Tauberbischofsheim

Priesterjubiläum Vor 40 Jahren empfing Kasimir Fieden im polnischen Kazimierz Biskupi die Weihe / Festgottesdienst mit Empfang am 3. Juni in St. Martin

Engagiert im Weinberg des Herrn

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Mit einem Lächeln auf den Lippen ist Pater Kasimir Fieden oft zu sehen. Am 3. Juni feiert der Kooperator von St. Martin sein 40-Jahr-Priesterjubiläum.

Der Beruf des Priesters liegt Pater Kasimir. Er freut sich über die Begegnung mit den Menschen und fühlt sich wohl in der Pfarrgemeinde und bei seinen Gläubigen. Gerade die Seelsorge der Kranken und die Seniorenarbeit liegen ihm am Herzen. „Ich trage Verantwortung vor Gott und vor mir selbst.“

Bereits mit 19 Jahren ist Kasimir Fieden in die Ordensgemeinschaft der „Missionare von der Heiligen Familie“ eingetreten. Die Nähe zum katholischen Glauben hatte ihm ein frommes Elternhaus in Beuthen/Oberschlesien mitgegeben, wo er 1951 geboren worden ist. Diese Frömmigkeit war der Boden für die eigene Religiösität. Schon während seiner Schul- und Ministrantenzeit reifte in ihm der Entschluss, die Lehre und das Wort Gottes in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen. Nach einem siebenjährigen Studium empfing er am 11. Mai 1978 in Kazimierz Biskupi (Polen) die Priesterweihe. Der Primizspruch „Für mich ist Christus das Leben“ aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper bestimmt seitdem sein Wirken.

Nach der Weihe nahm er 1979 ein Theologie-Studium der Fachgebiete Dogmatik und Marienfrömmigkeit aus ökumenischer Sicht an der Katholischen Universität Lublin auf, das er 1984 beendete. Er kehrte in die Ordensgemeinschaft zurück, wo er als Dozent für Dogmatik, Mariologie und Ökumene in der Ausbildung junger Priester tätig war und sein Wissen weitervermittelte.

Daneben zog es ihn bereits nach Deutschland. Als Diakon war er in Mainz, um die deutsche Sprache zu lernen. Ab 1985 übernahm er die Ferienvertretung in der Karlsruher Pfarrgemeinde St. Konrad und wurde dort später Kaplan. „Damit war ich das erste offizielle Mitglied unserer Ordensgemeinschaft, das nach Deutschland entsendet worden ist.“ Noch bevor 1993 die Ordensgemeinschaft in Bisingen ihre Tätigkeit begonnen hatte. Das 25-Jahr-Jubiläum soll übrigens am 3. Oktober dort gefeiert werden.

Nach Karlsruhe fand der polnische Ordensmann eine Wirkungsstätte in Waldbrunn im Odenwald. Von 1996 bis 2006 war er dort Pfarradministrator. Gerade die Marienfrömmigkeit habe ihm sehr gut gefallen, erinnert sich Pater Kasimir. Im Zeitraum zwischen 2006 bis 2011 übernahm Pater Kasimir die Leitung der Seelsorgeeinheit Billigheim-Schefflenz.

Seit 2011 ist Pater Kasimir nun in der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim als Kooperator tätig. Dekan Gerhard Hauk und er kennen sich schon aus gemeinsamen Tagen in Bisingen und schätzen einander. Die gute Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern und Priesterkollegen in der Seelsorgeeinheit ist dem Jubilar wichtig. Als engster Mitarbeiter des Leiters der Seelsorgeeinheit obliegt dem Ordenspriester vor allem der Bereich Seniorenarbeit und Krankenseelsorge. Oft ist er in den Seniorenheimen und im Krankenhaus anzutreffen, wo er Patienten besucht, Gottesdienste hält und Kommunion und Krankensalbung spendet. Daneben kümmert er sich als Präses um die Kolpingfamilien in Tauberbischofsheim und Hochhausen. „Ich weiß, wo meine Wurzeln sind, und versuche Gott zu dienen“, sagt er bescheiden.

Mit Pater Kasimir kamen weitere polnische Priester in die Erzdiözese Freiburg, die auch im Main-Tauber-Kreis segensreich wirken. Mit seinen Mitbrüdern in Kloster Bronnbach, die im Jahr 2000 die Arbeit aufgenommen haben, trifft sich der Freund klassischer Musik wöchentlich zum Austausch. „Wir pflegen einen lebendigen Kontakt in der Gemeinschaft“, unterstreicht der Jubilar. Der monatliche Einkehr- und Besinnungstag der Patres ist ihm wichtig. „Ich fühle mich sehr wohl in der Region“, betont Pater Kasimir und ein Lächeln huscht über seine Lippen. Gerade im Madonnenländchen, wo Maria eine besondere Würdigung widerfährt, fühlt er sich heimisch und dem Glauben und Gott verbunden. Verschiedene Pilgerreisen hat der 66-Jährige schon mitorganisiert und eine weitere zu Marienstätten liegt ihm am Herzen, „wenn meine Gesundheit mitmacht“. So lange er kann, möchte er den Gläubigen in der Region als Priester und Diskutant zu Glaubensthemen zur Verfügung sehen.

Sein 40-Jahr-Priesterjubiläum hat er bereits am 13. Mai in seiner Heimatgemeinde Beuthen/Oberschlesien und im Kreis der Familie gefeiert. Dabei gab es auch ein Wiedersehen mit seinem Bruder und ein Besuch am Grab seiner verstorbenen Eltern und Schwester. dib