Tauberbischofsheim

Festakt Auch der ehemalige Schulleiter Josef Münster kam zum Feiern / Bürgermeister lobt „herausragendes Ergebnis“

„Wir sind alle ein bisschen erwachsener geworden“

Tauberbischofsheim.Manchmal werden Träume wahr. Zumindest für die Abiturienten des Matthias-Grünewald-Gymnasiums.

Ein stimmungsvoller Abiball in der Stadthalle beendete ihre Schulzeit. Im Rahmen eines Festaktes erhielten sie ihr Reifezeugnis.

Als eine Zeit voller wertvoller Erfahrungen wollten Marie Knörzer und Marvin Künzig die vergangenen Jahre am MGG in Erinnerung behalten. Die beiden führten als Moderatorenduo charmant durch das Programm.

„Wir sind alle ein bisschen erwachsener geworden“, meinten sie rückblickend. Das Ende der Schulzeit markiert für Marie Knörzer und Marvin Künzig auch einen Neubeginn. „Wir übernehmen jetzt Verantwortung für uns selbst“, erklärten die Zwei.

Das bestandene Abitur sei ein guter Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Den eigenen Weg gehen

„Finden Sie Ihren Platz in der Gesellschaft“, rief Oberstudiendirektorin Martina Schlegl den Abiturienten zu. Die Schulleiterin ermunterte dazu, auch Umwege in Kauf zu nehmen oder Stolpersteine zu überwinden. Für sie stand außer Frage: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

Wichtig sei es, den eigenen Weg zu gehen und eigene Ziele zu verfolgen.

Dabei sollen die Abiturienten nach Schlegls Auffassung Werten wie Menschlichkeit, Zuverlässigkeit, Beständigkeit und Aufrichtigkeit treu bleiben. „Sie sind Türöffner im Leben.“

„Das Abitur am allgemeinbildenden Gymnasium schafft ein solides Fundament und löst den Anspruch auf Teilhabe an der Gesellschaft ein“, betonte Josef Münster.

Bis vor einem Jahr stand er an der Spitze des Matthias-Grünewald-Gymnasiums. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, beim Abiball vorbeizuschauen und seinen ehemaligen Schülern zu gratulieren.

Die Abiturienten stehen, so Münster, vor einem Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Neue Erfahrungen inklusive.

Wer aus einem persönlichen Anlass eine Ausbildung oder ein Studium beginne, spüre eine wachsende Motivation. „Das ist ein ganz entscheidender Impuls.“

Neue Erfahrungen hat auch Annemarie Proff gemacht. In ihrer sehr persönlich gehaltenen Scheffelpreisrede sprach sie davon, in den vergangenen Jahren gelernt zu haben, sich selbst besser zu verstehen. „Intellektuelle Leistungen zu erbringen ist gut. Niemand sollte aber nur über seine Leistung definiert werden“, forderte sie.

Kritik an Druck

Kritisch äußerte sie sich zu gesellschaftlichen Tendenzen, die Konkurrenz förderten und Perfektion erwarteten.

Wer diesem Druck nicht standhalte, drohe zu zerbrechen.

Ihren Mitschülern gab Annemarie Proff mit auf den Weg, positiv zu denken und sich selber anzunehmen. „Jeder macht Fehler.“ Wer stattdessen zufrieden mit sich sei, könne alles schaffen.

Das neue Lebensmotto, das die Scheffelpreisträgerin für sich entdeckt hat, wollte sie ihren Mitschülern nicht vorenthalten: „Folge deinen Träumen, ohne dich zu sehr in eine Sache hineinzusteigern.“

„Die Welt steht Ihnen offen“

Bürgermeister Wolfgang Vockel übermittelte die Glückwünsche der Kommune.

Den Abiturschnitt von 2,3 und die Tatsache, dass 17 Abiturienten eine 1 vor dem Komma haben, nannte er ein „herausragendes Ergebnis“.

Vor allem freute es ihn, dass alle Schüler bestanden haben. Mit dem höchsten schulischen Bildungsabschluss steht den Abiturienten seiner Meinung nach die Welt offen. „Sie sind an unserem ,Schiff’ durch eine exzellente Schule gegangen und haben die Studierfähigkeit erlangt.“

Für die Abiturienten beginnt, so Vockel, jetzt ein neuer Lebensabschnitt. „Sie können über Ihr Leben jetzt frei entscheiden“.

Das bedeute auch, den künftigen Weg selbst zu wählen.

Grundlagen sind gelegt

„Die Grundlagen sind gelegt.“ Davon war das Stadtoberhaupt überzeugt. Jetzt gehe es darum, etwas zu finden, was man gut kann und mag.

Andreas Brachs sprach in doppelter Funktion als Elternvertreter und Vorsitzender des Fördervereins. Auch für die Eltern ist Brachs’ Angaben zufolge das Abitur ein großer Einschnitt.

„Mit Euch gehofft und gezittert“

Wie er aus eigener Erfahrung zu berichten wusste, haben die Eltern sich in den vergangenen Jahren redlich bemüht, ihre Kinder zu bilden, zu erziehen, zu motivieren, zu fördern und zu fordern. „Wir haben mit euch gehofft und gezittert, euch getröstet und mit euch gefeiert.“

Den Eltern gab Brachs den Rat, ihren Liebsten jetzt Zeit zur Entfaltung zu geben und selber gelassen zu bleiben.

Als Vorsitzender des Fördervereins gab Brachs der Hoffnung Ausdruck, dass die Abiturienten dem Matthias-Grünewald-Gymnasium verbunden bleiben.

Als Mitglied des Vereins der Freunde könne man dazu beitragen, dass sich die Lern- und Arbeitsbedingungen am „Schiff“ stetig verbessern.

Schulleiterin Martina Schlegl und die Tutoren überreichten die Abiturzeugnisse. Für herausragende Leistungen gab es überdies Fach- und Sonderpreise (siehe obenstehenden Bericht).

Verschiedene musikalische Darbietungen rundeten die Feier ab. feu