Tauberbischofsheim

Vollversammlung des Dekanatsrats Wichtige Themen standen in Tauberbischofsheim auf der Agenda / Neuigkeiten aus dem Jugendbüro / Haushalt für 2019 vorgestellt

Strukturreform „Pastoral 2030“ wurde intensiv diskutiert

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Die Vollversammlung des Dekanatsrats fand im Tagungshotel St. Michael in Tauberbischofsheim statt.

Im Sitzungssaal ging es nach den Begrüßungsworten von Dekanatsratsvorsitzender Birgit Frei mit einem intensiven Austausch untereinander los. Hartmut Schäffner, stellvertretender Vorsitzender des Dekanatsrats, führte in den Tagesordnungspunkt „Aus der Praxis – für die Praxis“ ein: Den Schwerpunkt bildete hier die Anfang Januar in fast allen Gemeinden durchgeführte Sternsingeraktion, bei der allein im Dekanat Tauberbischofsheim 175 000 Euro gespendet wurden.

Übergreifende Zusammenarbeit

Dekanatsreferent Robert Koczy ging auf die bisherigen Überlegungen zur pfarreiübergreifenden Zusammenarbeit ein. Der erstmals erstellte „Newsletter“ des Dekanats Tauberbischofsheim „Gutes beim Nachbarn“ zeige eine Fülle hochinteressanter Veranstaltungen in den einzelnen Seelsorgeeinheiten, von denen aber selbst in den Nachbargemeinden oft niemand etwas wisse. Mit der Vernetzung über diese Plattform werde sichtbar, wo für welche Zielgruppe nur wenige Kilometer weiter ansprechende Vorträge, Gottesdienste, musikalische Veranstaltungen oder Theatertermine stattfinden. Robert Koczy hatte sich im Januar und Februar viele dieser Veranstaltungen vor Ort angeschaut und zeigte sich beeindruckt, wie gut und ansprechend diese gestaltet wurden – sei es in Wertheim eine ökumenische Tauferneuerung, in Bonnbach ein marianischer Abend, in Königheim ein musikalisches Abendgebet, in Boxberg eine Nacht der Anbetung, in Wittighausen (Taize-Gebete), in Impfingen das Soli-Café oder in Tauberbischofsheim die „Junge-Kirche-Gottesdienste“.

Jede Kirchengemeinde habe etwas zu bieten und es lohne sich, einander zu besuchen. Der nächste Newsletter für den Zeitraum April bis Juni werde gerade fertiggestellt. Weiter berichtete Robert Koczy über den Stand der Aktualisierung der Dekanatshomepage.

Dekanatsjugendreferentin Maxi Scheuermann brachte Neuigkeiten aus dem Jugendbüro mit: mit Michael Kinzie (Tauberbischofsheim) sei die FSJ-Stelle im Jugendpastoralen Team besetzt worden. Da zum Aufgabenbereich die Jugendbüros Tauberbischofsheim, Mosbach-Buchen und die KLJB Außenstelle gehören, sei die Finanzierung gedrittelt.

Zu den Aufgaben Kinzies gehören aktuell die intensiven Vorbereitungen zur 72-Stunden-Aktion (23. bis 26. Mai). Im Dekanat haben sich 14 Gruppen gemeldet, 330 Kinder und Jugendliche werden also dabei sein. Der Koordinierungskreis besucht derzeit die Gruppen, als Schirmherr werden Dekan Gerhard Hauk und Landrat Reinhard Frank zur Verfügung stehen. Gesucht werden derzeit noch Jugendbands, die entsprechende 72-Stunden-Gottesdienste mitgestalten. Informationen erteilt das katholische Jugendbüro (Telefon 09341/2987).

Ein weiterer wichtiger Besprechungspunkt war die Trauerpastoral im Dekanat: Robert Koczy wies darauf hin, dass man bei einem Todesfall auch viel mit Menschen in Kontakt komme, die sonst „nichts mit der Kirche zu tun haben“. In einer Arbeitsgruppe wolle man sich auf Dekanatsebene damit auseinandersetzen, was dies für die Pastoral bedeutet und vorhandene kirchliche Angebote auf ihre „Tauglichkeit für diesen Ernstfall menschlichen Lebens“ hin überprüfen. Beate Maier wies auf die Angebote des Caritasverbands durch die Ehe- und Familien- und Lebensberatung sowie der Erziehungs- und Familienberatungsstelle hin.

Junge Familien im Blick

Theresa Vierneisel warf einen Blick auf die „Willkommenskultur für Neugeborene“. Sicher sehe es in den Pfarrgemeinden unterschiedlich aus – das wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. Der Wunsch nach der Taufe des Kindes sei da. Nur wie gehe es dann weiter? In manchen Gemeinden der neuen Familienzentren würden junge Familien besucht. Das sei sicher eine Chance, mit den Familien ins Gespräch zu kommen und als Kirche eine Heimat zu geben. Schließlich würden die Kinder mit der Taufe ja „in die Gemeinde aufgenommen“. Hinsichtlich „Taufsonntage“ oder Taufe im Gottesdienst wurden verschiedene Modelle angesprochen, die Hauptsorge ging jedoch in die Zeit danach. Stichworte sind oft fehlende Angebote wie „Kinderkirchen“ und die früheren „Krabbelgruppen“. An Anregungen fehlte es nicht. Das Thema müsse weiter bearbeitet werden.

