Tauberbischofsheim

Früherkennung wichtig 2016 wurden im Main-Tauber-Kreis bei 67 AOK-Versicherten bösartige Melanome festgestellt / Oft die Folge von intensiver UV-Strahlung

Keine Entwarnung beim „Schwarzen Hautkrebs“

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Keine Entwarnung gibt die AOK Heilbronn-Franken beim „Schwarzen Hautkrebs“. „Die Rate der Neuerkrankungen von AOK-Versicherten mit dem hochgradig bösartigen Tumor der Pigmentzellen verharrt im Main-Tauber-Kreis auf hohem Niveau: 2012 waren es 45, 48 in 2013, 35 in 2014, 79 in 2015 und 67 in 2016. Dabei können die meisten Erkrankungen vermieden werden, wenn ausreichend Vorsorge getroffen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Erkrankungen mit Basalzell- und Stachelzellkrebs, die unter dem Begriff „Weißer Hautkrebs“ zusammengefasst werden, sind noch wesentlich häufiger. Sie können jedoch im frühen Stadium mit einem kleinen Eingriff vollständig entfernt werden und bilden nur selten Metastasen. „Hautkrebs sicher erkennen kann nur der Arzt, weil sich die einzelnen Arten unterschiedlich bemerkbar machen. Die Haut kann sich schuppen, verfärben oder uneben werden. Deshalb ist es schwer, zwischen einem bösartigen Hauttumor und gutartigen Hautflecken zu unterscheiden“, verdeutlicht die Fachärztin für Dermatologie, Dr. Gudula Kirtschig.

Bei einem bösartigen Melanom besteht erhebliche Gefahr für die Gesundheit und das Leben. Im Durchschnitt sterben 15 bis 20 Prozent der erkrankten Männer und zehn bis 15 Prozent der erkrankten Frauen innerhalb von zehn Jahren. Dermatologin Kirtschig: „Bösartige Melanome erscheinen als unregelmäßig geformter Hautfleck und haben in der Regel eine dunkle, gelegentlich aber auch helle rötliche Farbe. ,Schwarzer Hautkrebs‘ verursacht zunächst keine Beschwerden und wird deshalb oft mit einem Muttermal oder Leberfleck verwechselt. Wenn er Metastasen ausbildet, kann dies tödlich enden.“

Melanome treten in den letzten Jahren weltweit immer häufiger auf. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts werden 2018 in Deutschland rund 22 000 Menschen neu daran erkranken. „Hautkrebs ist oft die Folge von zu intensiver UV-Strahlung. Die Erkrankung selbst zeigt sich oft erst viele Jahre später“, so Dr. Gudula Kirtschig. Mit zunehmendem Alter ist deshalb ein stetiger Anstieg der Neuerkrankungen festzustellen. Deshalb solle man die Haut zeitlebens vor starker Sonneneinstrahlung schützen und auf den Gang ins Solarium verzichten.

Wer im Urlaub die Sonne trotzdem genießen möchte, oder sich beruflich viel im Freien aufhält, sollte Sonnencreme mit mindestens Faktor 30 verwenden und Kleidung mit UV-Schutz verwenden.

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer ist die Chance, dass er geheilt werden kann. Die Kosten für die Hautkrebs-Früherkennung, werden in der Regelversorgung der Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren übernommen.