Tauberbischofsheim

Rheuma-Liga Tauberbischofsheim/Lauda Rückblick gehalten / Vortrag zum Thema „Schmerz und Einsamkeit“

Sorge wegen der Kleinschwimmhalle

Tauberbischofsheim.Bei der Jahreshauptversammlung der Rheuma-Liga Tauberbischofsheim/Lauda wurde Ruth Schäffner verabschiedet. Sie kümmerte sich viele Jahre um die Bäderfahrten.

Bei der Begrüßung freute sich Klaus Burger, Geschäftsführer der AOK Tauberbischofsheim, über die aktive und rege Arbeit der Arbeitsgemeinschaft. Vorsitzende Gerlinde Lakeit-Schneider bedankte sich für die großzügige Unterstützung der AOK.

Die Vorsitzende ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Wasser- und Trockengymnastik, Fibromyalgiegruppe, Stammtisch, Jahresausflug und Bäderfahrten zählten zu den wichtigsten Punkten. Im Ausblick für 2019 brachte sie ihre Sorge zum Ausdruck, wie es mit der Kleinschwimmhalle im Haus Heimberg weitergeht. Die Möglichkeit der Teilnahme an der Wassergymnastik ist für die Mitglieder zum Erhalt der Beweglichkeit und zur Schmerzlinderung sehr wichtig. Ihre Hoffnung beruht auf dem Bau eines neuen Schwimmbades.

Verabschiedet wurde Ruth Schäffner, die nach elf Jahren ehrenamtlicher Organisation der monatlichen Bäderfahrten, aus gesundheitlichen Gründen, aufgehört hat. 3600 Kilometer ist sie mit dem Bus gefahren, Sie hat 6055 Personen in dieser Zeit betreut, und alle Thermalbäder in der erreichbaren Umgebung angefahren. Leider hat sich kein Nachfolger gefunden, so dass die Firma Lillig in Bad Mergentheim die Planung übernommen hat.

Im Anschluss, folgte der Vortrag von Alexander Schubmann, Psychologe zum Thema „Schmerz und Einsamkeit“. Der Referent ist ausgebildeter Psychologe (M.Sc.). Einen Doktortitel, wie in der Ankündigung vermerkt, hat er nicht. Im Vortrag wurde die psychologische Dimension chronischer Schmerzen hervorgehoben. Sowohl der Krankheitsverlauf wie auch der Leidensdruck werden entschieden von dieser Dimension beeinflusst.

Während manche Betroffene ihr Leben trotz schwerer Symptome mit kleinen Einschränkungen weiter führen, sei bei anderen schon bei geringen Symptomen eine Fokussierung auf den Schmerz als zentraler Lebensinhalt zu beobachten. Auch kurzfristig positive Folgen sind möglich.

Im sozialen Umfeld erhalten die Betroffenen Aufmerksamkeit und Fürsorge, im Beruf können unangenehme Aufgaben vermieden werden. Diese Zugewinne könnten ein ambivalentes Verhältnis zum eigenen Schmerz hervorrufen und eine effektive Behandlung behindern. Langfristig führt dies jedoch häufig zu unerwünschten Folgen wie Einsamkeit und Arbeitsunfähigkeit.

Der Referent plädierte daher dafür, die Erkrankung nicht als Mittel zu nutzen, um andere Ziele zu erreichen. Sowohl Betroffene als auch Angehörige sollten die unter den Schmerzen Leidenden nicht auf diesen reduzieren, sondern weiter positive Lebensinhalte aufrecht erhalten. Schmerzen äußerten sich im Erleben, Denken und Verhalten und damit in Bereichen, in denen psychologische Interventionen von großer Bedeutung seien. Der Referent verwies auf die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze, in denen sowohl körperliche, psychologische als auch soziale und berufsbezogene Einschränkungen behandelt werden.