Tauberbischofsheim

Verdienste gewürdigt Mesner Martin Henneberger in den Ruhestand verabschiedet / Nachfolgerin wird seine Frau / Elmar Vollrath nun Hausmeister

„Mit Begeisterung die Arbeit angepackt“

Archivartikel

„Großer Bahnhof“ für den scheidenden Mesner Martin Henneberger in der Stadtkirche: Er wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Tauberbischofsheim. Schon die vielen Ministranten zeigten beim Einzug zum Gottesdienst, dass in der Stadtkirche St. Martin etwas Besonderes vonstatten gehen musste: Martin Henneberger ging mit Abschluss dieses Gottesdienstes in den Ruhestand, nach 25 Jahren im Dienste der Pfarrei St. Martin und fast 30 Jahren als Mesner.

Pfarrer Gerhard Hauk hatte dazu bewusst die St. Martinskirche ausgewählt, wo er unzählige Stunden verbracht hat, die Türen aufgeschlossen, die Gottesdienste vorbereitet, als Lektor und Kommunionhelfer dabei war, sich um Kerzen, Mikros und Glocken gekümmert hatte, mit den Menschen gebetet und Gottesdienste mitgefeiert hat.

Beruf als Berufung

Pfarrer Hauk hatte zur Verabschiedung ein großes Bild mitgebracht, das Martin Henneberger beim Reinigen der Gottesdiensthinweisschilder am Stadteingang zeigt; ein Hinweis, dass sein Dienst nicht nur in der Kirche, sondern weit darüber hinaus ging. Schließlich gehörten auch die Kapellen, die Kindertagesstätte, das Winfriedheim und vieles mehr dazu. „Berufung gilt nicht nur für Priester, auch der Beruf des Mesners sei für Martin Henneberger eine Berufung“, so Gerhard Hauk in seiner Laudatio. Er sei dafür lebendiges Zeugnis.

Nun beginne ein neuer Lebensabschnitt, wo neue Berufungen gefordert sind, insbesondere als „Großvater“, das Talent dazu habe er. „Auch jung gebliebene Rentner sind im ehrenamtlichen Dienst der Kirchengemeinde ohnehin immer willkommen“, so Gerhard Hauk schmunzelnd. Er würdigte auch das gärtnerische Talent von Martin Henneberger und stellte seine „Gutmütigkeit“ heraus: Ihm sei nichts zu viel gewesen, er habe nie auf die Uhr geschaut, habe die notwendige Arbeit erkannt und nie nach Zuständigkeiten gefragt.

Er sei jeden Tag guten Mutes gekommen und habe mit Begeisterung die Arbeit angepackt. Deshalb sprach Pfarrer Hauk auch im Namen des Seelsorgeteams und des Büroteams ein Vergelt’s Gott aus und überreichte dazu eine Collage mit einer Reihe von Geschenken.

Dazu gehörten auch der Rom-Reiseführer für die anstehende Romwallfahrt. Er überreichte auch Geschenke mit Dankesworten der KJG und der Ministranten von St. Martin. Christian Wamser stellte für den Pfarrgemeinderat die Begeisterungsfähigkeit von Martin Henneberger heraus: „Ihm war nichts zu viel, er war immer offen für neue Ideen und Wege und half, diese umzusetzen.“

Bemerkenswert sei auch, dass er immer mit guter Laune den Dienst antrat, sicher auch in der Gewissheit, in Gottes Geborgenheit zu sein.

Für die Menschen da gewesen

Er sei für die Menschen da gewesen, auch weit über die Kirchengemeinde hinaus.

Die Ministranten waren mit kleinen Plakaten in diese Dankesworte mit eingebunden, so dass am Schluss die Worte „Alles Gute für Dich!“ zu lesen waren.

Annette Mohr, Vorsitzende des Dekanatsmesnerverbandes, würdigte auch im Namen von Dekanatspräses Günter Holzhauer die Verdienste in den 29 Jahren seiner treuen Mesnerdienste.

Der Beruf sei nicht mit anderen vergleichbar, schließlich sei er an jedem Wochenende und Feiertag gefordert, zu den Zeiten, wo Familie und Freunde Zeit haben.

Die Familie müsse dahinterstehen, dass die Kirche an erster Stelle stehe. 29-mal Weihnachten mit Christbaum- und Krippe aufstellen, 29-mal Ostern, 29-mal Fronleichnamsfest und viele andere zeitintensive Dienste.

Immerhin habe er seine Frau damit „angesteckt“, die in St. Bonifatius als Mesnerin tätig ist, und damit war ganz Tauberbischofsheim „in Hennebergers Hand“. Auch bei ihr bedankte er sich mit einem Präsent für die Treue zur Kirche, in den Treffen des Mesnerverbandes sei er weiterhin sehr willkommen.

Pfarrer Hauk dankte mit einem Blumenstrauß Maria Henneberger, die nun die Nachfolge ihres Mannes als Mesnerin antritt. Gleichzeitig lüftete er aber auch das „Geheimnis“, wer denn die Hausmeistertätigkeiten und dem Umgang mit dem „großen Traktor“ künftig in die Hand nehme: Neuer Hausmeister für beide Kernstadtpfarreien wird künftig Elmar Vollrath sein, der auch ein kleines Begrüßungsgeschenk erhielt. Zum Abschluss beteten Martin und Maria Henneberger gemeinsam das „Mesnergebet“, bevor der Gottesdienst mit dem Segen von Pfarrer Hauk schloss.

Der langanhaltende Beifall zeigte, dass die vielen Gottesdienstteilnehmer auch aus anderen Gemeinden der Seelsorgeeinheit sehr dankbar für Hennebergers unermüdliches Wirken.