Tauberbischofsheim

Caritas im Tauberkreis Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt veranstaltet zum Weltkindertag eine besondere Aktion / Am 19. September gibt es im Netzwerk Familie Eis für alle Kinder

Motto lautet dieses Mal „Kindern Freiräume geben“

Tauberbischofsheim.Der internationale Weltkindertag wird am Donnerstag, 20. September, gefeiert. Am Tag zuvor stimmt die Caritas im Tauberkreis darauf ein und wendet sich dabei an die, um die es geht: Alle Kinder, die an diesem Mittwoch zwischen 15.30 und 17 Uhr zum Netzwerk Familie in der Schmiederstraße 25 in Tauberbischofsheim kommen, erhalten dort ein Eis geschenkt.

Ziel des Weltkindertags ist, Themen wie Kinderschutz, Kinderpolitik und vor allem die Kinderrechte in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das Motto des Weltkindertags lautet in diesem Jahr „Kindern Freiräume geben“. Elke Hach-Wilimzik vom Caritasverband im Tauberkreis freut sich über diesen Fokus. Sie leitet die Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt und sieht gar keinen Widerspruch zwischen Freiräumen für Kinder und dem Schutz vor sexueller Gewalt: „Prävention vor sexueller Gewalt heißt keinesfalls, Kinder durch übertriebene Schutzmaßnahmen einzuengen, sie ihrer Freiräume zu berauben. Ein Kind gewinnt nur Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wenn es altersgemäß seine nähere und weitere Umgebung erforschen und sich in seiner Lebenswelt orientieren kann.“ Für die gesunde Entwicklung eines jeden Kindes sei das geradezu erforderlich. Und genau da liege die Verantwortung der Erwachsenen: „Kinder brauchen Freiräume, sie müssen draußen spielen können, je nach Alter Wege zu Fuß oder mit dem Rad alleine zurücklegen“, erklärt die Sozialpädagogin. Das heiße aber nicht, sorglos zu sein und die Kinder sich selbst zu überlassen. „Auf Gefahren im Straßenverkehr ist genauso hinzuweisen wie auf die Tatsache, dass es nicht alle Erwachsenen mit Kindern gut meinen“, fährt Hach-Wilimzik fort. Das heißt in der Praxis: Den sicheren Schulweg einüben, Straßenüberqueren trainieren. Im Kontakt mit Erwachsenen das Nein-Sagen und das Sich-Hilfe-Holen des Kindes zulassen, wenn es ein „komisches“ Gefühl hat – dass es also selbst entscheidet, wer ein Küsschen bekommt, und sich traut, an einer fremden Haustür zu läuten, um um Hilfe zu bitten.

„Das sind die Freiräume, die wir unseren Kindern genauso zubilligen müssen, wie ausreichend Wohnraum oder Spielplätze“, fährt die Expertin fort, die weiß, wovon sie spricht. Hach-Wilimzik berät nicht nur im Einzelgespräch Betroffene von sexueller Gewalt, sondern auch Eltern und pädagogisches Fachpersonal. Bei Elternabenden in Schulen und Kindertagesstätten informiert sie zum Thema Prävention, die sie für sehr wichtig hält: „Kindern Freiräume geben, bedeutet eben nicht nur, für eine gesunde Entwicklung der Kinder Sorge zu tragen, sondern auch, sie präventiv vor möglichem Missbrauch zu schützen.“ car