Tauberbischofsheim

Statistik der AOK Zahl der Krankmeldungen ist 2018 erneut gestiegen / Atemwegserkrankungen legten in der Region deutlich zu

Grippewelle hinterlässt deutliche Spuren beim Krankenstand

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Nachdem der Krankenstand bereits 2017 mit 5,3 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren recht hoch lag, ist er 2018 in der Region Heilbronn-Franken noch einmal um 0,1 Punkte auf 5,4 Prozent gestiegen. Damit rangierte man um 0,2 Prozent über dem Wert des Landes Baden-Württemberg (5,2). Ursache ist die Grippewelle, die im Frühjahr die Krankmeldungen erkennbar nach oben trieb.

Grundlage für die Angaben sind die Zahlen der AOK Heilbronn-Franken, die auf Basis der Krankheitsdaten von 240 481 Mitgliedern erstellt wurden. Im Landkreis Heilbronn legte die Quote um 0,2 auf 5,3 Prozent, im Hohenlohekreis um 0,1 auf 5,2 Prozent zu, während sie im Stadtkreis Heilbronn auf unverändert hohen 5,6 Prozent verblieb. Dafür war dort die durchschnittliche Krankmeldungsdauer von 9,8 Tagen (2017: 10,3) je Krankheitsfall deutlich niedriger als im Kreis mit 10,3 (2017: 10,5) und im Hohenlohekreis mit 10,4 Tagen, was dem Vorjahr entsprach.

Im Main-Tauber-Kreis legte die Quote ebenfalls um 0,1 auf 5,5 Prozent zu. Stärker hingegen war der Neckar-Odenwald-Kreis betroffen, wo eine Zunahme um 0,3 auf 6,1 Prozent zu verzeichnen war. Dort gab es auch einen Spitzenwert von 11,3 Tagen je Krankheitsfall (2017: 11,4), der im Main-Tauber-Kreis bei 10,2 Tagen (2017: 10,5) lag. Im Landkreis Schwäbisch Hall blieb der Krankenstand mit 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Krankheitsdauer je Fall sank allerdings von 10,5 Tagen in 2017 auf 10,3 Tage in 2018. Dass die Grippewelle Anfang des Jahres den Krankenstand deutlich nach oben trieb, zeigt ein Blick auf den Jahresverlauf.

Dabei wurde für ganz Heilbronn-Franken im Februar die Spitze von 7,5 Prozent erreicht. Das wurde in einem Februar zuletzt nur 2015 erreicht, als ebenfalls eine Grippewelle die Region heimsuchte.

Von Mitte Januar bis Ende März lag der durchschnittliche Krankenstand mit 6,6 Prozent deutlich höher als 2017 (6,2 Prozent). Danach pendelte sich das Krankheitsgeschehen auf dem Niveau des Vorjahres ein. Ein weiterer Vergleich verdeutlicht die Zunahme bei den Atemwegserkrankungen: 2017 entfielen auf diese 24,3 Prozent der Krankmeldungen, 2018 waren es hingegen 25 Prozent. Gleiches gilt für die Krankheitstage, von denen 2017 13,3 Prozent die Ursache Atemwegserkrankung hatten, 2018 aber 14,3 Prozent. Im vergleichenden Ranking aller Krankheitsarten, die zu Arbeitsausfällen führten, blieb die Reihenfolge unverändert: Mit einem Anteil von 22,3 Prozent liegen die „Muskel- und Skeletterkrankungen“ vor den „Atemwegsinfekten“ (14,3 Prozent) und den „psychischen Beschwerden“ mit 10,5 Prozent. Es folgen die Kategorien „Verletzungen“, „Herz-Kreislauf“ und „Verdauung“.

Die Branche Energie/Wasser/Entsorgung/Bergbau hatte mit 6,4 Prozent den höchsten Krankenstand bei den AOK-Mitgliedern. Der niedrigste Wert war im Wirtschaftszweig Land- und Forstwirtschaft (3,2 Prozent) festzustellen. Mit 30,9 Tagen weist die Berufsgruppe Farb- und Lackiertechnik vor der spanlosen Metallbearbeitung (29,1 Tage) und der Chemie- und Pharmatechnik (29) die höchste Ausfallzeit auf. Die niedrigsten Werte gab es bei Geschäftsführern (8,4 Tage), Ärzten (8,2) und Führungskräften in Einkauf und Vertrieb (7,5). aok