Tauberbischofsheim

Allgemeine Hochschulreife Traditionell stand zum Auftakt am Dienstag das Fach Deutsch auf dem Programm / Aufgaben wurden erstmals per USB-Stick an die Gymnasien verschickt

Für die Abiturienten hat der Prüfungsstress begonnen

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Für rund 32 000 Schüler der allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg haben am Dienstag die Abiturprüfungen begonnen. Traditionell ging es dabei mit dem Fach Deutsch los.

Fünf Aufgaben standen zur Auswahl. Wer sich für die erste Aufgabe entschied, hatte eine Interpretation zu den Pflichtlektüren anzufertigen. Hermann Hesses „Steppenwolf“ und Goethes „Faust I“ waren miteinander zu vergleichen. Die Schüler sollten dabei der Frage nachgehen, welche Bedeutung Hermine für Harry Haller und Gretchen für Faust hat.

Fünf Aufgaben zur Auswahl

Zwei Gedichte standen im Mittelpunkt der zweiten Aufgabe: Die Schüler sollten sich in einem epochenübergreifenden Vergleich mit Georg Trakls „Sommersonate“ und Joachim Ringelnatz’ „Sommerfrische“ beschäftigen. Das Verhältnis von Mensch und Natur galt es dabei besonders zu berücksichtigen.

In der Auswahl war auch ein Kurzprosatext von Brigitte Kronauer. Die 1940 geborene Schriftstellerin stellte in einer 1992 veröffentlichten Geschichte mit dem Titel „Der Störenfried“ unterschiedliche Lebensauffassungen einander gegenüber.

In einer weiteren Aufgabe waren die Schüler aufgefordert, einen Essay unter der Überschrift „Was darf Satire? Alles?“ zu verfassen. Verschiedene Materialien wie Definitionen, Interviews oder eine Karikatur dienten als Hilfestellung, um das Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten.

Mit den Defiziten der gegenwärtigen Debattenkultur beschäftigte sich der Zeitungsartikel, den die Schüler als letzte Aufgabe analysieren sollten. Hilmar Klute hatte in einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung beklagt, dass in der „Affektgesellschaft“ erst zurückgewiesen, dann nachgedacht werde.

Erstmals wurden die Aufgaben mit verschlüsselten USB-Sticks verschickt. Bevor es am Morgen um 9 Uhr losgehen konnte, mussten die Prüfungen an den Schulen ausgedruckt und vervielfältigt werden.

Am Matthias-Grünewald-Gymnasium waren für die insgesamt 62 Abiturienten jeweils 18 Seiten zu kopieren. „Das war ein erheblicher Mehraufwand“, betonte Studiendirektorin Sigrid Böhrer. Die stellvertretende Schulleiterin wies gleichzeitig darauf hin, dass am MGG keine Probleme aufgetreten seien.

Die Abiturprüfungen werden am heutigen Donnerstag mit Spanisch fortgesetzt. Drei Schüler haben sich am MGG für diese Prüfung angemeldet. Alle Gymnasiasten sind wieder am Freitag gefordert, dann steht das Prüfungsfach Mathematik auf dem Programm.

Am kommenden Montag sind die Fächer Biologie, Chemie, Geografie, Wirtschaft, Physik, Bildende Kunst, Sport und Musik an der Reihe. Am Dienstag folgt Latein. Englisch (Mittwoch) und Französisch (Freitag) bilden den Abschluss der Abiturprüfungen.