Tauberbischofsheim

Lions Quest Im Seminar „Erwachsen handeln“ gab Johannes Ott Lehrkräften Tipps, wie sie Jugendliche bei der Persönlichkeitsausbildung unterstützen können

Ein Handwerkskoffer mit Steuerungsinstrumenten

Tauberbischofsheim.Die Lions-clubs aus Tauberbischofsheim und Wertheim veranstalteten in den Räumen und mit Unterstützung der VS sowie finanzieller Unterstützung vom Hilfswerk der Deutschen Lions das Seminar „Lions Quest – Erwachsen werden“. Rund 25 lehrer ließen sich von Trainer Johannes Ott unterrichten, wie sie ihre Schülern zu einer positive Lebenseinstellung führen können.

Lions-Quest ist ein Präventionsprogramm zur Förderung sozialer Kompetenzen, das seit 1994 in Deutschland angewendet wird. Es will die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen stärken und soziale, emotionale und kommunikative Fähigkeiten aufbauen. Dadurch sollen die jungen Menschen Rüstzeug erhalten, um für die herausforderungen und Risiken des Alltags besser gewappnet zu sein. Der englische Begriff „Quest“ umreißt das forschende Suchen während der Persönlichkeitsausbildung. Dabei werden Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Engagement gestärkt. Deshalb richtet sich das Seminar auch an Pädagogen, die die Jugendlichen während des schwierigen Prozesses des heranwachsens begleiten und neben den Eltern wichtige Bezugspersonen sind. Für die Lehrer gibt es drei Lions-Quest-Seminar: „Erwachsen werden“, „Erwachsen handeln“ und „Zukunft in Vielfalt“. „Erwachsen handeln ist für Schüler von 15 bis 21 Jahre gedacht und aus fünf Modulen, Menschen- und Grundrechte, Demokratie und Beteiligung sowie Zusammenarbeit in Gruppen, aufgebaut.

Spaß kam nicht zu kurz

Trainer Johannes Ott, auch im Lehrerberuf tätig, gab den Teilnehmern einen Werkzeugkoffer mit Steuerungsinstrumenten zur Gruppenentwicklung und Methoden zur Weiterbildung an die Hand, die im Unterricht eingesetzt werden können. Auch der Spaß kam, beispielsweise bei gruppendynamischen Aktionen nicht zu kurz. So mussten die Pädagogen als Lions-Quest-Orchester gemeinsam mit Kunststoffröhren musizieren.

Integraler Bestandteil von Lions Quest ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus. Im Fokus des Programms stehen Lehrer. Sie werden in den mehrtägigen Seminaren nicht nur mit theoretischem Wissen versorgt, sondern erfahren auch seine Wirkungsweise in weniger traditionellen Unterrichtsformen wie Interaktionsspielen oder Fantasiereisen.

Die Resultate von Lions Quest sind nach Angaben der Veranstalter überzeugend: Aufgrund eines erhöhten Selbstwertgefühls sei eine deutliche Veränderung des allgemeinen Verhaltens der Jugendlichen zu bemerken. Seie würden verantwortungsvoller und solidarischer miteinander umgehen und die Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen würde sich deutlich verbessern. Auch sei eine bewusstere und kritischere Einstellung zu Suchtmitteln, einschließlich Alkohol und Zigaretten feststellbar. Nicht zuletzt könnten auch eine höhere Lernbereitschaft, ein verbessertes Gruppenverhalten sowie der Abbau von Aggressionen in den Schulklassen vermerkt werden.