Tauberbischofsheim

Hauptstelle der Volksbank Main-Tauber Ausstellung mit hyperrealistischen Bildern von Yacomá ist bis zum 7. November zu sehen

Spiel mit dem Realismus der Fotografie

Unter dem Titel „Miscellaneous“ sind derzeit farbintensive Werke des Künstlers Yacomá in der Hauptstelle der Volksbank Main-Tauber in Tauberbischofsheim zu sehen.

Tauberbischofsheim. Die Kundenhalle der Volksbank Main-Tauber in Tauberbischofsheim besticht momentan durch besondere, intensive Farbmomente. In den nächsten Wochen sind dort in der „Bankgalerie“ die „Hyperrealistic Artworks“ von Yacomá zu sehen – bearbeitete Fotografien, die das Motiv bisweilen verfremden und dadurch eine andere Realitäts- und Betrachtungsebene ermöglichen. Die Vernissage fand unter großem Publikumsinteresse am Mittwochabend statt.

„Durch die farbliche Verfremdung gelingt es Yacomá, die Grenzen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem zu verwischen.“ Dr. Peter Heinrich charakterisierte bei seiner Einführung die Bilder Yacomás. „Da wird Crissis Wald zu einer verzauberten Spiegelung, da zeigen sich in den Bäumen die Schatten als perspektivische Linien, da wird das Riesenrad so angeschnitten, dass alle Linien in einem Punkt enden, das leere Festzelt flieht in eine Richtung, die Mitte ist oft subtiles Thema.“ Yacomá hinterfrage in seiner Kunst die Beziehungen zum Gesehenen.

„Die Bilder von Yacomá stellen den Hyperrealismus eines Helnwein, etwa beim Cover der Scorpions-LP mit den Gabeln in den Augen, radikal in Frage“, führte Dr. Peter Heinrich weiter aus. Yacomá fülle den Hyperrealismus durch die Überlagerung von Wirklichkeiten mit ganz anderer Bedeutung. So stünden Yacomás Fabrikhallen für ihn vielmehr in einer Beziehung zu Bildern von Andreas Gursky, wie dessen Rhein II 2011 – mit 3,1 Millionen Euro Erlös für eine Weile das teuerste Foto der Welt. Auch Gursky spiele mit dem Realismus der Fotografie.

„Wir kennen uns seit Kindertagen, damals hieß Yakomá noch Werner Hägele, und wir wohnten in Werbachhausen“, freute sich Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber auf ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. „Vor über 30 Jahren haben wir uns dann aus den Augen verloren. Er ging nach Würzburg, ich nach Frankfurt. Umso schöner ist es für mich, dass er jetzt seine Bilder in unserem Haus ausstellt.“

„Eine kunstinteressierte Frau hat in den Anfangstagen meines Schaffens gesagt, die Farben meiner Bilder erinnern sie an Vincent van Gogh. Das fand ich gut und es hat mich bestärkt, meinen Weg weiterzugehen“, gab Yakomá abschließend ein wenig von seiner künstlerischen Motivation preis. Für die musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte die Band „Dead Flowers“.