Tauberbischofsheim

Große Landesausstellung Der Pfahl „Republik Baden“ ist bis kommenden August im Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu sehen

Grenzpfahl ging als Leihgabe nach Stuttgart

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Wer zurzeit hinter dem Türmersturm entlangschlendert, wird sich über eine ungewohnte Lücke wundern, die sich nun neben dem Grenzpfahl „Großherzogthum Baden“ auftut.

Der Grenzpfahl „Republik Baden“ wird als Exponat in der Ausstellung „Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918 bis 1924“ gezeigt, die vom 30. September bis 11. August 2019 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg stattfindet.

Mit schwerem Gerät angereist

Dafür wurde er nun in die Landeshauptstadt Stuttgart transportiert, wo er vorübergehend als Exponat dienen und in den nächsten Monaten die Blicke vieler Ausstellungsbesucher auf sich ziehen wird.

Am Donnerstag reiste die Firma Schönfeld aus Stuttgart mit schwerem Gerät an, um den Pfahl aus dem Boden zu bekommen.

Das Denkmal war 2002 schon einmal anlässlich des damaligen Landesjubiläums für die Ausstellung „Mit 100 Sachen durch die Landesgeschichte“ an das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart verliehen worden. Da es aus dieser Zeit keine Aufzeichnungen darüber gibt, wie der Pfahl im Boden verankert ist, wurde er von den Arbeitern nun vorsichtig mit der Hand ausgebuddelt und anschließend vorsichtig mit einem Kran herausgezogen.

Der Blick geht 100 Jahre zurück

Mit der großen Landesausstellung zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, zu welch großen Umwälzungen es vor 100 Jahren kam.

1918 war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg das Vertrauen in die alte soziale und politische Ordnung zerstört. Die Ausstellung stellt dar, wie nach dem Ende des Kaiserreichs aus der Revolution die erste Demokratie in Baden und Württemberg entstand, die um das Vertrauen der Bürger warb. Ein Aspekt der Ausstellung ist auch heute hochaktuell: Das Vertrauen der Bevölkerung in Medien und Regierung nämlich ebenfalls thematisiert.