Tauberbischofsheim

Leserbrief Zur Berichterstattung über die Gemeinderatswahl

„Etwas lieblose Wortwahl“

Archivartikel

Viele liebe Grüße von unserer Wahlparty an den Berichterstatter zur Kommunalwahl in Tauberbischofsheim. Die Stimmung bei der Bürgerliste ist ausgesprochen angenehm. Zum ersten Mal haben die, die in der Stadthalle links sitzen, eine echte Mehrheit im Gemeinderat. Dass wir das noch erleben dürfen.

Der Redakteur hat das Auffallende richtig erkannt, aber eine etwas lieblose Wortwahl verstört uns. „Abgestraft“ fühlt sich bei uns niemand und ich hoffe es ist auch niemand „böse erwacht“. Vor allem nicht, wenn er jahrelang für seinen Ort Stunden und Tage geopfert hat. Es war einfach jemand überzeugender. Abgestraft wird man, wenn man goldene Löffel klaut. „Böse erwacht“ man nach einem Alptraum. Das ist die Arbeit im Gemeinderat nicht.

771 Stimmen mehr als beim letzten Mal ist kein „Rausfliegen“. Es ist Anerkennung – und Scheitern an der unechten Teilortswahl.

„Durchsetzen“ gegen andere Bewerber will sich sicher keiner, schon gar nicht innerhalb der eigenen Liste. Wir sind Kollegialität gewohnt und pflegen sie auch. Ein Ausgleichsmandat ist auch kein „nur“. Es versucht in diesem Wahlsystem die prozentuale Gerechtigkeit in der Sitzverteilung herzustellen. Deshalb sind die Stimmen aller Kandidaten auf einer Liste hilfreich und wichtig. Mehrheiten hängen am Ende der Rechnung oft am seidenen Faden.

Hier würden wir allerdings auch Worte des Berichterstatters benutzen: „Ganz bitter“ ist für uns dieses Wahlsystem schon immer. Noch in Sektlaune haben wir angefangen, darüber nachzudenken.