Tauberbischofsheim

Matthias-Grünewald-Gymnasium „Deine Gedanken auf Papier“ lautete das Motto des dritten Schreibwettbewerbs

„Überraschend vielfältige Mischung“

Archivartikel

„Deine Gedanken auf Papier“ lautete das Motto des dritten Schreibwettbewerbs am Matthias-Grünewald-Gymnasium. Zahlreiche Schüler der fünften bis zwölften Klassen sandten Texte ein.

Tauberbischofsheim. Welche schriftstellerischen Talente am MGG schlummern, zeigte die große Vielseitigkeit der eingereichten Beiträge. Literarische Skizzen, Kurzgeschichten und Romananfänge befanden sich ebenso darunter wie Songtexte und Gedichte. Die Jury, bestehend aus Deutsch- und Englischlehrern des Gymnasiums sowie Johannes Benz von der Buchhandlung „Schwarz auf Weiß“, hatte die Qual der Wahl.

Insgesamt neun Schüler reichten 14 Texte ein. Von einer „überraschend vielfältigen Mischung“ sprach Jessica Hecht. Die Lehrerin für Deutsch und Englisch hatte den Wettbewerb organisiert. Hecht lobte die Autoren für ihren Mut mitzumachen. „Manche Texte sind sehr intim und offenbaren Privates.“ Die Jury ist ihren Angaben zufolge mit dieser Offenheit sehr behutsam umgegangen.

Seit diesem Schuljahr gibt es am Matthias-Grünewald-Gymnasium die Arbeitsgemeinschaft „Kreatives Schreiben“. Als deren Leiterin hat Jessica Hecht den Schreibprozess der Schüler begleitet. Für sie sei es eine beglückende Erfahrung gewesen, wenn die Schüler einander Texte vorgelesen und miteinander darüber diskutiert haben. Hecht freute es besonders, dass Schüler aus der AG am Wettbewerb teilgenommen und dafür sogar ganz neue Texte eingereicht haben.

Den Preis für die Unterstufe erhielt Katina Vogel (7a). Ihre Reitergeschichte handelte von den turbulenten Ereignissen auf einem Pferdehof. „Der Leser sieht die Welt durch die Augen einer Zwölfjährigen“, erklärte Jessica Hecht in ihrer Laudatio. Der Text sei stimmig, weil er gute Beobachtungen enthalte und sprachlich gelungen sei.

Marlene Bau (8b) bekam den Preis für die Mittelstufe zugesprochen. Sie hatte eine Kurzgeschichte und zwei Romananfänge eingereicht. Deutschlehrerin und Jurymitglied Laura Steinmetz hatte der bisweilen abgründige Humor der Texte überzeugt. Zugleich sei sie junge Autorin in der Lage, Spannung aufzubauen und Atmosphäre zu schaffen.

In der Oberstufe vergab die Jury gleich zwei Preise. Einer ging an Rebecca Weller (10c). In ihrem Gedicht mit dem Titel „So war’s nicht geplant“ umkreist sie nach Ansicht von Franz Rode allgemeinmenschliche Erfahrungen. Ihre Schlussfolgerung, dass das persönliche Glück davon abhängt, wie man selber mit seinem eigenen Schicksal umgeht, erinnerte den Laudator an die philosophische Lebenshaltung der Stoiker. „Mit der Aufforderung zu mehr Gelassenheit und Selbstzufriedenheit ist das ein sehr authentischer Text“, befand Rode, der auch Rebecca Wellers Klassenlehrer ist.

Mit einem weiteren Preis wurde Janine Thoma ausgezeichnet. Die Abiturientin befasste sich in ihrer Parabel mit dem Titel „Mutter sein“ mit der Bedeutung von Schulnoten. Juror Ulrich Breitschwerdt fand das Thema sehr gut gewählt und lobte: „Die im Text enthaltenen Beobachtungen sind sehr gut ausgearbeitet.“

Als Belohnung erhielten alle Preisträger eine Urkunde und von der Buchhandlung „Schwarz auf Weiß“ gestiftete Buchpreise. Carolina Adolf sorgte für die musikalische Gestaltung.

Von einer gelungenen Fortsetzung des Schreibwettbewerbs sprach Organisatorin Jessica Hecht. Ihre Hoffnung: „Dass sich eine Tradition entwickelt für kreative Schüler, die den Umgang mit Sprache lieben.“