Tauberbischofsheim

Geschlachtet wird immer

Archivartikel

Fabian Greulich zum Schlachthof-Skandal und seinen Folgen

Vom Skandal-Schlachthof zum Vorzeigebetrieb? Wenn es nach den Versprechungen des OSI-Konzerns geht, ist genau das der Plan.

In Ordnung. Alles andere wäre ja auch schon wieder ein Skandal. Und den können sich weder das Unternehmen noch die zuständigen Behörden noch einmal leisten. Was da vor dem 14. Februar im Tauberbischofsheimer Bödeleinsweg vor sich ging, hätte nie geschehen dürfen – und darf nie wieder passieren. Hoffen wir das Beste.

Dass der Betrieb irgendwann wieder aufgenommen würde – wenn auch erstmal zur Probe – war zu erwarten. Die Fleischproduktion muss schließlich weiter gehen. Wenn nicht in Tauberbischofsheim, dann – wie in den letzten Wochen – in irgendeinem anderen Betrieb, der aufgrund der Mehrbelastung möglicherweise Sonderschichten fahren muss.

Noch dazu ist es dem Wohl der Tiere sicher nicht zuträglich, wenn sie erst stundenlang durch die Gegend gekarrt werden, um dann andernorts getötet und zerlegt zu werden. Dann lieber in Tauberbischofsheim, wo die handelnden Personen nun bis auf Weiteres unter besonderer Beobachtung stehen.

Der Skandal sollte den Behörden eine Mahnung sein. Landratsamt, Regierungspräsidium und Ministerium haben die Aufsichtspflicht für viele Schlachthöfe. Schließlich steht neben Rindfleisch auch Schweine-, Hühner-, Puten- oder Gänsefleisch auf dem Speiseplan. Es reicht also nicht, in Tauberbischofsheim ein Exempel zu statuieren. Verstöße gegen den Tierschutz darf es in keiner Einrichtung geben, ganz egal wo.