Mit Spannung erwartet wurde das Stimmungsbild von der Diözesanversammlung zur Strukturreform „Pastoral 2030“. Dieses Thema wird derzeit in allen Gemeinden intensiv diskutiert, ist doch durch die zurückgehende Zahl von Kirchenbesuchern, Priestern und Hauptamtlichen sowie zurückgehenden Kirchensteuern, bis 2030 geplant, die Anzahl der Kirchengemeinden im Bistum Freiburg auf 40 zu reduzieren. Das entspricht etwa der Anzahl der früheren Dekanate.

Mit Dekan Gerhard Hauk, Birgit Frei und Katharina Withopf waren drei Vertreter des Dekanats Tauberbischofsheim bei der Pastoralkonferenz in Freiburg dabei. Sie gaben ein Stimmungsbild der Versammlung wider. „Viele waren zunächst erschreckt und entmutigt. Die in Teilbereichen aufgezeigten Wege überzeugten nicht vollständig“, hieß es. Der Erzbischof habe aber auch deutlich gemacht: „Habt Mut. Macht das, was wichtig ist.“

Diskutiert wurde intensiv. Wie kann Kirche dann noch funktionieren? Wie kann es gelingen, die Menschen miteinander auf die neue Situation einzustimmen? Diese Fragen bewegten die Teilnehmer. Außerdem: Das Priesterbild verändere sich. Früher habe ein Pfarrer jeden im Ort gekannt. Heute sei die Sorge da, nur noch zum Verwalter und „Beerdiger“ zu werden. „Wie können Wortgottesdienste gestaltet werden, ohne die Eucharistie zu verdrängen? Welchen Sinn machen die Pfarrgemeinderatswahlen 2020, wenn in wenigen Jahren eine Pfarrgemeinde von Tauberbischofsheim bis Wertheim-Freudenberg geht?“, fragte man sich.

Werkstatt-Treffs im Herbst

Im Herbst sind Werkstatt-Treffs geplant, bei denen geografische Konturen erörtert werden sollen. In der Diskussion wurde neben der Sorge aber auch Zuversicht zum Ausdruck gebracht. „Schließlich bringen viele Zwischenschritte auch nichts, wenn alle paar Jahre neue Diskussionen entstehen“, hieß es. Deshalb mache es mehr Sinn, weiterreichende Überlegungen anzustellen.

Ein weiteres Thema in der Diözese ist die „Umsatzsteuer für kirchliche Aktionen“. Hierzu wird es am 21. März im Gemeindehaus St. Bonifatius einen Workshop geben, um steuerrelevante Themen unter die Lupe zu nehmen (Anmeldung bis 13. März).

Kurt Baumann, der das Dekanat Tauberbischofsheim in der Kirchensteuervertretung in Freiburg vertritt, stellte den Jahresabschluss 2017 des Dekanats vor, der einen Überschuss von 4860 Euro erzielte, allerdings nur aufgrund von Einsparungen im Büro- und Geschäftsaufwand und nicht getätigter Anschaffungen. Der Abschluss wurde von der Vollversammlung einstimmig gebilligt. Weiter stellte Baumann den Haushalt des Dekanats für 2018 und 2019 vor. Beide Zahlenwerke weisen nach jeweils einen Fehlbetrag von etwa 5000 Euro aus. Gebilligt wurden die geplanten ordentlichen Erträge von 119 414 Euro und die Aufwendungen in Höhe von 124 468 Euro (2019: 123 968 Euro). Weiter gab Kurt Baumann einen Überblick über die derzeitige Entwicklung des Diözesanhaushalts für die Folgejahre.

Beate Maier informierte über den Ende März anstehenden Umzug der Tauberbischofsheimer Tafel in die Albert-Schweitzer-Straße 27. Weiter freute sie sich über die Eröffnung des neuen Familienzentrums in Grünsfeld im April in Kooperation mit der Stadt und der Seelsorgeeinheit. Weiter informierte sie zusammen mit Dekan Gerhard Hauk über die Zukunft des Hotels St. Michael als Integrationsbetrieb des Caritasverbands und den derzeitigen Gesprächsstand (die FN berichteten).

Kurt Baumann wies auf die anstehenden Kommunalwahlen am 26. Mai hin. Wichtig sei es, dass sich auch kirchlich engagierte Menschen zu einer Kandidatur bereiterklärten, um die Gesellschaft mitzugestalten. Vorsitzende Birgit Frei dankte für die sehr rege und aktive Diskussion.