Tauberbischofsheim

IG Metall Geschäftsstelle in Tauberbischofsheim empfing neu gewählte Betriebsräte aus dem gesamten Bezirk Odenwald-Tauber

Kennenlernen, Schulen, Vernetzen

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Nachdem zwischen März und Mai bundesweit Betriebsratswahlen stattfanden, lud die Tauberbischofsheimer IG Metall-Geschäftsstelle die neuen Betriebsräte in ihre Räume in Tauberbischofsheim ein. Die Mitarbeiter um den Ersten Bevollmächtigten Gerd Koch sowie Kassierer und Gewerkschaftssekretär Harald Gans betreuen von dort aus die fast 8000 Mitglieder aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis.

Alle vier Jahre bestimmen die Beschäftigten ihre Interessenvertreter durch Wahlen in ihren Unternehmen. Der Betriebsrat kann mit seiner Arbeit vor Ort einiges umsetzen. In Zusammenarbeit mit der IG Metall können die Betriebsräte zusätzliche Schulungen in Anspruch nehmen und durch Rat und Tat ihre Anliegen gegenüber dem Arbeitgeber vorbringen und durchsetzen.

„Für diese neu gewählten Kollegen ist es besonders wichtig, einen schnellen Überblick über die Aufgaben ihres Mandats und die Qualifikationsmöglichkeiten zu bekommen“, erläuterte Harald Gans die Gründe für die Veranstaltung. „Gleichzeitig möchten wir uns vorstellen, Kontakte knüpfen und ein offenes Ohr für Fragen haben“, so Gans weiter.

Drei Schulungen angeboten

Und so herrschte in den Räumen der IG Metall-Geschäftsstelle in der Hauptstraße von Tauberbischofsheim noch geschäftigeres Treiben als sonst. An drei Nachmittagen kamen jeweils 30 neue Betriebsräte zu Besuch. Die IG Metall-Mitarbeiter bereiteten ihnen einen gebührenden Empfang. Im Rahmen des Besuchs konnten die Interessenvertreter der Arbeitnehmer drei Schulungen wahrnehmen. Themen waren das Betriebsratsverfassungsgesetz sowie Rechte und Pflichten eines Betriebsrats.

An einer Schautafel erklärte Gewerkschaftssekretär Eric Hall den Aufbau der IG Metall. „Die Grundlage unserer Gewerkschaft sind die Mitglieder“, begann er und ging im weiteren Verlauf auch auf die Serviceleistungen ein, auf welche die Mitglieder Anspruch haben. Neben einem kostenlosen Rechtsschutz seien vor allem die erfolgreiche Tarifpolitik ein Vorteil der Mitgliedschaft, außerdem die Weiterbildungsmöglichkeiten.

Der Gewerkschaftssekretär lud zudem interessierte Arbeitnehmervertreter ein, mit ihm ein Kommunikationstraining durchzuführen. „Ihr Betriebsräte müsst Euch als Anwälte Eurer Kollegen sehen, nicht als Richter“, appellierte Hall zum Schluss seines Vortrags. Einen weiteren Inhalt der Schulung stellten die beiden Paragrafen 80 und 87 aus dem Betriebsverfassungsgesetz dar. Dort geht es um die Aufgaben eines Betriebsrats.

Grundstein gelegt

Den Erläuterungen des Betriebsratsvorsitzenden Zeljko Volarevic von der Firma Hilite aus Seckach, folgten die Kollegen gespannt.

Danach tauschten sich die Betriebsräte rege über fachliche Herausforderungen im praktischen Arbeitsalltag aus und gaben sich gegenseitig Anregungen. Harald Gans wartete mit der dritten Station zu den Themen Freistellung für die Betriebsratsarbeit, Schulungsanspruch und Bildungsangebote der IG Metall auf. Anhand der Paragrafen 37.6 und 37.7 erläuterte er die Rechte der gewählten Räte. Darüber hinaus gab er Tipps für Seminarteilnahmen. „Jedes Mitglied im Gremium sollte mindestens das Grundlagenseminar zum Betriebsverfassungsrecht besucht haben“, ermahnte Gans. Nur so sei ist eine fundierte Arbeit innerhalb und außerhalb des Rats möglich.

Die Einführungsveranstaltung für neu gewählte Betriebsratsmitglieder fand in diesem Rahmen zum ersten Mal statt. Gerd Koch und Harald Gans sind guten Mutes, dass die Arbeit mit den „Neuen“ bald Früchte tragen wird. Die hohe Beteiligung an der Veranstaltung in der Tauberbischofsheimer Geschäftsstelle sprach für sich. Durch das persönliche Kennenlernen sei der Grundstein für die gute Zusammenarbeit mit der IG Metall-Geschäftsstelle gelegt worden, aber auch für die Vernetzung der Betriebsräte der verschiedensten Firmen untereinander. igm