Tauberbischofsheim

Ständig steigende Behandlungszahlen Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen in gebärfähigem Alter

Sehr schmerzhaft und oft erst spät diagnostiziert

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Von Endometriose haben die meisten Menschen noch nie etwas gehört. Dabei tritt die Unterleibserkrankungen bei Frauen zwischen 15 und 45 Jahren häufig auf. In Baden-Württemberg kletterte der Anteil der AOK-Versicherten, die wegen Endometriose in ambulanter oder stationärer Behandlung sind, von 10 751 im Jahr 2013 auf über 13 800 2017. Auch im Main-Tauber-Kreis beobachtete die AOK eine deutliche Steigerung. 2017 wurden 150 Frauen medizinisch wegen Endometriose betreut (2013: 132).

Allerdings dauert es laut Robert-Koch-Institut im Durchschnitt sechs Jahre, bis die Krankheit als Ursache der Beschwerden festgestellt wird. Die Dunkelziffer der betroffenen Frauen könnte also deutlich höher sein, da nur die Versicherten ermittelt werden konnten, die sich in ärztlicher Behandlung befinden. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist. Die Ursache für Endometriose sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese Endometriose-Herde können vorkommen, ohne dass die Frau davon etwas spürt. „Endometriose wird oft erst bei der Diagnostik eines unerfüllten Kinderwunschs entdeckt“, erklärt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. „Bei etwa jeder zweiten Frau mit Fruchtbarkeitsstörung wird eine Endometriose festgestellt.“

Nicht vollständig heilbar

Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen. Sie treten oft zusammen mit der Regelblutung, während oder nach dem Geschlechtsverkehr auf. Diese Schmerzen werden meist krampfartig erlebt und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Eine Wärmflasche, aber auch Schmerzmittel, sind daher häufige Begleiter von Frauen mit Endometriose. „Vor allem jungen Frauen mit starken Beschwerden fällt es dann oft schwer, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. Das Sexualleben und damit die Lebensqualität können dadurch stark beeinträchtigt werden. Eine ausgeprägte Endometriose kann der Grund sein, wenn eine Frau nicht schwanger wird“, erklärt die Ärztin. „All dies kann eine Partnerschaft erheblich belasten“.

Bislang lässt sich Endometriose nicht vollständig heilen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln“, macht Knapstein Mut.

Oft ist eine Therapie möglich, die die Schmerzen lindert oder ganz verschwinden lässt. „Dies und das Wissen, dass es sich um eine gutartige Erkrankung handelt, bedeutet für die meisten Frauen eine große Entlastung.“

Auch eine Operation sei möglich. Ziel des Eingriffs ist es, möglichst alle Endometriose-Herde zu beseitigen. So kann die Chance auf eine Schwangerschaft verbessert werden.