Tauberbischofsheim

Laurentiusberg Gemeinderat spricht sich für Energiecontracting-Konzept zur Wärmeversorgung der Firma Engie Deutschland aus

Mit Solarthermie innovativen Weg gehen

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Der Tauberbischofsheimer Gemeinderat setzt beim Energiecontracting zur Wärmeversorgung auf dem Laurentiusberg auf eine innovative Energievariante. Einstimmig beauftragte das Gremium in seiner Sitzung am Mittwoch im Pavillion des Technologie- und Gründerzentrums am Wört Stadtverwaltung sowie die Klima- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) damit, einen Vertrag mit der Firma Engie Deutschland vorzubereiten und auszuarbeiten. Deren Konzept sieht die Umsetzung des Wärmekonzepts mit Solarthermie und Wärmepumpe vor.

„Wir stehen endlich mal an der Spitze des Fortschritts und produzieren Wärme ohne Emissionen. Darauf können wir stolz sein“, äußerte sich Bernd Mayer (Bürgerliste) nahezu euphorisch über das, was auf dem Laurentiusberg in Sachen Wärmekonzept angestrebt wird. Auch seine Ratskollegen zeigten sich überaus angetan vom Angebot der Firma Engie Deutschland, das Diplom-Ingenieur Thilo Rempel vorstellte.

„Hauptenergielieferant gerade in den Sommermonaten wird eine thermische Solaranlage mit einer Kollektorfläche von rund 2000 Quadratmetern sein“, führte Thilo Rempel aus. Sie soll in einem Feld oberhalb der Konversionsfläche platziert werden. „So brauchen wir keine Fläche vom ehemaligen Kasernen-areal“, ergänzte Bürgermeister Wolfgang Vockel.

Während der Übergangszeiten könne ein Teil der erzeugten Wärmeenergie direkt abgenommen werden. Was übrig bleibt, wird einem Wärmespeicher zugeführt und bei Bedarf entnommen. Als Wärmespeicher dient ein Becken mit einem Fassungsvermögen von 10 000 Kubikmetern. Er kann bis zu 95 Grad Celsius aufgeheizt werden. Fällt die Temperatur unter 80 Grad Celsius, schaltet sich eine Wärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 1000 Kilowatt ein. Der Strom für die Wärmepumpe soll aus günstigem Ökostrom bezogen werden. Die Flächen für beide Anlagen muss die Stadt dem Unternehmen zur Verfügung stellen.

„Voraussetzung zur Erreichung eines spezifischen Wärmepreises von acht Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) ist jedoch, dass die Finanzierung der Anlage über die Stadt erfolgt“, machte der Diplom-Ingenieur deutlich. „Der derzeitige, überaus günstige spezifische Wärmepreis von 7,6 ct/kWh ist jedoch nicht zu erreichen.“ Die acht Cent seien auch nur dann zu halten, wenn mindestens 80 Prozent der möglichen Kunden mitmachen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 2,1 Millionen Euro. Davon sind 500 000 Euro über Fördergelder und 1,6 Millionen Euro über ein Darlehen der Stadt zu finanzieren.

„Würde der Bieter die Anlage selbst finanzieren, käme unterm Strich ein spezifischer Wärmepreis von 12,6 ct/kWh heraus“, führte Rempel aus. Die Stadt als Eigentümer der Anlage würde ihre finanziellen Aufwendungen über einen Pachtvertrag mit Engie Deutschland mit einer Laufzeit von 20 Jahren amortisieren. „Die Wärmekunden ihrerseits können mit stabilen Wärmepreisen rechnen“, so der Fachmann, der weiter betonte. „Das Konzept basiert komplett auf erneuerbaren Energien.“

„Die Laufzeit der Anlagen überschreitet die Laufzeit des Pachtvertrags bei weitem“, meinte Rempel weiter. „Der Wärmespeicher hält gut und gerne 40 Jahre.“ Das bedeute, dass keine hohen Investitionen auf die Stadt zukämen, wenn der Pachtvertrag ausläuft.

„Wir haben das abgeklärt. Kommunalrechtlich steht dem nichts im Wege, dass die Stadt die Finanzierung übernimmt und Anträge für die Fördergelder stellt“, sagte Wolfgang Vockel.

„Der Weg ist sicherlich der richtige“, meinte Kurt Baumann (CDU). Er hoffe, dass das Konzept auf breite Akzeptanz stoße, denn nur so sei der Preis zu halten. Auf Nachfrage von Dr. Bruno Stumpf (EBT) führte Rempel aus, dass auch mit einer Erhöhung des Preises nicht zu rechnen sei, wenn der Strom für die Wärmepumpe teurer eingekauft werden müsse. Hauptlieferant sei ja die thermische Solaranlage. hut