Tauberbischofsheim

Diamantene Hochzeit Maria und Alois Kordmann blicken auf stolze 60 Ehejahre zurück

„Hochzeitsinstitut“ hat ganze Arbeit geleistet

Archivartikel

Dittigheim.„Wir haben nebeneinander geschafft“ – so beginnt die gemeinsame Geschichte von Maria und Alois Kordmann. Während der Arbeit bei den VS entwickelten sich aus einfachen Arbeitskollegen langsam Liebende. „Nicht beim Tanzkurs, sondern bei der Arbeit“ haben sie sich kennengelernt, wie Alois Kordmann humorvoll anmerkt. Mittlerweile blickt das Paar auf stolze 60 Jahre Ehe zurück. „Man hat die VS früher auch das ,Hochzeitsinstitut’ genannt“, weiß Sohn Helmut mit einem Lächeln zu berichten.

1934 in Böhmen als Maria Luksch geboren, wurde die heute 84-Jährige ’45 vertrieben und kam mit den Eltern und ihrer Schwester nach Tauberbischofsheim. Dort musste sich die Familie ein neues Leben aufbauen, und sie und ihre Schwester fingen bei den VS an.

Ein Glück, wie sich später herausstellen sollte, denn beide lernten im „Hochzeitsinstitut“ ihre zukünftigen Ehemänner kennen. Für die Jubilarin war dies der zwei Jahre ältere Alois Kordmann. Er wurde 1932 als jüngstes von sechs Kindern in Krensheim geboren und erlernte das Schreinerhandwerk. Mit 24 begann er als Schichtarbeiter bei VS und blieb dort für 37 Jahre.

Mit dem Fahrrad unterwegs

Am 2. September 1958 heiratete das Paar in der Würzburger Augustiner Kirche, drei Jahre später bauten sie in Dittigheim ihr Haus. Ein Höhepunkt im Leben der Eheleute war die Geburt von Sohn Helmut 1960, der mittlerweile mit seiner Frau Heike direkt nebenan wohnt. Er hat sozusagen in den hinteren Teil des großen Gartens gebaut, in dem seine Eltern früher mit Begeisterung allerlei Gemüse zogen und Tauben, Hühner und Hasen hielten. Enkelsohn Erik ist zwar schon erwachsen und studiert in Bamberg, seine Großeltern kommt er jedoch regelmäßig besuchen. Einen Führerschein besitzt das Ehepaar nicht. „Wo wir hin mussten, da konnten wir auch mit dem Fahrrad hinfahren“, bringt Maria Kordmann den Grund für diese Entscheidung auf den Punkt. Noch heute fährt ihr Ehemann regelmäßig zum Einkaufen oder für kleinere Besorgungen mit dem Rad in die Stadt – „Und zwar ohne ,E’“, wie er betont. Nebenher geht der 86-Jährige gerne seinem Hobby als Sänger nach. Im Dittigheimer Singkreis ist er sowohl Gründungs- als auch ältestes Mitglied.

Am Sonntag wird das Jubelpaar seinen Ehrentag im Kreise der Verwandten im Gasthaus „Grüner Baum“ feiern. Beobachtet man die beiden Ehepartner, lassen sich noch immer die frisch Verliebten am Fließband der VS erkennen, werfen sie sich doch gegenseitig kleine Komplimente zu und bringen den anderen zum Lachen. Für die Zukunft wünschen sie sich so weit es geht gute Gesundheit, „und, dass die Rente nicht gekürzt wird“, wie Alois Kordmann lachend hinzufügt.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den zahlreichen Glückwünschen gerne an. eli