Tauberbischofsheim

Firmenbesuch Die Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim, Karin Käppel, und MdB Alois Gerig (CDU) besuchten die Firma Mafi

„Es macht nur Sinn, wenn die Flüchtlinge geführt werden“

Archivartikel

tauberbischofsheim.Das Thema „Integration“ stand im Mittelpunkt eines Firmenbesuchs der Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim, Karin Käppel, bei der Firma Mafi in Tauberbischofsheim. Die Stippvisite war auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (CDU) zustande gekommen.

„Wir sind ein Unternehmen, das in der ganzen Welt vertreten ist. Da ist es selbstverständlich, dass wir auch offen dafür sind, Menschen aus der ganzen Welt zu beschäftigen“, stellt Geschäftsführer Werner Berger einleitend fest. Da sei es auch grundsätzlich kein Problem, geflüchtete Menschen zu integrieren, indem der Betrieb ihnen eine Arbeit gibt.

„Derzeit haben wir zwei geflüchtete Menschen, die bei uns eine Ausbildung absolvieren, und drei Zeitarbeitskräfte“, ergänzt Pressesprecher Walter May. „Die Integration der beiden Auszubildenden in den Arbeitsalltag funktioniert sehr gut.“ Dies habe allerdings auch einen Grund: „Es macht für den Betrieb wirklich nur Sinn, wenn die geflüchteten Menschen auch geführt werden“, so May. Im Fall der beiden Flüchtlinge bei Mafi sei die Vermittlung durch die Jugendhilfe Creglingen und durch die Gewerbeschule Tauberbischofsheim zustande gekommen. „Jemand muss sich um die Menschen kümmern und ihnen zur Seite stehen, schließlich sind sie mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten hier nicht vertraut“, so May.

„Aber auch für die Betriebe bedeutet die Integration von Flüchtlingen einen größeren Aufwand“, stellt Geschäftsführer Werner Berger fest. „Oftmals sind die Sprachkenntnisse ein großes Problem, die Flüchtlinge müssen auch viele für den Arbeitsalltag wichtige Fachbegriffe erst lernen.“ Da bräuchten die Unternehmen Hilfe, gerade in puncto Nachhilfe. Wichtig sei ebenso, dass die Bildungsträger mit den Betrieben zusammenarbeiten, deren Anforderungen kennen und so auch vorbeugend tätig sein können. Etwa die Flüchtlinge gezielt auf den Arbeitsalltag vorbereiten.

Bei Mafi, so Berger weiter, gebe es neben den beiden Auszubildenden auch drei Flüchtlinge, die als Zeitarbeitskräfte arbeiten. „Sie wollen gar nicht eine Ausbildung absolvieren, da sie so mehr verdienen“, erläutert der Geschäftsführer. „Sie unterstützen ihre zurückgebliebenen Familien. Dies könnten sie mit einem Lehrlingsgehalt schlichtweg nicht.“

Walter May sprach noch ein anderes Problem an: „Angesichts des Fachkräftemangels sollten wir den Standard der Dualen Ausbildung nicht nach unten korrigieren und schon gar nicht auf die Idee kommen, sie abzuschaffen.“

Damit sprach er dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig (CDU) aus der Seele: „Die Duale Ausbildung ist unser Exportschlager, den dürfen wir auf keinen Fall aufgeben.“ Gleichwohl sieht Gerig bei der Rekrutierung von Fachkräften in der Fläche Probleme: „Mafi als Industrieunternehmen ist da noch in einer komfortablen Situation, viel schwierige ist es bei kleinen Handwerksbetrieben.“ Er sieht die Politik in der Pflicht, hier Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Betrieben und den geflüchteten Menschen mehr Planungssicherheit geben.

„Die Agentur für Arbeit sieht sich hier als Plattform, die geflüchtete Menschen und Betriebe zusammenbringt und ihnen beratend und unter Umständen auch durch entsprechende Programme finanziell zur Seite steht“, meint Karin Käppel, Man könne sich zu jeder Zeit an die Agentur für Arbeit wenden, und die zuständigen Mitarbeiter würden sich darum kümmern. „Es gibt auch die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung für Menschen, die als Ungelernte sich über eine Ausbildung zu Fachkräften qualifizieren wollen“, ergänzte Julia Frank vom Arbeitgeberservice.

Abschließend gaben Geschäftsführer Werner Berger und Produktionsleiter Ulrich Abel bei einer Betriebsführung noch einen Einblick in die Produktion und über die Produktpalette. hut