Tauberbischofsheim

Denkmal Wegkreuz an der Bushaltestelle Dittigheim Richtung Distelhausen hat eine interessante Geschichte / Nach Bauarbeiten wieder am alten Standort aufgestellt

Ein Zeugnis innigster Frömmigkeit

Archivartikel

Das Dittigheimer Wegkreuz hat eine lange und interessante Geschichte. 1789 wurde es, wie man auch heute noch auf dem Sockel sehen kann, errichtet.

Dittigheim. Auf das repräsentativ gestaltete und stattlich dimensionierte Wegkreuz lief der Weg bis 1870 über die steinerne Bogenbrücke von Dittigheim kommend über die Tauber der Landstraße zu. Durch die damals erfolgte Straßenverlegung hat das Kreuz seine hervorragende Situation eingebüßt. Aber durch die gut ausgebaute Landstraße von Dittigheim Richtung Distelhausen steht das Wegkreuz heute wieder an einer markanten Stelle, die von der Bushaltestelle aus gut sichtbar ist.

Der heutige Korpus mit der deutlichen Zahl 1789 ist ein Abguss, geschaffen durch die Firma Lieb, Gerlachsheim. Das Wegkreuz wurde 1956 im Auftrag der Familie Schnurr renoviert. Zwischenzeitlich hat, durch den Zahn der Zeit, das Wegkreuz und der Korpus sehr gelitten. Deshalb hat der Heimatverein Dittigheim 2008 über die Stadt Tauberbischofsheim den Antrag auf die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zur Renovierung an das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart gestellt.

Nachdem aber für das Jahr 2009 zu wenig Mittel für den Denkmalschutz von der Landesregierung gestellt wurden, konnte kein Zuschuss für die Renovierung des Wegkreuzes genehmigt werden. Laut Landesdenkmalamt wurden Anträge in Höhe von rund 18,3 Millionen Euro gestellt, aber es standen nur 12,9 Millionen Euro zur Verfügung. Dies war das erste Mal, dass der Heimatverein Dittigheim für die Bildstöcke, Feldkapellen und Wegkreuze, die in den letzten Jahren renoviert wurden, keinen Zuschuss erhalten hat.

Daraufhin hat der Heimatverein Dittigheim und die Familie Klaus Schnurr die Kosten von rund 5600 Euro übernommen. Die Firma Fleck aus Tauberbischofsheim hat dann im Dezember 2009 den Auftrag erhalten, die Renovierung des Wegkreuzes mit Sockel und Korpus nach den Vorgaben des Landesdenkmalamts durchzuführen.

Durch den langen Winter haben sich die Arbeiten verzögert. Am 29. April 2010 wurde das Kreuz an der alten Stelle wieder sachgemäß aufgestellt. Das Kreuz erstrahlte somit wieder im alten Glanz und lädt zu einer kurzen Rast und zu einem Gebet ein. Außerdem wird wieder bei der jeweiligen Flurprozession an Christi Himmelfahrt die vierte Station dort gebetet.

Die beiden großen Bäume wurden im Herbst dann entfernt und durch kleine ersetzt, die auch weiter wegstehen. Somit ist das Kreuz vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt und stand wieder sichtbar im Vordergrund. Der Grund für die Aufstellung des Wegkreuzes ist heute nicht mehr bekannt und auch der Stifter ist unbekannt. Es zeigt aber die Volksfrömmigkeit aus dem 18. Jahrhundert. Pfarrer Wolfgang Streicher segnete am 22. August 2010 bei einer Feier das neu errichtete Wegkreuz unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Dittigheim. Er sprach die Wichtigkeit des Kreuzes für die Christen an und wie er ausführte, ist es im heutigen Deutschland sehr wichtig, die christlichen Werte aufrecht zu erhalten. So zeigen die Wegkreuze immer einen wichtigen Teil der Kultur an. Danach trug er eine entsprechende Lesung aus der Bibel vor. Die Feier wurde von der Musikkapelle Dittigheim umrahmt mit passenden Liedern. Danach nahm Pfarrer Streicher die Weihe des Kreuzes vor mit einem Gebet und mit Weihwasser. Emil Hönninger trug die Geschichte des Wegkreuzes vor, die bis dahin bekannt ist.

Im Jahr 2015 wurde das Projekt der Neuausrichtung der Wasserversorgung im Taubertal in Dittigheim mit dem entsprechend Neubau begonnen. Damit beim Bau der Wasserversorgungsanlage durch den Einsatz der Baumaschinen und der nötigen Lkw das Wegkreuz nicht beschädigt wird, wurde es durch die Firma Fleck abgebaut, renoviert und nun wieder an der alten Stelle errichtet. Somit ist dieses wichtige Kulturgut vor Schaden geschützt wieder aufgestellt. emh