Tauberbischofsheim

Gesundheit Patiententag des Gefäßzentrums Tauberfranken am Samstag 9. Juni, mit Vorträgen und Aktionen im Krankenhaus Tauberbischofsheim

Hilfe bei Durchblutungsstörungen

Archivartikel

Jeder dritte Erwachsene über 40 Jahre leidet an Durchblutungsstörungen. Der Patiententag am Krankenhaus Tauberbischofsheim widmet sich deshalb dieser Volkskrankheit.

Tauberbischofsheim. Rund 7000 Liter Blut fließen jeden Tag in wenigen großen und zahllosen kleinen Gefäßen durch unseren Körper und versorgen alle Bereiche mit wichtigen Nährstoffen. Doch in Deutschland ist bei etwa jedem Dritten über 40 Jahre die Durchblutung gestört. Typische Folgeerkrankungen sind etwa die sogenannte Schaufensterkrankheit in den Beinen, Krampfadern, offene Beine, aber auch lebensbedrohliche Krankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder ein gefährlicher Riss der Blutgefäße.

Der Patiententag

Beim Patiententag „Hilfe bei Durchblutungsstörungen“ informieren Ärzte und Therapeuten am Samstag, 9. Juni, von 10 bis 13.30 Uhr im Krankenhaus Tauberbischofsheim über die Ursachen, Symptome und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Sie zeigen auch auf, was Betroffene selbst gegen Durchblutungsstörungen tun können.

„Durchblutungsstörungen sind eine Volkskrankheit und das Risiko daran zu erkranken, steigt mit dem Älterwerden“, betont Dr. Gerhard Schüder, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie im Krankenhaus Tauberbischofsheim. „Im Anfangsstadium bereitet eine Durchblutungsstörung allerdings oft noch keine Beschwerden und wird daher oft nicht frühzeitig erkannt. Langfristig können nicht behandelte Durchblutungsstörung aber zu manchmal lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen führen.“ Eine dieser Folgeerkrankungen sind die sog. „offenen Beine“. In seinem Vortrag beim Patiententag informiert Dr. Schüder an einem Fallbeispiel über deren Behandlung.

Krampfadern behandeln lassen

„Offene Beine“ entstehen meist als Folge von nicht behandelten Krampfadern. „Auch Krampfadern verursachen zunächst keine Beschwerden und scheinen zunächst nur ein ästhetisches Problem zu sein“, erläutert Dr. Thorsten Gläser, Gefäßchirurg in der Facharztpraxis Wertheim. Allerdings bestehe eine hohe Entzündungsneigung, die schließlich bis zur lebensgefährliche Lungenembolie führen könne. In seinem Vortrag zeigt der Gefäßchirurg die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Krampfadern auf und geht dabei vor allem auf moderne minimal-invasive Verfahren ein.

Die „Schaufenster-Krankheit“

Während beispielsweise bei Krampfadern die Venen betroffen sind, ist die sogenannte „Schaufenster-Krankheit“ eine Durchblutungsstörung der Arterien. „Bei dieser Durchblutungsstörung der Becken- und Beinarterien muss der Patient oft stehen bleiben, weil die Beine schmerzen, so als ob er sich ein Schaufenster anschauen wolle“, erläutert Dr. Jochen Selbach, Leiter des Gefäßzentrums am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim. „So harmlos der Name klingt - die Erkrankung kann zum Absterben von Gewebe an den Füßen führen, im Endstadium droht sogar eine Amputation.“ Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten stellt Chefarzt Dr. Selbach in seinem Vortrag vor. „Um die Amputation zu vermeiden gibt es heute schonende minimal-invasive Verfahren zur Behandlung von verengten Blutgefäßen“, betont Privatdozent Dr. Ulrich Baum, Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim. Er stellt diese Verfahren vor und zeigt im Film am Beispiel eines Patienten, wie solche interventionellen Verfahren aussehen.

Arterielle Durchblutungsstörungen betreffen aber nicht nur die Beine. Lebensbedrohlich kann etwa eine Erweiterung (Aneurysma) der Bauchschlagader sein, die sich aufgrund von Durchblutungsstörungen gebildet hat. „Eine Erweiterung ab zirka 5 cm stellt ein hohes Risiko für ein plötzliches Platzen oder Reißen (Ruptur) der Bauchaorta dar und dann besteht akute Lebensgefahr“, beschreibt Prof. Dr. Peter Baier, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Caritas-Krankenhaus das Problem. Vor allem Männer ab einem Alter von ca. 65 Jahren seien betroffen. „Unser Ziel ist es daher, Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma rechtzeitig zu erkennen und eine Therapie einzuleiten.“ Welche Möglichkeiten es gibt, präsentiert Prof. Dr. Baier in seinem Vortrag.

Neben den Vorträgen können die Besucher bei verschiedenen Aktionen und Demonstrationen ihr Risiko für Durchblutungsstörungen testen lassen. Oberarzt Dr. Jürgen Reese, Krankenhaus Tauberbischofsheim, demonstriert die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader, um Verengungen frühzeitig erkennen zu können.

Risiko kann getestet werden

Die minimal-invasive Radiofrequenzablation zur Behandlung von Krampfadern zeigt Dr. Rangel Shahanski, Oberarzt im Krankenhaus Tauberbischofsheim. Die Besucher können außerdem ihren Blutdruck messen lassen. Physiotherapeuten geben praktische Anleitungen für Bewegungsübungen, um die Durchblutung zu fördern. Bei einer Venenmessung durch die Stern-Apotheke können Hinweise auf Durchblutungsstörungen werden. Sanitätshäuser stellen außerdem verschiedene Hilfsmittel wie spezielle Kompressionsstrümpfe vor.

Für Fragen

Alle Ärzte stehen in der Pause und im Anschluss an die Vorträge für die Fragen der Besucher zur Verfügung. Die Ärzte sowie die Praxen und Krankenhäuser, die den Patiententag veranstalten, haben sich im Gefäßzentrum Tauberfranken zusammengeschlossen. Ziel ist es den Patienten eine abgestimmte Therapie und enge Zusammenarbeit bei Gefäßerkrankungen anzubieten.