der mehr gelacht wird, denn dann sind die Menschen glücklicher.

Nicht ganz so viel Glück hatten die Teilnehmer des Gewinnspiels der Round Tabler Tauberbischofsheim. Man sollte schätzen, wie viele Bälle sich in dem vor der Halle geparkten Pkw liegen. Wer die genaue Zahl errät, bekommt das Auto geschenkt, hieß der Preis. Doch keiner kam auf die genaue Zahl, so dass Thomas Englert nur blieb, den drei Personen mit der nähesten Schätzung als „Trostpreis“ einen Adventskalender der Round Tabler zu überreichen.