Tauberbischofsheim

Kindertagespflege im Landkreis Landrat Reinhard Frank besuchte Einrichtung in Dittigheim / Interessierte zu Engagement als Tagespflegepersonen aufgerufen

„Eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben“

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Landrat Reinhard Frank ruft Interessierte dazu auf, sich als Tagespflegemütter oder -väter zu betätigen. Um auf das Thema aufmerksam zu machen, hat er die Tagespflegestelle „Eulenwiese“ in Dittigheim besucht und sich bei der Betreiberin Sibille Irmer bedankt – stellvertretend für alle Tagespflegemütter und -väter im Main-Tauber-Kreis.

Sibille Irmer leiste aus Sicht von Jugendamt und Tageselternverein seit langer Zeit hervorragende Arbeit, so wie viele andere Tagespflegepersonen im gesamten Landkreis auch. Kinder seien die Zukunft der Gesellschaft.

„Die Tageseltern übernehmen damit eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben“, sagte der Landrat. Als vierfacher Familienvater wisse er, dass gute Kinderbetreuung eine große Herausforderung ist. Gleichwohl müssten oder wollten die meisten Eltern nach der Geburt ihrer Kinder schnell wieder arbeiten gehen. „Deshalb werden Betreuungskräfte händeringend gesucht.“

Gute Betreuungsmöglichkeiten seien ein Anreiz für junge Paare, eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen. Begleitet wurde Landrat Frank von Jugendamtsleiter Martin Frankenstein und Mitarbeiterin Vanessa Bitterer aus dem Sachgebiet Pflegekinder- und Adoptionsdienst. Sibille Irmer arbeitet seit fünf Jahren in der Kindertagespflege. Seit 2017 übt sie ihre Tätigkeit im Wohnhaus ihrer Familie aus. Das gesamte Erdgeschoss wurde hierfür umgebaut. Irmer hat die Erlaubnis, fünf Kinder zur gleichen Zeit zu betreuen und tut dies regelmäßig. Montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr, am Freitag bis zur Mittagszeit ist sie für die Schützlinge da. Insgesamt acht Kinder unter drei Jahren sind angemeldet, die Eltern teilen sich die Plätze.

Aufgrund der naturnahen Lage der Wohnung verbringt sie mit den Kindern viel Zeit bei Aktivitäten im Freien. Lediglich vier Wochen Urlaub gönnt sie sich im Jahr.

Die Tätigkeit als Tagesmutter habe sie angestrebt, seit es diese Form der Kinderbetreuung neben Kitas und Krippen gibt. Sibille Irmer berichtete, dass die Eltern sehr dankbar für ihre Arbeit seien. So könnten sie beruhigt zur Arbeit gehen, da sie den Nachwuchs in guten Händen wissen. Es sei wichtig, sich als Tagesmutter gut mit den Eltern zu verstehen.

Jugendamtsleiter Martin Frankenstein wies darauf hin, dass die Vertretungsregelung bei Tageseltern häufig noch eine „offene Baustelle“ sei. Das Jugendamt versuche derzeit, in Kooperation mit dem Tageselternverein Main-Tauber-Kreis tragfähige Lösungen für Krankheits- oder Ausfallzeiten der Tageseltern zu entwickeln.

Mitarbeiterin Vanessa Bitterer machte deutlich, dass an die Kindertagesbetreuung hohe Anforderungen gestellt werden. Interessenten müssen ihre persönliche Eignung nachweisen, Führungs- und Gesundheitszeugnis vorlegen und über geeignete Räume verfügen. Zudem ist eine Qualifizierung durch einen Kurs mit 160 Unterrichtseinheiten beim Tageselternverein Main-Tauber-Kreis notwendig.

Da die Tagespflege im familiären Rahmen stattfinden soll, ist diese Betreuungsform auf maximal fünf Kinder je Pflegeperson begrenzt. Das Jugendamt erteilt, sofern alle Voraussetzungen vorliegen, die Pflegeerlaubnis und übernimmt die Abrechnung. Die Eltern leisten einen Beitrag, die übrigen Kosten trägt das Jugendamt. Insgesamt bestehen rund 300 Tagespflegeverhältnisse im Main-Tauber-Kreis.

Abschließend wies Jugendamtsleiter Martin Frankenstein darauf hin, dass das Jugendamt aktuell auch geeignete Vollzeitpflegefamilien sucht. lra