Tauberbischofsheim

Evangelisches Gemeindefest Zusammenkunft stand unter dem Motto „Gemeinde als Ort der Teilhabe, Beteiligung und Resilienzförderung“

Ein Zeichen für gelebte Gemeinschaft

Archivartikel

Trotz der großen Hitze war das Fest der evangelischen Gemeinde gut besucht. Der Gedanke der Gemeinsamkeit stand dabei im Mittelpunkt.

Tauberbischofsheim. Wenn man sich im Sommer zum Gemeindefest trifft, kann man sich schon einmal fragen, was Gemeinde eigentlich bedeutet. So könnte man sie etwa mit einem Gebäude vergleichen mit einem stabilen Fundament und einer tragfähigen Decke mit einem Eck- oder Schlussstein, der die Stabilität gewährleistet. Oder mit einer Hausgemeinschaft, in der es keine Rolle spielt, wo einer herkommt, was eine beruflich tut, und wo es keine Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt, worum es dabei auch immer gehen mag.

Man kann Gemeinde aber auch leben, anders als das Abliefern von Beschreibungen geht das aber nicht allein, das geht nur gemeinsam. Und dieses lebendig werden lassen konnten die Gottesdienstbesucher dann auch gleich in die Tat umsetzen, konnten miteinander in Kontakt treten. Dazu waren zuvor im Rahmen des Projekts „Gemeinde als Ort der Teilhabe, Beteiligung und Resilienzförderung“ Postkarten mit ansprechenden Bildern hergestellt worden, die auf den Tischen lagen. Die konnte man dann an den oder die weitergeben, denen man „Du bist nicht allein“, „Du schaffst das“ oder „Hallo Nachbar“ sagen wollte.

Und da war kaum jemand, der sich von dieser guten Idee nicht anstecken ließ und mit manch freundlichen oder ermunternden Wort eine – oder auch mehrere Karten –weitergab.

„Gemeinde kann man beschreiben. Oder eben leben“ erklärte Pfarrer Gerd Stühlinger dazu. Auch über den Tag des Gemeindefestes hinaus. Die Karten, die man auch im Pfarramt oder in der Kirche bekommen kann, sollen dabei helfen, Gemeinde in Bewegung zu bringen, wollen versuchen, anderen eine Freude zu machen – je nachdem, in welche Situation der andere, die andere gerade ist. „Ich bin sicher, dass Sie, liebe Gemeinde, viele Gelegenheiten entdecken werden, diese Grüße weiterzugeben und damit viele zu überraschen.“

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor (Leitung Erich Lenz), sowie dem Männergesangverein „Liederkranz“ (Leitung Mechthild Geiger), der mit Liedsätzen wie „Singt Dankeslieder“, „Glaube, Liebe, Hoffnung“ oder „Die Himmel rühmen“ den Gottesdienst bereicherten.

Mit flotten Melodien, so manchem Oldie unterhielt dann die Stadt- und Feuerwehrkapelle (Leitung Gustav Endres) die Anwesenden und luden immer wieder zum Mitsummen ein.

Am frühen Nachmittag stellten dann die Jüngsten der Gemeinde ihre selbstgewählte Geschichte vom „Regenbogenfisch“ ihren Eltern, Großeltern und Gemeindegliedern vor und wussten dabei ihr Publikum mit ihrem Spiel zu begeistern. „Weit draußen im Meer lebte ein Fisch. Es war kein gewöhnlicher Fisch, nein, er war der allerschönste Fisch im ganzen Ozean“. So begann die Geschichte von dem Fisch mit dem Schuppenkleid, das in allen Regenbogenfarben schillerte und den deswegen alle anderen bewunderten.

Vergeblich wünschten sie sich von ihm eine kleine Glitzerschuppe, schließlich hatte er doch so viele davon. Er gab aber keine her. So war er schließlich der einsamste Fisch im ganzen Ozean, weil mit so einem Geizkragen keiner was zu tun haben wollte. So schenkte er schließlich doch den anderen Fischen eine Glitzerschuppe, weil er erst durch seine Einsamkeit zu der Erkenntnis gekommen ist, dass es schöner ist zu teilen als alles für sich zu behalten.

Die Kinder hatten sich zu ihrer Aufführung mit wunderschönen Kostümen, die sie zusammen mit den Erzieherinnen und wohl auch Unterstützung des einen oder anderen Elternteils - bedruckt oder gebastelt hatten, in verschiedene Meeresbewohner wie Fisch, Seestern oder Oktopus verwandelt. Reizend anzuschauen auch die Tänze, die sie dazu aufführten

Dank vieler fleißiger Helfer war die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes gut beschirmt und so konnten zumindest die kleinen Akteure, aber auch die meisten Zuschauer im Schatten sein. Auch die Kinder der musikalischen Früherziehung der Richard-Trunk-Musikschule (Leitung Jolanda Lewandowski) waren dabei und begleiteten (neben der Gitarre) die Lieder wie „Bunter Regenbogenfisch, du leuchtest wunderbar“ oder „Traurig bin ich und allein“ auf dem Xylophon, dem Glockenspiel und mit der Rassel.

Eine rundum gelungene Aufführung, die reichlich Beifall bekam und ein dickes Dankeschön von Pfarrer Stühlinger. Anschließend bekam noch der Kinderflohmarkt der Kindertagesstätte reichlich Besuch und so manches der Kinder zog stolz mit seinem neu erworbenen Spielzeug oder Kinderbuch davon. Trotz der doch recht hohen Temperaturen hatte das Gemeindefest wieder guten Zuspruch gefunden – wenn sich auch viele in den kühleren Gemeindesaal zurückgezogen hatten. Doch letztendlich hatten sich aber alle hatten in Bewegung bringen lassen, so wie Pfarrer Stühlinger das im Gottesdienst angesagt hatte. aba