Tauberbischofsheim

Kleinkunst Bauchredner Sebastian Reich und seine Nilpferd-Dame Amanda gastierten am Sonntag mit ihrem Programm „Glückskeks“ in der Stadthalle

Ein Paar auf der Suche nach dem Glück

Archivartikel

Sebastian Reich und seine Nilpferd-Dame Amanda sorgten mit ihrem neuen Programm „Glückskeks“ am Sonntag in der Stadthalle für glückliche Gesichter im Publikum.

Tauberbischofsheim. Eine höchst vergnügliche, unterhaltsame und lustige Show präsentierte am frühen Sonntagabend in der fast ausverkauften Stadthalle in Tauberbischofsheim der Bauchredner Sebastian Reich mit seinem Nilpferd Amanda und seinem aktuellen Programm „Glückskeks“.

Der aus Würzburg stammende Sebastian Reich entdeckte durch seinen Onkel, der Bauchredner Peter Volpert, seine Leidenschaft zu dieser Sprechkunst. Einem größeren Publikum wurde Reich als „Pierre Ruby“ bekannt, ein Künstlername, den er ebenfalls von seinem Onkel übernommen hatte und mit dem er bis 2014 auftrat. Ganz besonderen Bekanntheitsgrad erlangte Reich seit 2011 durch seine regelmäßigen Bauchrednerauftritte bei „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim mit der Nilpferd-Puppe Amanda. Darüber hinaus war er im Fernsehen unter anderem bei „Ottis Schlachthof“ und „Kabarett aus Franken“ zu Gast. Nach „Bauchlandung“ (2012 bis 2014) und „Amanda packt aus!“ (2014 bis 2017) ist „Glückskeks“ (seit 2017) das dritte Bühnenprogramm des einzigartigen Duos.

Was ist Glück?

Ist ein eingeschweißter Keks gefüllt mit einem Zettel samt Sinn(los)-Spruch wirklich ein Weg, über den das Glück mit uns kommunizieren möchte? Was ist Glück überhaupt und wo gibt es das? Und ist Glück vielleicht sogar der Lebenssinn? Auf diese und viele weitere Fragen sucht Amanda in dem neuen Programm „Glückskeks“ dringend eine Antwort und das tut sie erneut auf ihre unnachahmliche Art und Weise.

„Menschen ohne Nachnamen sind Superstars“, meint sie zum Auftakt und nennt reihenweise Beispiele dafür, wie etwa Madonna, Eminem sowie „Poldi“ und „Schweini“. „Du hast einen“, entgegnete Amanda Sebastian Reich verbunden mit der Frage, weshalb die einleitende Stimme Horst Seehofers (alias Wolfgang Krebs) neben ihr auch ihren Bühnenpartner Reich präsentiert habe.

„Da denkt doch fast jeder, dass wir verheiratet seien“, fügt Amanda kokettierend hinzu. Neben allem quietscht Amanda immer wieder ihr Lieblingswort „Spezifisch“ – das komme nämlich heraus, wenn sich der „Colafisch“ mit dem „Fantafisch“ zusammentue.

Fantasiereiche Fahrübungen

In ähnlicher Manier kalauert sich das Duo von einer Nummer zur anderen, wie etwa bei der Suche nach Antworten auf die Fragen nach dem Glück. Für Amanda scheint ein namentliches Glück darin zu liegen, beim „Chinesen“ sechs Hauptgerichte und dann noch zusätzlich ein Spezialgericht zu bekommen. „Und welches“, fragt Reich. „Miau!“, erwiderte die Nilpferddame kurz und knapp. „Das kann nicht wahr sein!“ - „War nur ein Scherz, es war nämlich Hund“. Insbesondere mit solchen Dialogen und Gags bring das Duo das Publikum, darunter viele Eltern mit ihren Kindern, geradezu serienweise zum Lachen.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die smarte Nilpferd-Dame reifer geworden ist und mit beiden Beinen voll im Leben steht. Unter anderem will sie den Führerschein machen, so dass sie mit ihrem Bühnenpartner fantasiereich Fahrübungen simuliert. Zudem will sie endlich ein eigenes Handy bekommen – am liebsten mit Zubehör, nämlich einer Freisprechanlage nebst dem entsprechenden Auto dazu. Oder bedeutet Geld Glück? Dieser Frage geht Reich bei einem Zaubertrick mit einem Geldschein eines Zuschauers namens Mark nach. Die Interaktionen und die ebenfalls gänzlich lustigen Spontandialoge mit Besuchern sind gleichsam erneut ein besonderes Markenzeichen Amandas und Reichs, mit denen sie das Publikum begeistern und deren Lachmuskeln massieren.

Zwei neue Figuren dabei

Neben Amanda gibt es bei „Glückskekse“ auch zwei neue Figuren auf der Bühne, die jede Menge Glücksmomente, Überraschungen und ein musikalisches Highlight auf Lager haben. Zum einen war dies „Herr Pick Nick“, ein großes, rosa Glückschwein, das bislang weder selber Glück hat noch jemanden gebracht hat, nämlich zum Beispiel weder in Würselen Martin Schulz noch in Wolfsburg VW oder in Hamburg dem HSV. Als „Pick Nick“ jedoch mit einem Lied beim Publikum begeisterte Reaktionen auslöst, hat es erstmals sein Glück gefunden.

Ebenfalls neu ist der alte Herr Amor, der Amanda mit Mark zu verkuppeln versuchte. Bereits von Beginn an und damit seit 16 Jahren auf der Bühne mit einem kurzen Gastspiel dabei ist abermals der Esel, der inzwischen gleichsam seriöser geworden ist und sein Glück gefunden hat, nämlich als Trauerredner mit Wortspielen.

Am Ende sind offenbar alle glücklich, nebst den bereits Genannten zum einen Amanda in ihrem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift „glücklich“, die zum Abschluss gemeinsam mit Reich und den Besuchern zum zweiten mal an diesem Abend das Lied „Schubidubidu“ anstimmt, und ebenfalls das zahlreiche Publikum, denn auch das Programm „Glückskeks“ ist wie die beiden vorangegangenen Programme wieder für alle Altersklassen und ganze Familien.

Vom kleinen Amanda-Fan bis hin zum erwachsenen Comedy-Liebhaber ist der Auftritt am Sonntag ein absoluter Humor- und Lachgenuss der Extraklasse.