Tauberbischofsheim

Naturschutzgebiet „Brachenleite“ Vorort-Termin mit Vertretern von Stadt, Naturschutzbund, Landratsamt und Regierungspräsidium

Tafeln sollen ökologischen Wert verdeutlichen

Archivartikel

Tauberbischofsheim.Das Naturschutzgebiet „Brachenleite“ soll Informationstafeln bekommen: Kürzlich trafen sich Bürgermeister Wolfgang Vockel und Amtsleiter Rainer Ruppert mit Vertretern des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Landratsamts sowie des Naturschutzbunds zu einem Vorort-Termin in Tauberbischofsheim.

Zusätzlich wurde darüber beraten, welche Wege des ehemaligen militärischen Wegenetzes auf dem Gelände zukünftig genutzt werden können. „Der Stadt ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung und die Besucher das Gebiet auf den Wegen wie seit Jahrzehnten auch künftig begehen können“, so Bürgermeister Vockel.

An prominenten Orten

Informationstafeln an zwei prominenten Orten sollen den besonderen ökologischen Wert des Geländes veranschaulichen. Dabei werden eine Grundtafel mit allgemeinen Angaben, eine Tafel mit der Nutzungsgeschichte sowie eine dritte zum Thema Schmetterlinge/Bläulinge platziert.

Ein großes Ärgernis seien allerdings weiterhin die Transporte zur Biogasanlage auf der Gemarkung Grünsfeld, die mitten durch das Gelände geführt werden. Eine einfache Sperrung der Straße sei nicht zulässig, da die Landwirte die Wege zu ihren Feldern befahren müssen.

Das 64 Hektar große Naturschutzgebiet „Brachenleite“ ist seit 2015 ausgewiesen und umfasst die Plateauflächen des ehemaligen Standortübungsplatzes östlich von Tauberbischofsheim zwischen dem Waldgebiet „Moosig“ im Nordwesten und den Waldgebieten „Grünsfelder Tannen“ und „Lauswinkel“ im Osten und Südosten.

Im Lauf der jahrzehntelangen Nutzung durch das Militär und durch den Verzicht auf Spritzmittel in Verbindung mit traditioneller Schafbeweidung hat sich dort ein hochwertiges tierisches und pflanzliches Leben mit einer hohen Vielfalt angesiedelt: insgesamt 818 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, darunter auch streng geschützte Arten.

Zum Schutz und Erhalt des Gebiets sind besondere Pflegemaßnahmen notwendig. Somit sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder nachhaltigen Störung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts führen können. Dazu zählen das Befahren des Gebiets mit motorisierten Fahrzeugen, das Entnehmen und Beschädigen von Pflanzen, das Fangen von Tieren, Reiten außerhalb der ausgewiesenen Wege, Campieren und Lagerfeuer sowie Hunde frei laufen zu lassen.