Tauberbischofsheim

Schulzentrum am Wört Forumtheater der „Wilden Bühne“ gastierte im Rahmen der Präventionsarbeit / Schüler in die Aufführung einbezogen

Theaterpädagogik mit hohem Identifikationsfaktor

Im Rahmen der Präventionsarbeit gegen die Suchtgefahr gab es am Schulzentrum am Wört in Tauberbischofsheim eine Aufführung der „Wilden Bühne“ aus Stuttgart.

Tauberbischofsheim. In jungen Jahren Euphorie und große Träume – später alle Wünsche verworfen und der Sucht verfallen. Das Leben verpfuscht. So kann es gehen, immer wieder kommt es vor. Einen Weg, um diesem Schicksal vorzubeugen, beschreitet das Schulzentrum am Wört mit seiner aktiven Präventionsarbeit, die bereits in den unteren Jahrgangsstufen ansetzt.

Davon profitieren konnten zuletzt die siebten Klassen des Schulzentrums. Für sie gab es eine Aufführung der „Wilden Bühne“ aus Stuttgart. Auf die Beine gestellt hatten dieses Event die Präventionslehrerinnen Philipp und Frech, um mit dieser Form der Theaterpädagogik die Problemlösungskompetenzen, die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie das Reflexionsvermögen der Schüler zu fördern. Finanziell unterstützt wurden die Aufführungen vom Förderverein der Schule, dem AkS (Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung Main-Tauber-Kreis) sowie dem Landeskriminalamt.

Direkt aus der Lebenswelt

Forumtheater der „Wilden Bühne“, was soll das sein? Ein Theaterstück anschauen, ruhig dasitzen und nichts machen können, wie langweilig. Wer von den Jugendlichen so gedacht hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Immer wieder wurden sie in die Handlungen mit einbezogen.

Die ehrenamtlichen Schauspieler spielten eine Szene vor, direkt aus der Lebenswelt der Siebtklässler gegriffen. Realitätsnah, glaubwürdig und anschaulich warfen sie Probleme auf, mit denen sich die Schüler sofort identifizieren konnten: Mobbing in der Klasse, Dissen im Internet über soziale Netzwerke, Weiterleiten von Handyfilmen, Umgang unter Freunden, Rauchen und Kiffen.

Alternative Handlung

Am Ende einer vorgespielten Szene befragte ein Moderator die Schüler, wie sie die Situation bewerten und was sie vielleicht anders als die Personen im Schauspiel gemacht hätten. Die Hände gingen nach oben, rege beteiligten sich die Jugendlichen an den Diskussionen und brachten ihre eigenen Lösungsvorschläge ein. Und ganz schnell standen sie selbst auf der Bühne. Der Moderator holte Freiwillige nach vorne, die Szene wurde nochmals gespielt.

Ohne Text und frei aus dem Bauch heraus agierten die Neuschauspieler und die Handlung nahm nun plötzlich einen völlig anderen Gang. Ungünstige Szenenausgänge konnten so verändert werden. Jede Situation beinhaltet verschiedene Handlungsmöglichkeiten, das wurde den Zuschauern und Mitwirkenden so deutlich vor Augen geführt.

Rechtliche Fragen, zum Beispiel im Fall „Cybermobbing“, mussten auch nicht im luftleeren Raum stehen bleiben – eine Expertin auf diesem Gebiet, Polizeihauptmeisterin Sabine Hönninger war als zuständige Ansprechpartnerin des Polizeipräsidiums Heilbronn, Referat Prävention, anwesend.

Eindringlich redete sie mit den Schülern und stellte klar, welche Vergehen bereits als Straftat geahndet werden können und wie die Teenager mit kniffligen Situationen umgehen sollten.

Mit viel Eifer und Enthusiasmus, aber auch immer Humor, stellten die aus Stuttgart angereisten Schauspieler ihre Szenen vor und schafften es durchweg, die jugendlichen Zuschauer in ihren Bann zu ziehen – somit geht diese Aktion als ein wichtiger und gelungener Baustein in die Präventionsarbeit des Schulzentrums ein. saw