Tauberbischofsheim

Dekanat Tauberbischofsheim Pilgergruppe hat bereits einen Großteil der Wallfahrtsstrecke zurückgelegt / Intensive Gesprächsrunden mit wichtigen Themen

„Schäfchenzettel“ für „Herdenbrief“ an den Erzbischof gefüllt

Archivartikel

main-Tauber-Kreis.Seit Sonntag ist die Pilgergruppe durch das Dekanat Tauberbischofsheim mit Dekan Gerhard Hauk an der Spitze bereits unterwegs. Am Sonntag startete die Gruppe nach dem Eröffnungsgottesdienst in Freudenberg, inzwischen ging es über Bronnbach und Großrinderfeld bis Lauda. Auch hier wurde die große Pilgerschar sehr freundlich aufgenommen. Pfarrer Ralph Walterspacher hatte sogar im Pfarrhaus Betten für die Übernachtung bereitgestellt.

Trotz der ordentlichen Strecke, die die Pilger bereits zurückgelegt hatten, freuten sie sich nach einer perfekten Bewirtung auf die Eucharistiefeier in der St. Jakobuskirche, die musikalisch wieder von Dr. Robert Koczy mitgestaltet wurde.

Dekan Gerhard Hauk führte in seiner Predigt bereits in die abendliche Gesprächsrunde zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ ein. Ein Bild, auf dem Menschen Bäume bestäuben, weil es keine Bienen mehr gibt, sei in manchen Regionen dieser Erde bereits Realität. Er rief dazu auf, das eigene Leben so zu gestalten, dass es auf dieser Erde friedvoller und zukunftsträchtiger zugehen möge. Das Gebet der Vereinten Nationen zum Erhalt des Planeten verstärke dieses Bemühen, „damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen“. Weiter ging es in der Laudaer Pfarrscheune mit einem Impuls der Eheleute Ute und Klaus Göggelmann, die Jörg Zink mit den „letzten sieben Tagen der Schöpfung“ zitierten. Es geht hier darum, dass nach „Jahrmillionen der Mensch endlich klug genug war und Gott beiseitestellte“ und „seine Zukunft selbst in die Hand nahm“ – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Weiter wies Ute Göggelmann darauf hin, dass unter den aktuellen Themen wie Zuwanderung, Armut und Rente das Thema „Umwelt“ beziehungsweise die Erhaltung der Lebensgrundlagen leider ganz hinten stehe. Lobend stellte sie einige Aktivitäten des Erzbistums Freiburg vor, die sich auf dem Weg zur „Fair-Trade-Diözese“ mache.

Das Projekt „fair.nah.logisch“ sollte auch in den Pfarrgemeinden näher betrachtet werden, hieß es. Gewürdigt wurde auch die neu errichtete Diözesanstelle Umwelt sowie der geschaffene Umweltpreis. Die folgende, sehr lebendige Diskussion streifte Themenfelder wie Kurzflugreisen, Ernährungsbereiche, Herstellung von Kleidern mit Hungerlöhnen und Kinderarbeit, Fairen Handel sowie Bienensterben.

Dekan Gerhard Hauk ist es wichtig, dass vieles, „was uns betroffen macht, auch untereinander erzählt wird – was geschieht, aber auch was nicht geschieht“. Dies sei Kirche, die im Dialog sein müsse. „Diese Themen haben mit unserem Leben zu tun“, sagte Hauk. Deshalb sei es auch wichtig, die Ergebnisse dieser Themenrunden im Gegensatz zu den Hirtenbriefen des Erzbischofs in einem „Herdenbrief“ an Erzbischof Stephan Burger weiterzuleiten. So wurden eifrig die „Schäfchenzettel“ mit dem gefüllt, was einem gerade „am Herzen“ oder „im Magen“ lag. Auch die Tage davor war schon einiges notiert worden, so dass in den nächsten Tagen wohl ein sehr intensiver Herdenbrief zusammenkommen wird.

Am Mittwoch ging es weiter nach Assamstadt. Am heutigen Donnerstag geht es um 8.15 Uhr weiter über Boxberg nach Uiffingen. Dort ist um 19.15 Uhr ebenfalls eine Eucharistiefeier und anschließend im Gemeindehaus eine Gesprächsrunde zum Thema Liturgie.

Am Freitag geht es um 8.15 Uhr über Heckfeld nach Distelhausen. Im Markusheim findet eine Gesprächsrunde mit offenem Singen statt. Am Samstag steht die kürzeste Wegstrecke nach Tauberbischofsheim an, wo um 11 Uhr in der Stadtkirche St. Martin der Abschlussgottesdienst gefeiert wird. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich den Tagesetappen anschließen. Ebenfalls sind Gäste zu den Eucharistiefeiern und den Gesprächsrunden willkommen. Bk