Tauberbischofsheim

Gemeinderat Gremium beschloss in der Sitzung am Dienstag, mehrere Maßnahmen der Vereine zu fördern

Weniger Zuschuss für „Luxusvarianten“

Die Vereinsförderung nahm breiten Raum in der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Großrinderfelder Rathaus ein. Für „Luxusvarianten“ gab es einen geringeren Fördersatz.

Grossrinderfeld. In den Genuss der Vereinsförderung kommen Maßnahmen, die dringlich und auch notwendig sind. Durch die kommunale Finanzspritze soll auch ein hohes Engagement bei der Jugendarbeit, die Mithilfe durch Eigenleistungen beim Bau oder der Ausführung der Maßnahme sowie die Leistung für die Gemeinschaft honoriert werden. Bei der jetzigen Tranche haben vier Vereine Investitionen eingereicht. Der Technische Ausschuss hatte die Anträge vorberaten und die geplanten oder teilweise schon ausgeführten Maßnahmen vor Ort in Augenschein genommen.

Normalerweise beträgt die Vereinsförderung 70 Prozent der Kosten. Allerdings schlug der Technische Ausschuss vor, sogenannte „Luxusvarianten“, die über eine Standardausführung hinausgehen, nur mit 50 Prozent zu berücksichtigen. In erster Linie betraf dies den TuS Großrinderfeld, der insgesamt vier Projekte eingereicht hatte und alle vom Technischen Ausschuss in diese Kategorie einsortiert wurden.

TuS Großrinderfeld

Zwei Maßnahmen betreffen den Zaun um das um einen Kunstrasenplatz erweiterte Sportgelände. Der Sportverein hat einige Instandhaltungsarbeiten in Eigenleistung abgeschlossen. Ein Teil des löchrigen und verrosteten Maschendrahtzauns wurde durch einen verzinkten Stahlgitterzaun er- und auf die Pflasterfläche versetzt. Zudem hat der TuS den seitlichen Bereich komplett geebnet und neu gepflastert sowie ein neues großflügliges Tor angebracht. Die Kosten für die Wiederherstellung des Zauns zwischen Sportheim und Krensheimer Weg und das einflügelige Tor belaufen sich auf 3400 Euro.

Weiter soll ein Zwischenstück des Ballfangzauns am Rasenplatz erneuert werden. Er weist so große Schäden auf, dass die Bälle auf die Straße rollen. Hier soll der gleiche verzinkte Stahlgitterzaun verwendet werden. Die Kosten betragen 10 752 Euro. Der Gemeinderat stimmte bei einer Gegenstimme einer 50-prozentigen Förderung über 7076 Euro zu.

Ebenfalls 50 Prozent Zuschuss gibt es für das Setzen von Muschelkalkblöcken entlang des Hangs zwischen den beiden Sportplätzen sowie für den Bau des Geräteschuppens am neuen Sportplatz. Erstere Maßnahme kostet 2000 Euro (Zuschuss: 1000 Euro), letztere 10 452 Euro (Zuschuss: 5226 Euro). Der Technische Ausschuss erachtete beim Geräteschuppen die Größe und Ausstattung als über das normale Maß hinausgehend. Während der Zuschuss bei den Muschelkalkblöcken bei einer Gegenstimme verabschiedet wurde, waren es beim Geräteschuppen zwei.

Quad-Team

Das Quad-Team beantragte einen Zuschuss für die Sanierung von Boden und Seitenwänden eines Containers. Der Technische Ausschuss erachtete die Maßnahme als dringend notwendig. Die Seitenwände des Küchencontainers sind porös, dadurch kann Feuchtigkeit eintreten. Der Boden ist alters- und witterungsbedingt vermodert. Bei einer Gegenstimme segnete der Gemeinderat eine 70-prozentige Förderung (2107 Euro) der Kosten von 3010 Euro ab. Die Überdachung eines Grillplatzes hingegen sei für die Erfüllung des Vereinszwecks nicht erforderlich. Deshalb gab es dafür keinen Zuschuss.

K. K. Schützenverein Schönfeld

Der K. K. Schützenverein Schönfeld erhält eine 50-prozentige Förderung für den weiteren Ausbau der Heizungsanlage von der neuen, zusätzlichen Angebotssumme. Dies ist für die Vereinsförderung ein ungewöhnliches Entgegenkommen vonseiten der Kommune. Denn der Schützenverein hatte bereits eine 70-prozentige Förderung für den Anschluss der Heizungsanlage an die Hackschnitzelanlage erhalten.

Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass das damalige Angebot fehlerhaft und unvollständig gewesen sei. Es fehlten ein paar Heizkörper. Zudem sei die geplante Steuerung nicht effizient und würde die Heizkosten enorm in die Höhe treiben, argumentiert der Verein. Mit Unterstützung eines ortsansässigen Fachmanns holte der Schützenverein neues überarbeitetes Angebot ein, das entsprechend teurer ist. Die Mehrkosten von 3156 Euro würden sich innerhalb weniger Jahre durch niedrigere Betriebskosten amortisieren. Der vom Gemeinderat gewährte Zuschuss beläuft sich auf 908 Euro, da die Arbeitszeit für den Monteur nicht gefördert wird. Auch hier gab es eine Gegenstimme.

TSV Gerchsheim

Der TSV Gerchsheim erhält eine Förderung von 4332 Euro für die Ertüchtigung des Bewässerungssystems auf dem Sportplatz. Dies entspricht 75 Prozent der Materialkosten von 5776 Euro. Auf dem Sportgelände müssen sämtliche 14 Versenkregler ausgetauscht werden. Aufgrund der Dringlichkeit wurden bereits sieben ersetzt. Auch hier beschloss der Gemeinderat die Förderung bei einer Gegenstimme.

Einen Zuschuss von 70 Prozent der Materialkosten für den Anschluss des „Imbisshäuschens“ am Sportplatz mit Frisch- und Abwasser stimmte das Gremium ebenfalls bei einer Gegenstimme zu. Das Frischwasser soll über das Bewässerungssystem in einer separaten Leitung „geholt“ werden. Das anfallende Schmutzwasser soll in einem Behälter gesammelt und danach entsorgt werden. Der TSV schätzt die Materialkosten auf rund 2000 Euro.

Kein Geld gibt es zunächst für die Erweiterung des Sportplatzes „Alm“ um alte Flutlichter sowie Strom- und Wasserverlegung. Der TuS Großrinderfeld hat dem TSV Gerchsheim seine Flutlichter vom alten Sportplatz zur Verfügung gestellt. Zum Aufstellen der Flutlichter müssen entsprechende Fundamente gesetzt werden.

Der TSV Gerchsheim hat das Gelände für weitere 25 Jahre von der kirchlichen Gemeinde gepachtet. Dennoch ist der Technische Ausschuss der Meinung, dass die Maßnahme mit dem Eigentümer abgestimmt werden müsste. Zudem liege kein konkretes Angebot vor. Auch eine statische Berechnung sowie eine eventuelle Baugenehmigung gelte es noch abzuklären. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig dem Vorschlag des Technischen Ausschusses an.

Bürgermeisterin Anette Schmidt wies abschließend darauf hin, dass diese Vereinsförderung eine freiwillige Leistung der Kommune ist. „Da wir durchaus eine finanzschwache Gemeinde sind, werden wir wohl nicht umhin kommen, uns darüber Gedanken zu machen, ob wir das künftig noch machen können.“ Vor allem wenn die finanzielle Lage enger werde, müsste man das auf den Prüfstand stellen. Die Vereine würden schon bei der Unterhaltung der Vereinsräume unterstützt.