Tauberbischofsheim

Dekanatswallfahrt In der Schlussphase geht es von Assamstadt nach Tauberbischofsheim

„Lebendige Gemeinde“ im Mittelpunkt des Abends

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Mitglieder der Pilgergruppe durch das Dekanat Tauberbischofsheim mit Dekan Gerhard Hauk an der Spitze, seit Sonntag von Freudenberg aus unterwegs, haben Assamstadt erreicht. Weiter geht es über Uiffingen und Distelhausen am Samstag nach Tauberbischofsheim.

Freundlich wurden sie auch in Assamstadt aufgenommen. Am Ortseingang wurden sie von Bürgermeister Döffinger und Pfarrer Kern empfangen. Dekan Hauk freute sich, dass am Altar auch Kooperator Trudpert Kern und Pfarrer Jude Taddeo Ssemambo aus Uganda den Gottesdienst mitfeierte.

In seinen Predigtworten ging Dekan Hauk auf das Motto der nachfolgenden Gesprächsrunde ein. Viele Menschen bewege, wie man Gemeindeleben gut gestalten könne, werde doch die Zahl der Christen weniger, gleichzeitig sei vielen Menschen der Glaube aber wichtig, sie wollten diesen auch gerne an die nächste Generation weitergegeben.

Frühere habe man von „Praktizierenden Christen“ gesprochen, gemeint waren damit meist Christen, die regelmäßig sonntags den Gottesdienst mitfeierten. Die Vielfalt des Christseins sei heute stark gewachsen, in dem unter anderem auch Menschen sagten „Ich möchte mich für Gott einsetzen“. Dazu zähle der persönliche Umgang mit den Mitmenschen, die Mitarbeit in ehrenamtlichen Einrichtungen und vieles mehr. Gefreut habe er sich auch im Gemeindezentrum, als die Pilgergruppe im Namen des Gemeindeteams begrüßt wurde. Weiter ging es im Gemeindehaus St. Kilian in der alten Kirche. Mit einem Impuls führte Dr. Robert Koczy ins Thema „Gemeinde“ ein. Unterwegs habe man oft gesungen „Brenne in uns, Heiliger Geist“. Wenn man heute versuche, Kirche weiterzuentwickeln, oft auch mit Organisationsberatern, bestehe durchaus die Gefahr des „geistlos Werdens“.

Er zeigte anhand von Fakten die derzeitige Katholikenzahl des Bistums Freiburg mit etwa zwei Millionen Christen, 2030 werden es noch etwa 1,6 Millionen sein. die Zahl der Hauptamtlichen werde mit derzeit 2000 Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferenten auch nur noch 650 sinken – oft auch deswegen, weil die Bewerber fehlten.

Die diözesanen Leitlinien zeigen einen Rahmen auf, wie man diesem Trend begegnen könne. Klar dürfte auch sein, dass die derzeitigen Gemeinden nur eine Wegstrecke der Kirchenentwicklung sein werden. Die Dekanate werden nicht unbedingt die Gemeinden der Zukunft sein, sie sollen aber verstärkt Projekte mit Zukunftspotential fördern.

Koczy zeigte sich hoffnungsvoll: Festzustellen seien in vielen Gemeinden auch Aufbrüche, denn als Kirche „habe man etwas, was die Welt braucht“. Obwohl es den Menschen gut wie noch nie gehe, werde die Seelennot immer größer. Der christliche Glaube gebe Halt, in geplanten pastoralen Zentren sei viel möglich. Er sprach weitere Möglichkeiten aus den diözesanen Leitlinien an, bevor die Diskussion in die große Runde der Pilger mit vielen zusätzlichen Gästen freigegeben wurde.

Hier gab es zahlreiche Anregungen, wie man eine lebendige Gemeinde erreichen könne, ob über Familienkreise, Familiengottesdienste, Vater-Kind-Wochenenden und die Wünsche nach mehr Geistlichen Angeboten. Das Projekt „Tauberbischofsheim liest die Bibel“ wurde hier besonders lobend erwähnt. Dekan Hauk legte Wert darauf, dass man Abschied nehmen müsse von Dingen, die als „Arbeit“ gesehen werden. Es gehe um Leidenschaft, man müsse sich gern einbringen wollen. Vieles dieser angesprochen Themen landete anschließend im „Herdenbrief“ an den Erzbischof, an dem sich alle Anwesenden fleißig einbrachten und der inzwischen einen ordentlichen Umfang eingenommen hat (die FN berichteten).

Am Donnerstag ging es weiter nach Uiffingen, dort stand das Thema „Liturgie“ im Mittelpunkt.

Am heutigen Freitag geht es um 8.15 Uhr weiter über Heckfeld nach Distelhausen auch dort ist um 19.15 Uhr eine Eucharistiefeier und anschließend im Markusheim eine Gesprächsrunde zum Thema „Wallfahrt mit offenem Singen“.

Am Samstag geht es schlielich um 8.15 Uhr zur kürzesten Wegstrecke nach Tauberbischofsheim, wo um 11 Uhr in der Stadtkirche St. Martin der Abschlussgottesdienst gefeiert wird. Gerne dürfen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Tagesetappen anschließen, näheres ist über das Pilgerhandy 0178/1641805 zu erfahren.

Ebenfalls sind Gäste bei den abendlichen Eucharistiefeiern bzw. dem Abschlussgottesdienst und den Gesprächsrunden mit interessanten Referenten willkommen. bk