Tauberbischofsheim

Besonderes Fest Die gebürtige Wenkheimerin Hildegard Thoma feierte ihren 90. Geburtstag mit der Familie in St. Hannah Distelhausen

Ihre große Liebe lernte sie in der Schreinerei kennen

Archivartikel

Distelhausen/Wenkheim.Im Kreis ihrer Familie feierte Hildegard Thoma ihren 90. Geburtstag im Seniorenzentrum St. Hannah Distelhausen. Im Namen von Mitarbeitern und Bewohnern gratulierten die Heim- und Pflegedienstleitung Ruth Thome und Pflegedirektor Christian Knittel herzlich. Auch Ortsvorsteher Lothar Lauer schloss sich den Gesundheits- und Segenswünschen an.

Am 22. Juli 1928 wurde Hildegard Thoma in Wenkheim als Hildegard Mehling geboren und wuchs dort mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Aus der zweiten Ehe ihres Vaters hat sie noch eine Halbschwester, denn er heiratete erneut nach dem Tod von Hildegards Mutter. Damals war die Wenkheimerin erst neun Jahre alt. Nur acht Jahre später starb auch ihr Vater.

Sie fand für zwei Jahre eine Stelle in der Schreinerei, in der ihr zukünftiger Mann Ernst Thoma als Schreiner angestellt war. Dabei „funkte“ es zwischen den beiden, die sich bereits aus Kindergarten- und Schulzeit kannten. Am 20. Oktober 1949 schließlich gaben sich Hildegard und Ernst Thoma, den sie als ihre „große Liebe“ bezeichnet, das Jawort. 1952 kam Sohn Peter und 1957 Tochter Anita zur Welt.

Einer von Hildegard Thomas Brüdern starb bereits im Alter von 28 Jahren. Ein trauriges Ereignis, das allerdings den Zusammenhalt unter den übrigen Geschwistern stärkte. Diese sahen sich nun fast täglich. Schwester Lore half Hildegard oft in der Landwirtschaft.

Gerne erinnert sich Hildegard Thoma auch an die Motorradfahrten zu ihrem in Offenbach lebenden Bruder. Hildegards Mann fuhr, sie selbst saß hinter ihm auf dem Sozius und die beiden Kinder nahmen im Beiwagen Platz. Für alle übrigen Treffen kamen die Geschwister meist im gemeinsamen Elternhaus zusammen, in dem Hildegard Thoma mittlerweile mit Mann und Kindern lebte. Ernst Thoma bildete sich nach der Schreinerlehre stets weiter, nahm später sogar den Posten des Ratsschreibers und Ortvorstehers an. Des Weiteren war er im Gesangverein, im Gartenbauverein, im Förderverein der Synagoge Wenkheim und als Initiator für den Bau des Schwimmbades in Wenkheim aktiv.

Auch Hildegard Thoma brachte sich fleißig ein, wenn es um die Organisation von Festen ging und unterstützte ihren Mann. Neben dem gemeinsamen Engagement verreisten die Eheleute auch gern: So ging es ins damalige Jugoslawien, Italien und 1987 sogar nach Arizona.

Im Oktober 1999 feierten Ernst und Waltraud Thoma ihre Goldene Hochzeit. Nur ein Jahr später– ebenfalls im Oktober – erlag er einem Krebsleiden. Im September 2014 zog Waltraud Thoma schließlich ins Seniorenheim Gerlachsheim, machte den Umzug in die Interimslösung nach Haus Heimberg mit, um nach der Fertigstellung ins neu gebaute Seniorenzentrum St. Hannah nach Distelhausen umzuziehen. Seit April 2018 lebt sie dort und nimmt täglich interessiert an allen Angeboten des Hauses teil.

Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum 90. Geburtstag von Hildegard Thoma schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an. ghtf