Tauberbischofsheim

Festwoche Nachtcafé, verschiedene Gottesdienste, Liobaspiel, Lichterprozession, Kinderspielstraße und Verköstigung im Winfriedheim / Kaplan Dominik Albert empfangen

Mit Lioba nach wie vor eng verbunden

Archivartikel

Viele Menschen, jüngere und ältere Mitbürger gleichermaßen, waren an den Veranstaltungen der Liobafestwoche 2018 beteiligt.

Tauberbischofsheim. Dies sagte Dekan Gerhard Hauk in seinen Begrüßungsworten zu Beginn des Festgottesdienstes am Samstag in der Stadtkirche St. Martin. Nachtcafé, verschiedene Gottesdienste mit Liobaspiel für die Kindergartenkinder und Schüler bis hin zum Freitagabend, wo die Reliquien der Hl. Lioba in einer feierlichen Lichterprozession durch die Stadt zur St. Bonifatiuskirche getragen wurden – viele Zeichen der Verbundenheit mit der Heiligen Lioba.

Blick immer auf Andere gerichtet

Sie habe Spuren sichtbar hinterlassen und Impulse gesetzt, nicht den Blick auf sich, sondern immer auf Andere gerichtet, um zu helfen, um für ein gutes Miteinander zu sorgen. In diesem Zusammenhang freute er sich auch, unter den vielen Gottesdienstbesuchern Bürgermeister Wolfgang Vockel und alle, die den Namen „Lioba“ tragen, begrüßen zu können. Er warb auch für den Besuch des Lioba-Altars rechts vom Hauptaltar, auf dem man sehen könne, wie Lioba damals den Menschen ihrer Zeit geholfen habe.

Besonders willkommen hieß er Kaplan Dominik Albert, der seit wenigen Wochen bereits „voll im Amt“ sei. Dieser ergänzte, dass die Welt und die heutige Zeit angesichts der Unwetter und Kriege Fürsprecher wie die Heilige Lioba brauche. Denn durch die Fürsprache der Hl. Lioba blieb Tauberbischofsheim von großen Unwettern und im letzten Krieg verschont.

Das Labyrinth des Lebens

In seinen Predigtworten griff der Kaplan am Beispiel eines Labyrinths mit seinen Irrwegen die Frage im Vergleich zum eigenen Leben auf: wie komme ich durch dieses Labyrinth, wie komme ich durch das Leben? Die Lösung sei ein Faden, den zum Beispiel auch Höhlentaucher benutzen, um wieder sicher ans Tageslicht zu kommen.

In der Vita über die Hl. Lioba wird von dem Traum berichtet, aus ihrem Mund komme ein roter Wollfaden. Er wurde so lang, dass sie ihn kaum noch zu einem Knäuel aufwickeln konnte. In Bezug auf das Evangelium: „Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben“ sei dies Liobas Leitfaden gewesen. Bonifatius habe Lioba von England nach Deutschland gerufen, um ihn zu unterstützen – ohne sie wäre er gescheitert.

Denn sie habe die Sprache der Milde, der Einsicht, der Liebe gesprochen, die des Volkes.

Der rote Faden sei bei ihr gewesen, den Menschen Lesen und Schreiben beizubringen, Zeit mit den Menschen zu verbringen. Provokant fragt er: „Welche Sprache sprechen wir? Auch die Sprache der Liebe? Stehen wir an der Seite der Schwachen, der Armen, hören wir die Sorgen der Menschen, die Rufe der Jugend oder alter, einsamer Menschen? Oder dreht es sich oft um die Frage: Komme ich zu kurz?“ Warum besteht oft die Angst, Fäden aus der Hand zu verlieren?“

Liobas Mission war an der Seite der Menschen mit der Verbundenheit des Weinstockes zu Gott.

Die Mission 2018 sehe schwieriger aus, die Kirche brauche heute einen langen Geduldsfaden, aber Lioba habe den Weg aufgezeigt. Heilige seien uns vorausgegangen, sie hatten einen Leitfaden für ihr Leben: die Sprache des Hörens, der Milde, der Geduld, sie sprachen mit einfachen Menschen und mit der Oberschicht, mit der Sprache des Lebens.

In diesem Sinne spiele es nicht mal eine Rolle, wo Lioba gelebt hat. Wichtig sei, dass sie Großartiges geleistet habe, allen ein Vorbild sei: Lioba zeige, dass man einen Faden brauche, um durch das Labyrinth des Lebens zu kommen.

Ohne ihn werde es kompliziert. Und das gelte in Tauberbischofsheim genauso wie im Rest der Welt.

Spende von Günter Linhart

Nach diesen nachdenklichen, beeindruckenden Worten mit vielen Impulsen feierte man gemeinsam die Eucharistiefeier.

Durch eine Spende von Günter Linhart durfte Dekan Gerhard Hauk einen neuen Kelch und eine Hostienschale segnen. Mit Christian Wamser und Frank Mischek wurden auch zwei neue Kommunionhelfer in ihr Amt eingeführt. Zum Ende der Eucharistiefeier wurden die Liobabrötchen durch Dekan Gerhard Hauk gesegnet.

Bürgermeister verteilte Brötchen

Zur Verteilung der geweihten Brötchen holte er sich Unterstützung durch Bürgermeister Wolfgang Vockel und den indischen Schwestern, die zusammen mit den Ministranten an die Kirchentüren gingen.

Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor unter Leitung von Michael Meuser festlich mitgestaltet.

Ein vielfältiges Essensangebot lud die Besucher des Fests, bedingt durch niedrige Temperaturen, ins Winfriedheim ein.

Die Aramäer, die syrisch-orthodoxe Gemeinde, erweiterten das Essensangebot in bewährter Weise.