Tauberbischofsheim

Technischer Ausschuss Positive Kenntnisnahme der bauplanungsrechtlichen Beurteilung eines Umbaus der Laurentiushalle für Kindergartenzwecke

Eine mögliche Alternative – nicht mehr

Der Technische Ausschuss schuf am Mittwoch die Voraussetzungen für den Umzug der Dittwarer Kindertagesstätte St. Elisabeth in die Laurentiushalle. Aber das ist nur eine mögliche Alternative.

Tauberbischofsheim/Dittwar. So voll war das Tagungszimmer im Tauberbischofsheimer Klosterhof bei einer Sitzung des Technischen Ausschusses schon lange nicht mehr. Rund 50 Zuhörer, vornehmlich aus Dittwar, waren gekommen, um die Beratungen und hier in erster Linie den Punkt „Umbau der Laurentiushalle und Teilnutzung als Kindergarten“ zu verfolgen. Dies zeigt, welch hohen Stellenwert die Kindertagesstätte St. Elisabeth in dem Stadtteil hat und wie groß die Besorgnis in der Bevölkerung ist, dass die Einrichtung geschlossen wird.

Kindergarten sanierungsbedürftig

„Es geht heute lediglich um eine bauplanungsrechtliche Beurteilung eines Umbaus der Laurentiushalle für Kindergartenzwecke“, stellte Bürgermeisterstellvertreter Gerhard Baumann (CDU) fest. Er leitete zunächst die Sitzung, da Bürgermeister Wolfgang Vockel auf der Rückfahrt von Stuttgart im Stau steckte. „Es fällt heute keine Entscheidung darüber, ob die Kindertagesstätte in die Laurentiushalle kommt“, versuchte Baumann zu vermitteln, dass keinerlei endgültige Konsequenzen mit der positiven Kenntnisnahme durch den Technischen Ausschuss geschaffen und somit die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt würden.

Die Kindertagesstätte St. Elisabeth ist derzeit in einem Haus in der Gissigheimer Straße untergebracht. Eigentümer ist die katholische Kirche. Sie ist auch Träger der Kita. „Es ist unbestritten, dass das Gebäude in einem schlechten Zustand ist und dringend saniert werden muss“, führte Baumann aus. Die Kommune muss sich an der notwendigen Renovierung mit 70 Prozent beteiligen. „Die Kommune muss deshalb ein Auge darauf haben, dass eine solche Sanierung wirtschaftlich vertretbar ist und sich Gedanken machen, wie der Fortbestand der Kita kostengünstig zu bewerkstelligen ist“, so Baumann weiter. Auch die Suche nach möglichen sinnvollen Alternativen sei deshalb notwendig. Dabei sei die Laurentiushalle ins Spiel gekommen.

Schließung der Kita kein Thema

„Heute stellen wir nur fest, dass die Laurentiushalle baurechtlich in Frage kommt, nicht mehr und nicht weniger“, so der Bürgermeisterstellvertreter weiter. „Es ist der erste Schritt eines langen Verfahrens.“ Und weiter versuchte er die Besorgnis der Bürger, die Einrichtung werde komplett geschlossen, zu zerstreuen: „Ich bin seit 19 Jahren im Gemeinderat, und immer haben wir versucht, solche Einrichtungen in den Stadtteilen zu halten.“ Als Beispiele führte er die Grundschulen in Impfingen und Distelhausen an, für deren Fortbestand teilweise hohe Investitionen getätigt worden seien. Weiter wies er darauf hin, dass die Kindertagesstätte St. Elisabeth in Dittwar in kirchlicher Obhut sei und die Stadt nicht allein entscheide. „Aber der städtische Aufwand muss vertretbar sein, nicht nur gegenüber den Bürgern in Dittwar, sondern gegenüber allen Bürgern.“

„Wir haben nun eine lange Verhandlungsphase hinter uns, das Thema kam vor dreieinhalb Jahren das erste Mal im Gemeinderat zur Sprache – passiert ist bis dato nichts“, stellte Ortsvorsteher Carsten Lotter fest. „Fakt ist, das Gebäude wird mit einer Notheizung versorgt, die alle drei bis vier Wochen betankt werden muss, und auch das Gebäude ist in einem sehr schlechten Zustand.“ Es seien viele Sachen geprüft worden, eine Einigung habe es nicht gegeben. „Und dann kam die Laurentiushalle ins Spiel“, blickte Lotter zurück.

Im Untergeschoss sind derzeit Musik- und Gesangverein beheimatet. Zudem nutzt der TSV Dittwar noch die Gymnastikhalle. „Mit der Verlegung des Kindergartens in die Laurentiushalle könnten dann zwei städtische Gebäude intensiver genutzt werden“, so der Ortsvorsteher. Denn die Musikkapelle und der Gesangverein könnten künftig im Rathaus ein neues Domizil finden, so dass nicht nur die Halle mehr genutzt werde, sondern auch das Rathaus. Das stehe bis auf die Ortschaftsratssitzungen eigentlich leer. Aber das seien Gedankenspiele, die erst dann zum Tragen kämen, nachdem die bauplanungsrechtliche Beurteilung erfolgt ist. „Das heute ist der erste Schritt, alles andere muss man besprechen“, so Lotter.

„An der regen Teilnahme der Dittwarer Bürger an der Sitzung sieht man, wie wichtig der Kindergarten für den Stadtteil ist. Deshalb müssen wir die Bürger ins Boot holen, damit unsere letzendliche Entscheidung auch von der Bevölkerung getragen werden kann“, plädierte Josef Morschheuser für einen transparenten Weg. Bernd Mayer stieß ins gleiche Horn: „Wir sind uns der Bedeutung des Vorhabens durchaus bewusst und wollen eine Lösung finden, bei der wir die Bürger mitnehmen können.“ Doch, so Mayer weiter, man müsse auch schauen, was man realisieren könne.

Wendelin Bundschuh brannten zwei Fragen auf den Nägeln: „ Warum wurde die Kenntnisnahme des Bauantrags im Ortschaftsrat am 5. November nichtöffentlich behandelt, und wie nahmen die Ratsmitglieder dies zur Kenntnis?“

„Dass dieser Punkt nicht-öffentlich behandelt wurde, nehme ich auf meine Kappe“, übernahm Rainer Ruppert die Verantwortung.

„Es war klar, dass ein Mitglied des Ortschaftsrates nicht anwesend sein konnte, deshalb wurde der Bauantrag im Umlaufverfahren behandelt. Der Ortschaftsrat nahm den Bauantrag mit 4:1-Stimmen ablehnend zur Kenntnis. Das Thema wurde jedoch in der Sitzung zuvor ausführlich öffentlich behandelt“, erklärte Lotter.

„Es ist der erste Schritt eines langen Verfahrenswegs, in dem die Bevölkerung sicherlich ebenso miteinbezogen wird wie der kirchliche Träger der Kindertagesstätte“, sagte Bürgermeister Wolfgang Vockel, der während des Tagesordnungspunktes eingetroffen war, abschließend. „Eine Entscheidung über die Realisierung der Alternative in der Laurentiushalle ist damit ebenfalls nicht verbunden, denn dazu bedarf es noch zahlreicher weiterer Schritte.“