Tauberbischofsheim

Gesundheitswesen Mit 396 AOK-Patienten blieb die Zahl der Krankheitsfälle im Main-Tauber-Kreis stabil / Bewegung und Medikamente helfen

Parkinson-Erkrankungen werden langfristig zunehmen

Main-Tauber-Kreis.Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, in deren Verlauf die Bewegungsfähigkeit immer mehr eingeschränkt wird. Schätzungen zufolge leben in Deutschland zwischen 250 000 und 280 000 Menschen mit Parkinson, davon 1947 AOK-Versicherte in der Region Heilbronn-Franken, wie die regionale Bezirksdirektion bekannt gibt.

Vor allem Ältere erkranken

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Bei einer Parkinson-Erkrankung werden Nervenzellen des Gehirns geschädigt, die für die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin zuständig sind. Typische Symptome sind Zittern, versteifte Muskeln, instabile Körperhaltung und verlangsamte Bewegungen. Der Gang wird kleinschrittig, die Stimme leiser und monoton“. Zusätzlich treten Konzentrationsstörungen, Depressionen, Kreislauf- und Verdauungsstörungen auf.

Die Erkrankung werde zumeist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr festgestellt, so Dr. Knapstein. Im frühen Stadium sei eine Diagnose oft schwierig. Erste Hinweise können eine Verkleinerung der Handschrift, ein gestörtes Riechvermögen, starke Muskelverspannungen, Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten wie Zähneputzen, Zuknöpfen oder Computerarbeiten sein.

Da in den westlichen Industrieländern die Lebenserwartung ständig steigt und die Parkinson-Krankheit gehäuft im höheren Alter auftritt, muss mit einer zunehmenden Anzahl von Betroffenen gerechnet werden. Studien gehen davon aus, dass sich die Zahl der Patienten bis zum Jahr 2030 verdoppelt.

Frühzeitige Therapie wichtig

Im Main-Tauber-Kreis blieb die Erkrankungsrate bei den AOK-Versicherten in den vergangenen Jahren relativ stabil: 390 Patienten im Jahr 2012, 399 in 2013, 404 in 2014, 402 in 2015 sowie 396 in 2016.

Auch wenn Parkinson bislang nicht heilbar ist: Mit einer frühzeitigen Therapie lässt sich die Lebensqualität deutlich steigern. Diese setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Der wichtigste ist der Einsatz von Medikamenten. „Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen“, verdeutlicht Dr. Knapstein.

Die AOK Heilbronn-Franken fördert Selbsthilfegruppen für Parkinson-Kranke und deren Angehörige, bei denen man sich über Erfahrungen mit der Erkrankung, der Therapie und den Ärzten austauschen kann. Außerdem informieren diese die Öffentlichkeit, fördern die Aufklärung und setzen sich für die Belange der Patienten ein. Die nächsten offenen Treffen der Parkinsongruppe des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim sind am, 17. April und 15. Mai, zwischen 15 und 18 Uhr im Café des Eduard-Mörike-Hauses. Auch in Wertheim gibt es eine Regionalgruppe, die sich in wechselnden Abständen trifft.

Dr. Sabine Knapstein: „Von größter Bedeutung ist es, die medikamentöse Therapie durch sportliche Aktivitäten zu ergänzen“. Ziel sei es unter anderem, Beweglichkeit, Stabilität und Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Besonders geeignet für Parkinson-Patienten sind Nordic Walking, Radfahren, Tanzen, Gymnastik, Thai-Chi und Quigong. Die AOK bietet zahlreiche solcher Kurse an.